Zurück in den Hörsaal?

Studieren in Corona-Zeiten: So starten LMU und TUM ins neue Semester

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Können Selbsttests wieder Präsenzveranstaltungen im Hörsaal ermöglichen?

Ein Test vor jeder Vorlesung - das ist der Plan der TUM, damit im Sommersemester wieder mehr Präsenzveranstaltungen möglich werden. Was die Studierenden und die LMU davon halten...

  • TUM-Präsident Thomas Hofmann will im Sommersemester wieder vermehrt Präsenzveranstaltungen anbieten
  • Studenten sollen vor jeder Vorlesung einen Selbsttest durchführen
  • LMU sieht Pläne kritisch

Das halbe Studium ist bereits um, den Campus haben sie noch nie gesehen: So geht es so manchen Studenten – im dritten Semestern findet Universität hauptsächlich online statt. Im jetzt startenden Sommersemester könnte sich das ändern – durch Selbsttests.

„Zu einem erfolgreichen akademischen Studium gehört auch der intensive Austausch mit Dozenten, Kommilitonen sowie praktische Übungen, Tutorien und Exkursionen. In diesen Fällen, wo die digitalen Lehrmöglichkeiten an ihre Grenzen stoßen, möchten wir wieder verstärkt Präsenzveranstaltungen in einer Dichte anbieten, die nur mit einem negativen Testergebnis besucht werden können“, erklärt der Präsident der Technischen Universität München (TUM), Thomas Hofmann (kl. Foto). Ebenso könnten Prüfungen wieder verstärkt vor Ort stattfinden. Aber: „Die finanzielle Bürde darf nicht auf den Schultern der Studierenden lasten“, warnt Hofmann. Das Wissenschaftsministerium hat der TU-Präsident bereits mit seinem Vorschlag kontaktiert.

Mehr Austausch, aber nicht auf Kosen der Gesundheit

Die Vorsitzende des Fachschaftenrates der TUM, Sandra Paßreiter, sieht den Vorstoß kritisch: „Viele Studierende wünschen sich wieder mehr Möglichkeiten zum Austausch mit ihren Kommilitonen. Dieser darf aber nicht zulasten ihrer Gesundheit gehen.“ Sie fordert zuerst ein detailliertes Konzept für die Testungen. Wichtiger sei es derzeit, dass den Studierenden eine Nutzung von Einzelplätzen in den Bibliotheken oder Computerräumen ermöglicht werde.

Die digitale Lehre bleibe aber in jedem Fall Teil des Uni-Alltags – auch nach Corona, wie der TU-Präsident ankündigt. Im Großen und Ganzen funktioniert das Online-Lernen gut, so Studierendenvertreterin Paßreiter. „Die Vermittlung von Wissen in Lehrveranstaltungen konnte vielfach gut geleistet werden. Allerdings gehört zu einem Studienalltag auch der soziale Austausch und der Aufbau von Kontakten zu Mitstudierenden.“

TU-Präsident Thomas Hofmann fordert eine Teststrategie, damit die Studierenden wieder in die Hörsäle zurückkehren können.

„Viele Unwägbarkeiten“ - LMU-Präsident sieht Selbsttest kritisch

Der Vizepräsident der Ludwig-Maximilians-Universität, Oliver Jahraus, ist ebenfalls skeptisch, was die Selbsttests betrifft: „Es gibt viele Unwägbarkeiten, zum Beispiel wie sicher die Tests und die Umsetzung sind oder woher die Tests kommen sollen.“ Zudem müssten für eine Teststrategie die gesetzlichen Grundlagen geändert werden, denn derzeit ist Präsenzbetrieb an den Universitäten verboten. Jahraus ist skeptisch, ob dies so schnell möglich ist.

Aber auch er sagt: „Es ist derzeit nicht unsere Idee von Universität. Wir wollen im Austausch miteinander lernen.“ Wissenschaftliche Diskussionen litten, aber auch informelle Gesprächsmöglichkeiten fielen weg. „Wenn ein Studierender etwas nicht verstanden hat, kann er sich nicht einfach zum Sitznachbarn drehen und nachfragen.“ Jahraus hofft, dass durch die Impfungen im Wintersemester wieder eine Lehre vor Ort möglich ist.

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