Steckbrief

Kerem Schamberger ‒ Linke-Kandidat für die Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis München Süd

Kerem Schamberger tritt bei der Bundestagswahl als Kandidat für die Linke im Wahlkreis München Süd an.
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Kerem Schamberger tritt bei der Bundestagswahl als Kandidat für die Linke im Wahlkreis München Süd an.

Kerem Schamberger tritt im Wahlkreis 219 - München Süd - als Kandidat bei der Bundestagswahl 2021 für die Linke an. 

  • Kerem Schamberger
  • Alter: 35
  • Viertel (Wohnviertel nicht Stimmkreis): Westend
  • Beruf: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität
  • Familienstand: ledig

Nation der Unzufriedenen: Was muss die Bundespolitik Ihrer Meinung nach aus der Pandemie lernen?

Die Pandemie hat gezeigt, dass die jahrzehntelange Kürzungs- und Privatisierungspolitik im Gesundheitssektor katastrophal für die Corona-Bewältigung war und wir hin zu einem krisenfesten öffentlichen Gesundheitssystem umsteuern müssen, in das die Reichen mehr einzahlen als die Armen. Den KrankenpflegerInnen, LieferfahrerInnen und all den arbeitenden Menschen, die unsere Gesellschaft in dieser Krise am Laufen gehalten haben, darf nicht nur applaudiert werden, ihre Löhne müssen endlich steigen!

Generation Corona: Für Kinder und Jugendliche ist es jetzt wichtig, dass...

... ihnen der Leistungsdruck in der Corona-Pandemie von den Schultern genommen wird. Unser Schulsystem besteht vor allem aus Disziplinierung und Kategorisierung für den Arbeitsmarkt. Warum nutzen wir diese Krise nicht, um über ein alternatives Schulsystem nachzudenken, das sich von der formalen Notengebung löst und Kinder zu kreativen, kritischen Köpfen erzieht, für die nicht Konkurrenz, sondern Solidarität wichtig ist.

Welche Entscheidungen der Bundespolitik würden für besseres Klima und zukunftsfähigeren Verkehr in München sorgen?

Wir müssen weg vom Individualverkehr und hin zu einem kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr. Um das finanziell zu realisieren, könnte der Bund Finanzierungsanreize für die Kommunen zur Verfügung stellen und große deutsche Automobilkonzerne dazu verpflichten, ihre Produktion auf den Bedarf für einen solchen Nah-, Regional- und Fernverkehr umzustellen. Das ist ein unabdingbarer Teil des so dringend notwendigen sozial-ökologischen Umbaus.

Welcher Impuls Ihrerseits fließt in die Bundespolitik ein, damit Wohnen in Ballungsräumen wie München bezahlbar bleibt?

Wenn wir hohe Mieten wirklich effektiv bekämpfen wollen, braucht es einen bundesweiten Mietendeckel, der sofort greift. Gleichzeitig müssen wir verhindern, dass Immobilienkonzerne Tausende von Wohnungen besitzen, nur um damit Profit zu machen. Wer mehr als 3000 Wohnungen besitzt, gehört vergesellschaftet, so wie es die Berliner Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen!“ vormacht. Natürlich muss auch neu gebaut werden, aber sozial, ökologisch und in staatlicher und genossenschaftlicher Hand.

Für München ist es ein Mehrwert, wenn ich in den Bundestag gewählt werde, weil ...

Wenn wir eine fortschrittliche Veränderung in diesem Land haben wollen, dann geht das nur zusammen. Nur wenn wir gemeinsam in Initiativen zum Wohnen, zur Bewältigung der Klimakrise, zu einer grundsätzlichen Schulreform etc. aktiv werden und Druck von unten aufbauen, wird sich in diesem Land auch etwas ändern. Das ist ein mühsamer Weg, aber es wird nicht anders gehen. Deshalb: Lasst uns gemeinsam in dieser Stadt in den diversen sozialen Bewegungen aktiv werden!

Was werden Sie an München vermissen, bzw worauf freuen Sie sich in Berlin?

In Berlin freue ich mich darauf, die tagtägliche Korruption der CDU/CSU-Abgeordneten aufzudecken. Stichworte dazu allein aus dem Jahr 2021: Masken, Aserbaidschan, Lobbyismus. Wer vergessen hat, dass Bestechung und Vorteilsnahme ein zentrales Element der Unionsparteien ist, dem sei die „Anstalt“ im ZDF vom 4. Mai 2021 empfohlen. Sie sind unwählbar.

Und München? Ich werde mit meiner Stadt immer verbunden sein, weil ich hier seit 35 Jahren zutiefst verwurzelt bin.

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