Dauerlärmquelle vor der Haustür?

Lärmquelle Spielplatz - Neuaubinger Anwohner kritisieren geplante Anlage neben ihren Grundstücken 

Zwischen den Neubauten und dem Wall direkt hinter dem Gartenzaun von Christine Jarius soll ein Kinderspielplatz entstehen.
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Zwischen den Neubauten und dem Wall direkt hinter dem Gartenzaun von Christine Jarius soll ein Kinderspielplatz entstehen.

In Neuaubing soll innerhalb eines Neubaugebiets ein neuer Spielplatz entstehen. Benachbarte Anwohner wollen dies verhindern. Was der BA dazu sagt.

Neuaubing - Ein Spielplatz soll auf einer neuen Grünanlage im Süden Neuaubings entstehen. Einige Anwohner protestieren dagegen, denn sie fürchten eine höhere Lärmbelastung.

Der Spielplatz ist Bestandteil eines Neubaugebiets auf dem ehemaligen Dorniergelände. Im Westen ist ein schmaler Grünzug zwischen den neuen Gebäuden und den bestehenden Häusern an der Leisaustraße geplant.

Er geht im Südosten in eine großzügige Wiese über. Das Baureferat plant auf dem schmalen Streifen einen Spielplatz für Klein- und Schulkinder. Im Südosten soll ein Aufenthaltsbereich für Jugendliche entstehen.

Für Anwohnerin Christine Jarius ist diese Planung ein Unding: „Wir sind durch den benachbarten Sirius Industriepark sowieso schon stark durch Lärm und Feinstaub belastet. Und nun sollen auch noch weitere Dauerlärmquellen direkt an unseren Grundstücksgrenzen hinzukommen.“

BA-Mehrheit stimmt Anwohnern zu

Ihr Nachbar Erhard Strobel meint: „Erfahrungsgemäß wird ein Spielplatz ab 20 Uhr zum Treffpunkt für Jugendliche, die den Ghettoblaster aufdrehen und laute Partys feiern.“ Er und Jarius plädieren daher dafür, den Kinderspielplatz in den südöstlichen Teil zu verlegen. „Dort ist so viel Platz“, meint Jarius.

Das forderte in seiner jüngsten Sitzung auch die Mehrheit des örtlichen Bezirksausschusses. BA-Chef Sebastian Kriesel (CSU) meinte: „Die Anwohner leiden bereits jetzt unter den Emissionen aus dem Sirius Industriepark und es gibt die Möglichkeit, den Spielplatz woanders zu situieren.“

Roland Jung (Freie Wähler/ÖDP) monierte zudem, dass sich westlich des geplanten Spielplatzes ein Wall mit Bäumen befindet, der die Fläche verschatte.

Diese Kritik konnte Dagmar Mosch (Grüne) nicht nachvollziehen: „Ich halte die Verschattung für sehr positiv.“ Bei anderen Spielplätzen hätte der BA zusätzliche Bäume gefordert, damit die Geräte nicht in der prallen Sonne stünden.

Grüne und SPD sind gegen eine Verlegung

Grüne und SPD sprachen sich grundsätzlich gegen eine Verlegung des Spielplatzes in den Südosten aus. Karin Binsteiner (Grüne) meinte: „Ein Kleinkinderspielplatz ist keine Dauerlärmquelle. Die Häuser sind bis zu 40 Meter weg.“ Zudem biete der Wall noch einen zusätzlichen Lärmschutz.

Thomas Hampel (SPD) hielt die Planung für sehr sinnvoll: „Es ist eine gelungene Geschichte, dass man jetzt den Jugendlichen und den Kleinkindern jeweils einen eigenen Raum gibt.“

Unter Strich war die Mehrheit im BA für eine Verlegung. Andreas Herrmann vom Baureferat glaubt aber, dass dies dem Bebauungsplan widerspreche. Das muss das Planungsreferat nun prüfen.

A. Schwarzbauer

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