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Bürger-Vorschlag für mehr Fahrradstellplätze am S-Bahnhof Laim: BA dafür – Stadt dagegen

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Von: Ursula Löschau

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Wo jetzt eine Schotterböschung ist, plant die Stadt eine 20 Meter breite Treppe. BA und Bürger wie Hans Jörg Habersack finden das unsinnig.
Wo jetzt eine Schotterböschung ist, plant die Stadt eine 20 Meter breite Treppe. BA und Bürger wie Hans Jörg Habersack finden das unsinnig. © Ursula Löschau

Wieder einmal steht die Baustelle an der Laimer Röhre im Mittelpunkt eines Streits. Anwohner wollen endlich mehr Fahrradstellplätze - doch die Stadt stellt sich quer.

NYMPHENBURG Dass bei der Planung des neuen S-Bahnhofs Laim vor über zehn Jahren Fahrradstellplätze offenbar vergessen wurden, ist schon ärgerlich genug. Dass Bahn und Stadt jedoch bis heute wenig Engagement zeigen, um diesen Fehler noch gutzumachen, stößt beim Bezirksausschuss Neuhausen-­Nymphenburg auf völliges Unverständnis.

Das wurde in der jüngsten Sitzung wieder deutlich. Anlass war ein Antrag aus der Bürgerversammlung mit einem alternativen Lösungsvorschlag. Der BA findet ihn gut, doch die Stadt mauert.

Laimer Unterführung: Treppe und Gehweg statt Fahrradstellplätze an der Wotanstraße?

Konkret geht es um den Streifen westlich der Wotanstraße nördlich der Laimer Röhre zwischen dem Ambigon-Gebäude und dem Tunnelportal. Die Stadt will die jetzige Fußgängertreppe dort um eine deutlich breitere Ausführung ersetzen. In der BA-Sitzung machte jetzt der Begriff „Spanische Treppe“ dafür die Runde. Auf Höhe der Wotanstraße soll der dortige Gehweg bis zum Tunnel nach Westen verbreitert werden.

Die Stadt will diese Treppe deutlich verbreitern.
Die Stadt will diese Treppe deutlich verbreitern. © Ursula Löschau

Der Nymphenburger Hans Jörg Habersack (81) hält das für Unsinn. „Der Gehweg führt an die Tunnelwand und Schluss.“ Der vorhandene Platz werde so verschwendet und eine einmalige Chance, Platz für viele Radlständer zu schaffen, verpasst.

Habersack schlägt kleine Grünfläche statt Treppe und Gehweg und Radstellplätze auf der Tunneldecke vor

Habersack hat in der Bürgerversammlung im Sommer bereits beantragt, direkt neben dem Ein- und Ausgang des Fuß- und Radwegtunnels eine Verbindungstreppe auf die Tunneldecke zu führen und dort, direkt an der Radlhauptroute, Fahrradstellplätze zu schaffen.

Anstelle der Gehwegverbreiterung und einer „Spanischen Treppe“ empfahl er, eine kleine Grünfläche anzulegen, die sich bis hinauf zum Platz an der Rosa-Bavarese-Straße erstrecken könne.

Hans Jörg Habersack findet das Vorhaben der Stadt unsinnig.
Hans Jörg Habersack findet das Vorhaben der Stadt unsinnig. © Ursula Löschau

Anträge stoßen im Baureferat auf breite Ablehnung

Das Baureferat hat dem BA nun geraten, diese Vorschläge abzulehnen. Sie stünden im Gegensatz zu den bisherigen, mit der Bahn vereinbarten Plänen. Um „potenzielle neue Standorte“ für Fahrradstellplätze – wie von den BAs Neuhausen-Nymphenburg und Laim seit Jahren gefordert – kümmere sich das Mobilitätsreferat in einer separaten Beschlussvorlage.

Diese soll dem Stadtrat „noch im Laufe dieses Jahres“ vorgelegt werden, teilt das Referat dem BA 9 mit. Dem genügt das aber nicht. Einstimmig hat das Gremium die Stellungnahme der Stadt jetzt abgelehnt und beschlossen, Stadt und Bahn zu einem weiteren Treffen aufzufordern. Der BA hält Habersacks Idee durchaus für prüfenswert.

„Aus heutiger Sicht hat die Planung Mängel. Da muss man doch nachbessern dürfen“, mahnte CSU-Sprecherin Gudrun Piesczek. Der engagierte Bürger sieht die Stadt am Zug: „Die Bahn wartet auf eine Entscheidung, was sie bauen soll.“ Seine Angst: dass „vollendete Tatsachen“ geschaffen werden, die einer späteren – besseren – Lösung im Wege stünden.

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