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Baumfällungen in Aubinger Lohe sorgen für Unmut - die Gründe

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Die Baumfällungen und die Gassen für die schweren Maschinen in der Aubinger Lohe sorgen für Unmut.
Die Baumfällungen in der Aubinger Lohe sorgen für Unmut. © Andreas Schwarzbauer

Baumfällungen in der Aubinger Lohe sorgen für Unmut bei Bürgern. Die Staatsforsten erklären ihre Gründe ...

Lochhausen ‒ Große Schneisen ziehen sich derzeit wieder durch die Aubinger Lohe. Die Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten sind mit ihren Fahrzeugen dort in den Wald gefahren, um Bäume zu fällen und abzutransportieren. Für Claudia Gardiner ist das ein Unding. „Seit Jahren findet in der Aubinger Lohe ein Kahlschlag sondergleichen statt“, kritisiert die Lochhausenerin.

Immer wieder würden Bäume gefällt – teilweise auch sehr große Exemplare. „Man kann doch in Zeiten des Klimawandels nicht einfach so große Stämme wegmachen“, meint Gardiner, die täglich im Wald spazieren geht. Es dauere Jahrzehnte, bis die nachwachsenden Bäume wieder so hoch seien. Zudem würde dadurch der Unterschlupf vieler Tiere zerstört. Den Staatsforsten wirft sie vor, nur ihren Profit durch den Holzverkauf maximieren zu wollen.

Kahlschlag in Aubinger Lohe: Fällungen zur Wald-Sicherheit

Dem widerspricht der Betriebsleiter der Staatsforsten in München, Wilhelm Seerieder. Es gehe vor allem um die Pflege und Sicherheit im Wald. „Die sehr dicht stehenden Bäume sind im Wettstreit um Licht in die Höhe gewachsen. Dadurch stellt sich ein unausgewogenes Verhältnis von Höhe zu Durchmesser ein.“ Deshalb könnten sie bei Stürmen oder schwerem Schnee leichter umknicken.

Die schweren Maschinen hinterlassen deutliche Spuren in der Aubinger Lohe.
Die schweren Maschinen hinterlassen deutliche Spuren in der Aubinger Lohe. © Andreas Schwarzbauer

Darum könnten in Zukunft noch mehr Bäume fallen...

Zudem wollen die Staatsforsten sogenannte „Zukunftsbäume“ stärken, die sie entsprechend markieren. Diese zeichneten sich durch eine besonders hohe Stabilität, Vitalität und Qualität aus. Bäume, die sie am stärksten bedrängten, würden entnommen. Um möglichst bodenschonend zu arbeiten, legten die Waldarbeiter Rückegassen an. Nur auf diesen dürften sich die schweren Maschinen bewegen. Gardiner reicht das nicht. Sie fordert, den Wald „in Ruhe zu lassen“ und als „kleinen Nationalpark“ auszuweisen.

Punkt am Stamm

Die Staatsforsten markieren „Zukunftsbäume“, die erhalten bleiben sollen, mit einem roten Punkt und „Bedränger“, die weichen müssen, mit einem pinken Strich. Bäume mit Wellenlinie sind naturschutzfachlich bedeutend. Zwei Striche zeigen eine Rückegasse an. 

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