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Gewalt an LGBTIQ+ nimmt in Bayern und München zu: So viele Fälle waren es im vergangenen Jahr

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Die Fälle von queerfeindlicher Gewalt in München steigen stark an. © dpa/Sven Hoppe

Die Fälle von Gewalt gegen die LGBTIQ+ Gemeinschaft sind in München und Bayern stark angestiegen - So viele Fälle waren es im vergangenen Jahr.

München - Tagtäglich kommt es in Bayern zu verbalen Anfeindungen und körperlicher Gewalt gegen die LGBTIQ+ Gemeinschaft, die Zahlen der Übergriffe auf die Personengruppe steigen seit Jahren - so auch in München.

Gegen queerfeindliche Gewalt: Fälle nehmen in Bayern und München zu - hohe Dunkelziffer

Dass dort Handlungsbedarf besteht, zeigt der neuste Jahresbericht der Fachstelle „Strong!“ gegen Diskriminierung und Gewalt an der LGBTIQ+ Gemeinschaft des Schulen Kommunikations- und Kulturzentrums München (kurz Sub). Für das vergangene Jahr 2021 erfasste die Fachstelle 165 Vorfälle: Sie reichen von Beleidigungen über Bedrohung und Tätlichkeiten, bis hin zu sexuellen Übergriffen.

Dabei erleben die meisten der Opfer die Öffentlichkeit als feindlich. 44 Prozent gaben „Straße und Öffentlichen Personennahverkehr“ als Tatort an. Aber auch in Unterkünften für Geflüchtete, Bars, Clubs und Restaurants, am Arbeitsplatz sowie an Universitäten oder in Schulen kam es zu Vorfällen, außerdem wurde auch das eigene Zuhause von einigen Betroffenen als Tatort der Anfeindungen angegeben.

2021 wurden nur 26 Anzeigen bei der Polizei gemeldet. Zwar würden sich heute mehr Leute trauen, solche Vorfälle zu melden, die Erfahrung zeige aber, dass es sich bei diesen Fällen nur um einen Bruchteil handeln kann und die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher sei. Die Gründe für die niedrige Quote sind unter anderem Unwissenheit darüber, dass eine Straftat vorlag, Angst vor weiterer Gewalt durch den oder die Täter, Angst vor Diskriminierung durch die Polizei und die Annahme, die Polizei würde ohnehin nichts unternehmen.

Gegen queerfeindliche Gewalt in München und Bayern: Kampagne soll aufklären und sensibilisieren

Eine neue Kampagne der Münchner Fachstelle macht nun auf das Thema aufmerksam und richtet sich an Betroffene queerfeindlicher Gewalt. Plakate sollen in Behörden, Schulen, Beratungsstellen, sozialen Einrichtungen, aber auch im Netz Betroffene erreichen und Nicht-Betroffene sensibilisieren.

Über ein bayernweites Hilfetelefon steht die Fachstelle Betroffenen außerdem beratend zur Seite.

Hilfe für Betroffene

Das SUB ist das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum Münchens. Seit 1986 setzt sich der Verein für die Belange schwuler, inzwischen auch bisexueller und queerer Männer* sowie von trans* Personen ein. Das schwul-queere Zentrum Münchens bietet psychosoziale Beratung, Programme zur sexuellen Gesundheit und beherbergt die LGBTIQ*-Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt Strong! Außerdem betreibt das Sub ein Café, in dem regelmäßig Kulturveranstaltungen stattfinden. Dort treffen sich zahlreiche Selbsthilfe- und Freizeitgruppen aus der Münchner Community.

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