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Bis zu 110 Dezibel! Zug-Lärm am Gütergleis belastet Anwohner der Lerchenau immer noch

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Von: Benedikt Strobach

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Keine zehn Meter trennen Monika Barzens Garten in der Berberitzenstraße vom Gütergleis 5566. Der Lärm vorbeifahrender Züge macht es für sie teils unmöglich, sich draußen aufzuhalten.
Keine zehn Meter trennen Monika Barzens Garten in der Berberitzenstraße vom Gütergleis 5566. Der Lärm vorbeifahrender Züge macht es für sie teils unmöglich, sich draußen aufzuhalten. © best

Seit Jahren belastet der Lärm der Züge auf dem Gütergleis 5566 nahe der Lerchenau die Anwohner. Erneut fordern sie Lärmschutz von Stadt München und DB.

Lerchenau - 110 Dezibel hat Monika Barzen kürzlich in ihrem Garten gemessen. Sie ist Anwohnerin in der Berberitzenstraße. 40 Meter trennen ihr Haus vom Gütergleis 5566, auf dem täglich Züge fahren – und das seit Jahren deutlich hörbar.

Zug-Lärm bis 110 Dezibel am Gütergleis in der Lerchenau: Anwohnerin will Lärmschutz-Maßnahmen von Stadt München und DB

„Einzelne Güterwaggons knallen regelrecht über die Schienen“, sagt Barzen, die auch im Vorstand des „Aktionskreis contra Bahnlärm“ (AcB) ist. Seit Jahren stellen Vertreter des Vereins Anträge gegen die auf dem Gütergleis westlich der Lerchenau fahrenden Züge. Erste Erfolge konnten sie nun verzeichnen. „Mittlerweile ist der Lärm schon zurückgegangen“, sagt Barzen. „Aber es sind noch zehn bis 15 Prozent der Waggons, die zu laut sind.“ Bedeutet: Sie überschreiten die tagsüber erlaubten 67 Dezibel.

Zählungen des AcB ergeben 26 Züge pro Tag. Die Lerchenauerin will mit ihrem Antrag auf der diesjährigen Bürgerversammlung die Stadt in die Pflicht nehmen. „Sie soll die Bahn auffordern, die Lärmschutz-Vorschriften einzuhalten.“ Auch sollen Züge mit maximal 30 Stundenkilometern am Gleis fahren“, erklärt Barzen. Zudem würde es helfen, die Schienen zu schleifen. „Das Ziel ist, Schienenlärm nur soweit zuzulassen, dass dieser nicht unserer Gesundheit schadet“, sagt Barzen.

Dem Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) liegen zum Thema diverse Beschwerden von Bürgern vor, erklärt Sprecherin Gesine Beste auf Hallo-Anfrage. Daher habe man nun reagiert: „Obwohl das RKU über keine direkte, konkrete Handlungskompetenz verfügt, hat es aufgrund der Beschwerden an die DB appelliert, die Strecke 5566 in das Lärmsanierungsprogramm aufzunehmen.“

Zudem wurde das Eisenbahn-Bundesamt aufgefordert, im innerstädtischen Bereich verstärkt Lärmschutzmaßnahmen einzusetzen. Mit Erfolg: Derzeit finden schalltechnische Untersuchungen entlang des Gütergleises durch die Bahn statt, um geeignete Mittel festzulegen, erklärt Beste. Dies bestätigt auch ein Blick auf die Lärmsanierungskarte der DB.

Und die Bahn? Die versichert, dass die Klagen ernst genommen und geprüft werden.

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