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Unterkunft im Pfarrheim: Lochhauser Kirchengemeinde öffnet Türen für geflüchtete Familie

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Gabriele Beck vom Pfarrgemeinderat (links) und Dolmetscherin Svitlana Voloshyn (rechts) freuen sich, dass sie Valentyna Nadzuga und ihrer Familie helfen können.
Gabriele Beck vom Pfarrgemeinderat (links) und Dolmetscherin Svitlana Voloshyn (rechts) freuen sich, dass sie Valentyna Nadzuga und ihrer Familie helfen können. © Andreas Schwarzbauer

Die Kirchengemeinde St. Michael hat in ihrem Pfarrheim in Lochhausen Räume für Geflüchtete eingerichtet. Jetzt bewohnt eine ukrainische Familie eins der Zimmer.

Lochhausen - Die Lochhausener Kirchengemeinde St. Michael beherbergt derzeit eine ukrainische Flüchtlingsfamilie in ihrem Pfarrheim. Valentyna Nadzuga (72) wohnt mit Tochter Jaroslava Vdovychenko (42) und Enkelin Emma (4) in einem Zimmer, das eigentlich eine Kinderspielgruppe nutzt.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Unterkunft für geflüchtete Familie aus der Ukraine: Kirchengemeinde St. Michael räumt Pfarrheim

Mehr als 50 freiwillige Helfer aus der Pfarrgemeinde haben diesen und einen weiteren Raum leergeräumt, Betten organisiert und Essensvorräte sowie Hygieneartikel gekauft. Die Kegelbahn im Pfarrheim wurde zum Aufenthaltsraum umfunktioniert und mit Süßigkeiten sowie Blumen dekoriert. Außerdem entstanden zwei Spiel­ecken für Kinder. In der Herrentoilette wurde eine Waschmaschine angeschlossen.

Nun wollen die Ehrenamtlichen für die Geflüchteten noch eine mobile Dusche im Keller des Pfarrhauses aufstellen, denn derzeit können sie nur bei den Familien in der Umgebung duschen. „Sie sind damit aber sehr zurückhaltend, weil sie niemandem zur Last fallen wollen“, sagt die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Gabriele Beck. Als Dolmetscherin fungiert Svitlana Voloshyn. Die Ukrainerin lebt schon seit zehn Jahren in München und wohnt in der Nachbarschaft.

Dass die Kirchengemeinde ihr Pfarrheim für ukrainische Geflüchtete öffnet, war für Beck eine Selbstverständlichkeit. „Jeder war vom Ausbruch des Kriegs geschockt und wollte irgendwie helfen“, berichtet sie.

Kirchengemeinde St. Michael hilft: Ukrainische Familie bewohnt Pfarrheim in Lochhausen

Nazuga ist von dem Engagement überwältigt. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass alle so hilfsbereit sind. Für uns war nur wichtig, dass wir in Sicherheit sind. Das ist viel mehr als ich erwartet hätte.“ Dennoch ist die Situation für sie, Jaroslava und Emma nicht leicht. Sie sind am 5. März aus Brovary, einer Großstadt in der Nähe von Kiew, geflohen. Vier oder fünf Tage waren sie mit dem Bus und dem Zug unterwegs, ehe sie München erreichten.

Dabei musste Nadzuga ihre älteste Tochter zurücklassen. Diese wollte bei ihrem 20-jährigen Sohn bleiben, der als Mann nicht ausreisen durfte. Auch Nadzugas Schwiegersohn ist noch in der Ukraine. Täglich telefonieren sie mit den dreien und verfolgen bang die Nachrichten. Sie hoffen, dass sie bald nach Hause zurückkehren können. „Wir wollen alles wieder aufbauen“, sagt Nadzuga. Und dann will sie alle Lochhausener Helfer in die Ukraine einladen.

Für einige Tage war eine weitere ukrainische Mutter mit vier Kindern im Lochhausener Pfarrheim untergebracht. Doch sie wurden bald darauf von einer Familie aus Ismaning aufgenommen. Beck und ihre Mitstreiter suchen nun eine passende Familie für das zweite Zimmer.

FOS/BOS als Notunterkunft

Die Fachober- und die Berufsschule (FOS/BOS) am Langwieder S-Bahnhof werden derzeit als Notunterkunft für 150 Geflüchtete aus der Ukraine genutzt. In der Turnhalle und der Aula sind vorübergehend Feldbetten aufgebaut. Ein Klassenzimmer wird für die Verwaltung genutzt. Der reine Unterrichtsbetrieb sei laut Schulleitung nicht beeinträchtigt.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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