Zukunftsmusik oder bald Realität?

Bekommt München eine Magnetschwebebahn? MVV kann sich Transport System Bögl (TSB) in Korridoren vorstellen

Das Transport System Bögl (TBS) auf der bayerischen Teststrecke.
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Das Transport System Bögl (TBS) auf der bayerischen Teststrecke.

Das Transport System Bögl (TSB) ist eine Magnetschwebebahn und soll laut einer Studie für vier Korridore im MVV-Raum sinnvoll sein. Bekommt der ÖPNV in München bald Zuwachs?

  • München und der MVV prüfen Magnetschwebebahn für ÖPNV.
  • Einer Studie nach soll das Transport System Bögl (TSB) für vier Münchner Korridore sinnvoll sein.
  • Schwebt die Landeshauptstadt bald in die Zukunft?

Gemeinsam mit der Landeshauptstadt, mehreren MVV-Verbundlandkreisen sowie der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) begleitete der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) eine Verkehrsstudie, ob in München eine Magnetschwebebahn sinnvoll ist - das Transport Systems Bögl (TSB).

Für Korridore im Münchner Süden, Osten und Norden sowie zwischen Dachau und München im Nordwesten, geht die Studie von einem volkswirtschaftlichen Nutzen aus. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am Dienstag im Verkehrsausschuss des Landkreises München vorgestellt.

Transport System Bögl (TSB) - Eine Magnetschwebebahn für München und den MVV-Raum

Mit dem TSB hat die Firmengruppe Max Bögl eine Magnetschwebebahn als Gesamtsystemlösung für den Einsatz im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) entwickelt. In den vergangenen zehn Jahren wurden dazu die Fahrzeuge, die Infrastruktur sowie die Betriebsleittechnik zur Serienreife entwickelt.

Verschiedene Gremien und Delegationen aus dem MVV-Raum besuchten bereits den Stammsitz des Unternehmens im oberpfälzischen Sengenthal und ließen sich das System vorstellen.

Ziel der Verkehrsstudie war eine erste grobe Abschätzung des TSB. Ein beauftragtes Schweitzer Ingenieurbüro sollte prüfen, ob dieses neue Verkehrssystem für den Raum München erfolgversprechend sein könnte.

Dabei wurden auch erste Nutzen-Kosten-Rechnungen für verschiedene Trassen erstellt, die Hinweise auf eine mögliche staatliche Förderung aufzeigen sollten.

Magnetschwebebahn in München - Mögliche Korridore im MVV-Raum

Konkret wurde für vier verschiedene Korridore im MVV-Raum untersucht, auf welchen Strecken beziehungsweise in welchem Umfeld die Magnetschwebebahn einen verkehrlichen Nutzen und eine Wirtschaftlichkeit erzielen könnte.

Die erste Verkehrswertabschätzung zeigt Anhaltspunkte dafür, dass das Transport System Bögl den ÖPNV in diesen Korridoren sinnvoll verstärken könnte:

  • „Nord U2/U3“ (Dachau – Karlsfeld – München)
  • „Nord U6“ (Garching – Hochbrück – Unterschleißheim)
  • „Süd U5“ (Taufkirchen/Ottobrunn – Neubiberg – München)
  • „Ost U2“ (Nordosttangente)

Das Transport System Bögl könnte der Abschätzung zu Folge einen großen Anteil an Umsteigern vom Pkw auf den öffentlichen Nahverkehr erzielen, wenn es neue Gebiete erschließt und als ÖPNV-Hauptverkehrsmittel fungiert.

Für eine finale Einschätzung bedarf es aber noch weiterer vertiefender Untersuchungen.

Transport System Bögl: Magnetschwebebahn neben U-Bahn, Bus und Tram als Erweiterung für den ÖPNV?

Das TSB ist ein neues, bislang nur auf einer Demonstrationsstrecke in China und einer Erprobungsstrecke in Bayern getestetes ÖPNV-System. Im Sommer 2020 bestätigte das Eisenbahnbundesamt (EBA) die Zulassungsfähigkeit für wesentliche Teile des Fahrzeugs und des Fahrwegs.

In einem nächsten Schritt wäre nun ein Vergleich mit den klassischen Transportsystemen wie Tram, U-Bahn und gegebenenfalls Seilbahn sinnvoll, um die beste Erschließungsvariante für die favorisierten Korridore zu finden.

Dies könnte im Einzelfall auch eine Kombination verschiedener Verkehrssysteme bedeuten. Ein genereller Vergleich des TSB zu konventionellen ÖPNV-Systemen wird derzeit in einer Machbarkeitsstudie des Bundesverkehrsministeriums vorgenommen und am Anwendungsbeispiel des Flughafens München näher betrachtet.

Erste Erkenntnisse sollen im Frühjahr 2021 vorliegen und können in weitere Betrachtungen der Korridore einfließen.

„Das TSB ist ein grundsätzlich interessantes neues Verkehrssystem, die aktuell vorliegende Untersuchung bescheinigt eine grobe Machbarkeit“, so MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch. „Weitere entscheidende Themen wie die städtebauliche Integration des Systems, die Flächenverfügbarkeit oder auch Umsteigezeiten und Kosten müssen in einem nächsten Schritt noch vertieft untersucht werden.“

Der Mobilitätsreferent der Landeshauptstadt München, Georg Dunkel, hält das TSB für ein sinnvolles Instrument zur weiteren Umsetzung der Verkehrswende: „Insbesondere im Außenbereich kann ich mir das TSB als Ergänzung zu Tram, U-Bahn oder S-Bahn sehr gut vorstellen. Gerade im Korridor von Dachau in den Münchner Norden brauchen wir dringend ein zusätzliches Angebot im öffentlichen Verkehr, und hier könnte das TSB seine Stärken ausspielen. Allerdings sind noch eine Reihe von Fragen zu beantworten, vor allem was die Verknüpfung mit dem bestehenden Netz betrifft.“

MVV/jh

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