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Kosten-Explosion und Verzögerung bei zweiter Stammstrecke in München ‒ Bahn sagt Debatte mit der Stadt ab

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Von: Jonas Hönle

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Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München
Verzögerungen und Kosten-Explosion beim Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München. (Symbolbild) © Matthias Balk/dpa

Die Bahn sagt eine Einladung der Stadt München zur Debatte über die mutmaßlichen Verzögerungen und der Kosten-Explosion ab. Wann der Stadtrat das Thema nun behandelt...

Beim Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke kommt es mutmaßlich zu Verzögerungen und zu einer Explosion der Kosten. Die Stadt München wollte die Deutsche Bahn (DB) nun im Planungsausschuss am Mittwoch zu den Behauptungen befragen - doch der Konzert lehnte die Einladung ab.

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Vergangene Woche hatte die Nachricht für Aufsehen gesorgt, dass das bayerische Verkehrsministerium davon ausgeht, dass die Kosten für den Bau der zweiten Bahn-Röhre von 3,85 auf bis zu 7,2 Milliarden Euro steigen.

Zudem könnte sich die Inbetriebnahme der zentralen S-Bahn-Strecke durch München von 2028 auf 2037 verzögern.

Verzögerung und Kosten-Explosion beim Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München

Die Bahn habe auf die Kurzfristigkeit der Einladung hingewiesen, sagte ein Sprecher des Planungsreferats der Stadt München. Zudem habe sie erklärt, dass die Überarbeitung der Termin- und Kosten-Planung noch nicht abgeschlossen sei.

Das Thema wurde daraufhin am Mittwoch nicht mehr im Planungsausschuss behandelt. Stattdessen soll sich nun der Stadtrat am 27. Juli in seiner Vollversammlung damit befassen.

Die Absage dürfte den ohnehin erzürnten Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nicht gerade besänftigen. Mit harschen Worten hatte er am Montag eine Offenlegung aller Fakten gefordert, es sei „einigermaßen unglaublich“, wie die Bahn sich aktuell verstecke.

Auch die Fraktion aus CSU und Freien Wählern reagierte ähnlich. In einem Dringlichkeitsantrag hatten die Parteien am Montag die Einladung eines Bahn-Vertreters in die Ausschusssitzung gefordert.

Der Bau ist ein Gemeinschaftsprojekt unter anderem der Deutschen Bahn, des Freistaats Bayern, der Stadt München und der Bundesrepublik.

Das Rathaus will das Tal zur Fußgängerzone umfunktionieren: Wegen den Verzögerungen bei der Zweiten Stammstrecke sogar erheblich früher als geplant.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte den knappen Vertrag für das Projekt veröffentlicht, den sein Amtsvorgänger Alexander Dobrindt (CSU) und dessen damaliger Parteichef Horst Seehofer als bayerischer Ministerpräsident 2016 unterschrieben hatten. Die Vereinbarung enthalte „keine Regelung für den Fall von Kostensteigerungen“, teilte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums mit. „Die Verantwortung für die Sicherstellung der Gesamtfinanzierung des Vorhabens liegt nach dieser Erklärung beim Freistaat Bayern.“

Im Freistaat sieht man das anders. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“: „Die Fakten sind eindeutig. Der Bund hat sich in einer Finanzierungsvereinbarung verpflichtet, 60 Prozent der förderfähigen Kosten zu übernehmen. Selbstverständlich muss er weiter dazu stehen. Es hilft auch kein Herausreden: Laut Grundgesetz ist der Bund für die Schieneninfrastruktur zuständig. Deswegen entlassen wir hier weder den Bund noch seine 100-prozentige Tochter, die Deutsche Bahn, aus der Verantwortung.“

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