Long-Covid im jungen Alter

München bekommt Bayerns erste Spezial-Ambulanz für betroffene Kinder und Jugendliche

Ein Arzt untersucht in einer Kinderklinik ein Kind.
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Die LMU und die TUM gründen gemeinsam eine Spezial-Ambulanz für Kinder, die von Long Covid betroffen sind (Symbolbild).

Die Kinderkliniken der Technischen Universität München (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) errichten im Rahmen der neu etablierten Munich Child Health Alliance (Munich CHANCE) gemeinsam die bayernweit erste Spezial-Ambulanz für Kinder und Jugendliche, die an „Long-COVID“ leiden. 

Bei Kindern verlaufen Infektionen mit SRAS-CoV-2 meist mild. Immer der jungen Patienten leiden jedoch an Spätfolgen. Symptome können chronische Erschöpfung, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Kreislaufprobleme, Schlafstörungen und Aufmerksamsdefizite sein.

Die Symptome können dabei auch erste Monate nach der Erkrankung auftreten. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Long-COVID-Fälle bei jungen Menschen möglicherweise zunehmen werden“, prognostiziert Professor Dr. Johannes Hübner, Leiter der Pädiatrischen Infektiologie im Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU in München. „Es gibt einen dringlichen Handlungsbedarf, einerseits für die betroffenen Patienten eine kompetente interdisziplinäre Betreuung zu schaffen, andererseits die vielfältigen Dimensionen dieser neuen Erkrankung zu studieren.“ 

Klinik für junge Long-Covid Patienten: LMU und TUM vereinigen sich

Deswegen tun sich nun das Dr. von Haunersche Kinderspital der LMU und das MRI Chronische Fatigue Centrum für junge Menschen (MCFC) der TUM zusammen und kombinieren das Wissen von hochkarätigen Experten. „Die beiden Kinderkliniken in München sind zusammen sehr gut aufgestellt, um Kinder und Jugendliche mit Long-COVID exzellent zu betreuen und darüber hinaus die Ursachen und Wirkmechanismen dieser neuartigen Erkrankung aufzuklären“, betont Professorin Dr. Uta Behrends, Leiterin des MCFC der TUM. Die Krankheit soll nun im weiteren Verlauf interdisziplinär untersucht werden, um mögliche Behandlungsmethoden zu erkennen.

Die Care-for-Rare Foundation für Kinder mit seltenen Erkrankungen sammelt Spendengelder zur kurzfristigen Anschubfinanzierung dieser neuen Spezial-Ambulanz. Mit den Geldern werden anteilige Kosten für spezialisiertes Personal in den medizinischen Fachdisziplinen sowie die Grundlagen der wissenschaftlichen Untersuchungen an beiden Universitäten gedeckt. Eine langfristige Finanzierung durch öffentliche Geldgeber wird angestrebt.

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