Ungewissheit im Bücherschloss

Kultur in Corona-Zeiten: Wie die Blutenburg dieses Jahr zur Bühne werden soll

Eine Wiederholung der „Blutenburger Sommerbühne“ wie 2020 wird es heuer nicht geben.
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Eine Wiederholung der „Blutenburger Sommerbühne“ wie 2020 wird es heuer nicht geben.

Internationales Kulturfestival, Ausstellungen und Open-Air-Veranstaltungen: Was die Internationale Jugendbibliothek im Schloss Blutenburg für den Sommer plant.

Obermenzing - Planungsunsicherheit in Corona-Zeiten: ein Problem, mit dem auch die Internationale Jugendbibliothek (IJB) in Schloss Blutenburg zu kämpfen hat.

„Wir schwimmen im Moment und wissen nicht, woran wir uns festhalten können“, fasst die Direktorin Dr. Christiane Raabe zusammen. Nichtsdestotrotz bereiten sie und ihr Team für die kommenden Monate so einiges vor.

An erster Stelle das „White Ravens Festival“ mit Autoren aus dem In- und Ausland vom 11. bis 15. Juli, eine große Ausstellung über „Bösewichte in der internationalen Kinder- und Jugendliteratur“, die im Mai eröffnet werden soll, sowie viele digitale und andere Angebote für Kinder und Schulklassen.

Auch eine Bühne für Kulturveranstaltungen im Schlosshof soll es wieder geben. Allerdings anders als im vergangenen Jahr.

2020 entstand Ende Mai die Idee zum Open-Air-Programm „Blutenburger Sommerbühne“. Zusammen mit vielen Kooperationspartnern ermöglichte die IJB von Juli bis September 65 Veranstaltungen mit rund 7000 Besuchern.

Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek: Dr. Christiane Raabe.

„Das war alles sehr, sehr kurzfristig und die IJB musste das als Veranstalter mit sehr wenigen Leuten organisieren und letztlich verantworten. Das können wir so nicht mehr leisten“, erklärt Raabe. Dazu kämen mehrere Unwägbarkeiten: Wenn die Gastronomie in der Blutenburg wieder öffnen könne, sei der Schlosshof an vielen Sommerabenden und Wochenenden belegt.

„Gleichzeitig wissen wir nicht, ab wann und bei welcher Inzidenz überhaupt wieder Veranstaltungen mit wie vielen Besuchern möglich sind“, so Raabe. Sie wünscht sich daher klare Aussagen und Perspektiven für den Kulturbereich. „Dieser wird seit langem sträflich vernachlässigt. Es ist schon sehr schwierig“, betont die IJB-Direktorin.

Dennoch: „Die Bühne vor der Kirche wird wieder aufgebaut. Wir stehen in den Startlöchern.“ Vor allem konzentriert sich das IJB-Team derzeit darauf, das internationale Kulturfestival „White Ravens“, das 2020 Corona-bedingt abgesagt werden musste, in diesem Jahr zu verwirklichen.

Das Konzept muss an die Lage angepasst werden. So sind weniger Autoren beteiligt, die erstmals „nur“ aus Europa kommen.

Neben der Blutenburg als Hauptschauplatz werden Autoren auch in Stadtbibliotheken in München für Schulklassen lesen und mit einer mobilen Lesewanderbühne durch Bayern touren – alles, sofern Corona es bis dahin erlaubt. „Wir haben aus 2020 gelernt: Man muss eine unglaubliche Flexibilität an den Tag legen“, so Christiane Raabe.

Forscher zu Gast

Trotz der Pandemie: Im Rahmen des Stipendiatenprogramms der IJB halten sich jährlich zehn bis 15 Wissenschaftler aus aller Welt für sechs Wochen bis zu drei Monate in der Blutenburg auf. Für sie sucht die Stiftung IJB Unterbringungsmöglichkeiten möglichst im Münchner Westen. Infos unter Telefon 89 12 11 42.

ul

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