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Immer häufiger bleiben Kronkorken, Scherben und Kippenstummel am Lußsee liegen – Anwohnerin setzt sich für Besserung ein

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Die bemalten Tetrapacks von Angela Stamm hängen am Steg des Lußsees und werden regelmäßig erneuert.
Die bemalten Tetrapaks von Angela Stamm hängen am Steg des Lußsees und werden regelmäßig erneuert. © Stamm

Der Kampf gegen die Verschmutzung an den Langwieder Badeseen geht in die nächste Runde: eine Anwohnerin installiert zusätzliche Mülleimer und bittet um Hilfe der Stadt.

Langwied ‒ Kippenstummel, Glasscherben und Kronkorken liegen vielfach auf den Grünflächen rund um die Langwieder Seenplatte herum. Anwohnerin Angela Stamm ärgert das. Sie setzt sich schon länger für die Reinigung der beliebten Badestellen ein. „Ich kann den Müll hier einfach nicht liegen lassen. Das tut mir im Herzen weh.“ Die Idee, die Grünfläche zu säubern, kam ihr während der Corona-Pandemie. Das Ufer des Sees war in dieser Zeit besonders gut besucht, wodurch noch mehr Abfälle zurückblieben.

Es gebe zwar eine Firma, die im Auftrag der Stadt größere Verunreinigungen wie Becher oder Tüten beseitige, kleinere Teile blieben aber oft liegen. Daher hat Stamm die Sache selbst in die Hand genommen. Tagsüber ist sie oft am Lußsee unterwegs und sammelt kleinteiligen Müll ein. Außerdem hat sie angefangen, leere Tetrapaks zu bemalen und als Behälter für kleinen Müll am Badesteg aufzuhängen.

Verschmutzung am Badesee: Stadt muss helfen

Auch der Kiesstrand sei von der Verschmutzung betroffen. „Ich habe das Gefühl, die Menschen sehen ihn als Aschenbecher“, kritisiert Stamm. Aus diesem Grund verteilt sie regelmäßig sogenannte Taschen-Aschenbecher, die ihrer Aussage nach auch gut angenommen werden.

Gelöst sei das Problem damit aber nicht. Die Stadt müsse handeln, fordert Stamm. „Es muss einfach tagsüber jemand da sein, der den See bewacht.“ Die Badeanlage sei den ganzen Sommer lang sich selbst überlassen. Sie nennt Österreich als Vorbild, da es dort strengere Regelungen gebe und auch Eintritt für den Besuch der Seen verlangt werde. Dadurch seien die Badestellen sauberer.

Verschmutzung am Badesee: Saugroboter als Lösung?

Um den Verschmutzungen entgegenzuwirken, könnten auch automatisierte Saug­roboter die Lösung sein. Für deren Einsatz plädiert Leopold Arning (CSU) seit vergangenem Sommer. Bisher jedoch ohne Erfolg. Obwohl immer mehr Bürgeranliegen diesbezüglich bei der Stadt eingingen, „sträubt sie sich weiterhin dagegen“, klagt Arning auf Hallo-Anfrage. Seine Prognose ist allerdings, dass sich das in „hoffentlich naher Zukunft“ ändern werde. „Wenn nicht, spricht das nicht gerade für die Stadt München“, sagt er.

Leopold Arning
Leopold Arning © privat

Auch Angela Stamm ist von den Müllrobotern überzeugt. „Ich finde die Idee großartig. Es tut mir leid, dass die Idee von Herrn Arning auf so viel Ablehnung stößt.“ Diese Roboter könnten durchaus eine Lösung sein, meint sie.

Angela Stamm hat Hoffnung, dass sich die Situation am Lußsee bessert. „Wir können froh sein, dass wir diese Seen hier in München haben. Jeder will sie nutzen, aber dafür müssen wir sie auch pflegen. Die Natur ist unser Schatz und den sollten wir auch erhalten.“

Celina Nietzel

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