Erfolg und Niederlage

Triumph mit Verlust bei der Bundestagswahl ‒ So hat der Landkreis München abgestimmt

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So haben die Direktkandidaten im Landkreis München bei der Bundestagswahl abgeschnitten. (Symbolbild)

Im Landkreis München war die Bundestagswahl ein harter Kampf für die Kandidaten, doch die CSU siegt überraschend eindeutig gegen die Grünen. Kritik gab es für Laschet.

Seit 2009 ist er der Vertreter des Landkreises München in Berlin. Jetzt hängt Florian Hahn (CSU) eine weitere Legislaturperiode dran. Mit 39,1 Prozent der Erststimmen verteidigte er – durchaus überraschend stark – sein Mandat im Bundestag.

Schließlich galt der Wahlkreis mit dem Grünen-Herausforderer Anton Hofreiter als umkämpfter als noch vor vier Jahren. Besonders viele Menschen überzeugte der CSUler im Süden des Landkreises: In Grünwald etwa gaben ihm mehr als die Hälfte aller Wähler ihre Stimme.

Florian Peter Hahn, Kandidat für die CSU im Wahlkreis München-Land.

So hat der  Landkreis München bei der Bundestagswahl gestimmt

„Angesichts der Rahmenbedingungen“ sei er mit seinem Ergebnis zufrieden, so Hahn gegenüber Hallo. Dabei spielt er auf Unionskandidat Armin Laschet an. „Aus meiner Sicht von Anfang an der falsche Kandidat. Ich hätte mir auch im Wahlkampf früher mehr Inhalte gewünscht.“ Dennoch habe er sein Mandat „klar und souverän gewonnen – mit fast doppelt so vielen Stimmen wie Platz zwei“.

Der ging an Grünen-Kandidat Hofreiter, der sich im Vergleich zu 2017 um immerhin sieben Prozent steigerte und über die Landesliste ins Gremium einzieht. „Wir hatten uns zwar mehr vorgenommen, aber das Ergebnis in meinem Wahlkreis ist das beste, was wir im Landkreis München je erreicht haben. Daraus wollen wir nun das Beste machen und die grünen Themen wie Klimaschutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt auf Augenhöhe verhandeln.“

Klar ist: Der Aufwärtstrend bei den Grünen hat Florian Hahn sein bisher schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl beschert. Wenn die Verluste auch nicht so groß ausfallen wie bei der CSU selbst – am Ende stand ein Minus von 4,4 Prozent.

Auch der SPD haben die Grünen die Zähne gezeigt. Erstmals hat die Partei die Sozialdemokraten im Münchner Umland auf den dritten Platz verwiesen. Trotzdem überwiegt bei Kandidat Korbinian Rüger die Freude über sein Ergebnis. „Wenn man sieht, wo die SPD noch vor sechs Monaten stand – im Bund wie hier vor Ort – ist das ein Riesenerfolg.“ Seine 15,2 Prozent bei den Erststimmen seien „respektabel“ – insbesondere, weil er in der Politik „noch ein relativ Unbekannter“ sei.

Positive Stimmung auch bei der FDP, die im Vergleich zu 2017 fast gleich geblieben ist. „Mein Vorgänger Jimmy Schulz war sehr bekannt, deswegen bin ich sehr zufrieden mit meinem Ergebnis, ich war richtig baff. Wir haben einen guten Wahlkampf geführt“, so Kandidat Axel Schmidt.

Ebenfalls über die Landesliste ein Mandat erhalten hat der AfD-Kandidat Gerold Otten.

Erststimmen im Würmtal

• Gräfelfing: CSU 40,13 Prozent; Grüne 23,1 Prozent; SPD 13,6 Prozent; FDP 10,5 Prozent; AfD 3,7 Prozent; Freie Wähler 2,5 Prozent; Linke 1,5 Prozent; Andere 4,2 Prozent

• Planegg: CSU 43,2 Prozent; SPD 20,7 Prozent; Grüne 20,6 Prozent; FDP 8,6 Prozent; AfD 4,5 Prozent; Freie Wähler 4,5 Prozent; Linke 2,0 Prozent; Andere 4,7 Prozent

• Neuried: CSU 36,7 Prozent; Grüne 23,4 Prozent; SPD 17,3 Prozent; FDP 8,5 Prozent; AfD 3,7 Prozent; Freie Wähler 3,3 Prozent; Linke 1,8 Prozent; Andere 5,3 Prozent

CSU siegt auch in Starnberg deutlich

Grüne im Aufwind, aber das Mandat für die CSU: Der Wahlkreis Starnberg-Landsberg am Lech – zu dem auch die Würmtal-Gemeinden Krailling und Gauting zählen – fügt sich in das bayerische Bild. Erneut in den Bundestag zieht Michael Kießling (CSU). Der gebürtige Schweizer, der seit 2017 den Wahlkreis in Berlin vertritt, holte 38,1 Prozent der Erststimmen.

Michael Kießling

„Das Wahlergebnis der CSU ist sicher nicht zufriedenstellend. Aber unter den Umständen bin ich mit meinem persönlichen Ergebnis sehr zufrieden“, so Kießling. In Berlin will er sich vor allem bei den Themen Bauen und Wohnen einbringen.

Auf ihn folgten Martina Neubauer (Grüne, 19,9 Prozent) und Carmen Wegge (SPD, 13,3 Prozent). Letztere zieht über die Landesliste ebenfalls in den Bundestag ein.

So hat der Wahlkreis Ost abgestimmt

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