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Kulturforum plant mit Künstlerin Licht- und Klanginstallation im Innenhof des Schlosses 

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Gesichter und Schriften will die Lichtkünstlerin auf die Schlossmauer projizieren.
Gesichter und Schriften will die Lichtkünstlerin auf die Schlossmauer projizieren. © Abbildung: Hafenbrädl

Eine Künstlerin will den Innenhof des Schloss Blutenburg beleuchten, indem sie Gesichter auf die Mauern projiziert. Die Idee kam bei den Verantwortlichen gut an.

Obermenzing Die Blutenburg soll im März zum Leben erwachen und zu ihren Besuchern sprechen. Die Licht- und Videokünstlerin Vanessa Hafenbrädl will dann für zwei bis drei Tage im Innenhof mithilfe von Großprojektoren Videosequenzen zum Thema „Aura der Bücher“ auf die Fassaden werfen. „Die Wände sollen sprechen und die Geschichten der Bücher erzählen, die dahinter lagern“, sagt sie. Denn hinter den Mauern des Schlosses befindet sich die Internationale Kinder- und Jugendbibliothek.

Schloss Blutenburg wird beleuchtet: Künstlerin will Gesichter auf Mauer projizieren

Ihre Idee: Sie will sprechende Gesichter auf die Mauer projizieren, die durch eine spezielle Technik verfremdet und gebrochen werden. Dadurch sollen sie Irrlichtern gleichen. Auch verschiedene Schriften werden auf den Fassaden zu sehen sein. „Die Installation soll ein bisschen mystisch wirken und Raum für die Fantasie der Betrachter lassen“, erklärt Hafenbrädl. Sie plant, die Projektionen so anzulegen, dass sich die Besucher durch verschiedene Stationen im Innenhof bewegen müssen, um alle Details zu erfassen. Ergänzt wird das Ganze durch eine Sound­collage, die Hafenbrädl gemeinsam mit der Künstlerin Anna McCarthy erarbeiten wird. „Es soll ein Stimmengewirr, teilweise aus unterschiedlichen Sprachen, entstehen“, so ihre Vorstellung.

Die Idee für die Lichtinstallation sei ihr gekommen, als sie im vergangenen Jahr für ein anderes Projekt – die Bestrahlung des Pasinger Rathauses – in der Bücherei recherchierte. „Damals habe ich erstmals erfasst, was für ein schönes Gebäude die Blutenburg ist. Die Architektur ist spannend, der Innenhof ist sehr gemütlich und hat meine Fantasie angeregt“, sagt Hafenbrädl, die derzeit in Dießen am Ammersee lebt, aber in Aubing aufgewachsen ist.

Schloss Blutenburg wird beleuchtet: Trotz Energiekrise gut umsetzbar

Sie besprach ihre Vorstellungen mit Klaus Herber, dem Vorsitzenden des Kulturforums München-West, und überzeugte ihn, das Projekt umzusetzen. Herber meint: „Die tolle Lichtinstallation von Frau Hafenbrädl am Pasinger Rathaus hat bei mir und bei vielen anderen, die mit uns darüber gesprochen haben, Begeisterung für die Arbeit dieser Lichtkünstlerin ausgelöst.“

Natürlich habe das Kulturforum angesichts der Energiekrise überlegt, ob dies derzeit sinnvoll sei, aber: „Nach Auskunft der beteiligten Techniker würde der Energieverbrauch aller zum Einsatz kommenden Beamer für die gesamte Veranstaltung circa 20 Kilowattstunden betragen“, sagt Herber. Das entspreche rund acht Euro. „Angesichts der hohen künstlerischen Bedeutung des Projekts erscheint uns das als vertretbar“, meint er. Hafenbrädl ist als Künstlerin international tätig. Sie konzipierte unter anderem bereits Lichtinstallationen für einen Brunnen in Wellington oder das Frankfurter Bankenviertel.

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