„Runter vom Gas“

Tempo 30 überfällig? - Anwohner plädieren für Lärmschutz in der Senftenauerstraße

Antonie Forster (hinten mitte) und ihre Nachbarn sind den Verkehr in der Senftenauerstraße leid.
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Antonie Forster (hinten mitte) und ihre Nachbarn sind den Verkehr in der Senftenauerstraße leid.

Anwohner ärgern sich über die Verkehrssituation in der Senftenauerstraße und fordern eine Tempobeschränkung. Was die Polizei und die Stadt dazu sagen.

Laim/Hadern - Antonie Forster ist genervt von der Verkehrssituation in der Senftenauerstraße. Seit 25 Jahren wohnt sie am Hönigschmidplatz.

Die Entwicklung macht Forster und ihren Nachbarn Sorgen – und der Umstand, dass sie mit ihren Anfragen nach Verbesserungen bei der Stadt auf taube Ohren stoßen.

Konkret fordern sie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30. „In der Senftenauerstraße ist 50 erlaubt – heißt, die Leute fahren sowieso 60 oder 70“, erklärt Forster. Dabei ist die Straße entlang des Hönigschmidplatzes äußerst belebt. „

Es gibt einen Kindergarten, einen Fußballplatz, eine Kirche, viele Läden, die Straße ist Schulweg“, zählt Forster auf. Hinzu komme, dass der Platz schlecht einsehbar sei, aufgrund parkender Autos oder der langen Busse. Weil die Begründung „Verkehrssicherheit“ bislang nicht zielführend war, plädieren die Anwohner jetzt für Lärmschutz.

Im Bezirksausschuss Laim führte Forster die Argumente aus: „Es wird nach der Engstelle ab dem Rewe massiv beschleunigt.“ Sie berichtet von getunten Autos und Motorrädern, einer „Showmeile mit Posern“, gerade nachts werde „geheizt“.

Beanstandungsquote sei mit 1,6 Prozent „sehr niedrig“

Zudem würden die Busse kurz vor der Haltestelle die Motorbremse einsetzten und von teilweise mehr als Tempo 50 rapide runterbremsen, was ebenfalls starken Lärm verursache. Der BA Laim will nun zusammen mit dem BA Hadern und der Polizei einen Ortstermin vereinbaren.

Vor ein paar Jahren hat sich Forster schon einmal ans KVR gewandt, ohne Erfolg. 2019 stellte sie bei der Laimer Bürgerversammlung einen entsprechenden Antrag, der von den Anwesenden mehrheitlich angenommen wurde. Erneut wurde dieser von der Verwaltung abgeschmettert.

Verkehrssachbearbeiter Steidle von der zuständigen Polizeiinspektion 41 erklärt auf Hallo-Nachfrage, dass im Sommer eine sogenannte TOPO-Box – ein Gerät, das Verkehrsdaten erfasst – in der Straße auf Höhe der Hausnummer 69 aufgestellt wurde.

Sie habe sieben Tage lang Tag und Nacht durchgehend gemessen. Die Beanstandungsquote sei mit 1,6 Prozent „sehr niedrig“, so Steidle. Unverständnis bei Forster und ihren Mitstreitern: „Es muss wohl erst ein Kind überfahren werden, damit sich was tut.“

„Keine Anhaltspunkte, die Beschränkung rechtfertigen“

Sonja Kämmler vom Mobilitätsreferat (MOR) erklärt, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Senftenauerstraße aus Lärmschutzgründen auf 30 Kilometer pro Stunde derzeit näher geprüft werde. Doch: „Im Zuge der bisherigen Prüfungen wurde bereits eine Ersteinschätzung auf Basis des Lärmbelastungskatasters des Freistaat Bayerns berücksichtigt.

Daraus ergeben sich für den genannten Streckenabschnitt jedoch keine Anhaltspunkte, die eine verkehrsrechtliche Beschränkung nach der StVO rechtfertigen“, so Kämmler.

Eine generelle Umgestaltung des Hönigschmidplatzes ist seit Jahren in Laim und Hadern immer wieder Thema. In Kombination mit dem angedachten barrierefreien Ausbau der dortigen Bushaltestellen gestaltet sich diese jedoch schwierig.

Im Frühjahr 2020 hatten die beiden angrenzenden BAs einen erneuten Vorstoß gewagt, seitdem warten sie auf Rückmeldung der Verwaltung.

In Bezug auf eine Umgestaltung des Platzes erklärt Kämmler vom MOR, dass seitens des Baureferats, erste Gestaltungsskizzen vorbereitet wurden. „Ein Zeitplan für die weiteren Schritte liegt derzeit noch nicht vor“, so Kämmler.

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