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Immer mehr Gräber stehen leer: In welchen Münchner Friedhöfen es zu Änderungen kommt

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Von: Marie-Julie Hlawica, Marco Litzlbauer

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Im Westfriedhof sollen bestehende Angebote an Grabarten modernisiert werden.
Im Westfriedhof sollen bestehende Angebote an Grabarten modernisiert werden. © dpa/Hoppe

Immer weniger Münchner lassen sich auch hier beerdigen. Das zeigt die aktuelle Gräber­-Bedarfsprognose. Die Zahlen – und für welche Friedhöfe nun konkrete Änderungen geplant sind.

Hallo München ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.
Hallo München ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. © Hallo München

München - Gestorben wird immer, aber immer weniger Münchner lassen sich auch in ihrer Heimatstadt beerdigen. Zehn Prozent Rückgang verzeichnen die Städtischen Friedhöfe München (SFM) auf den Grabfeldern in den vergangenen zehn Jahren.

Da auch die Gräber-Bedarfsprognose der Stadt keine Trendumkehr erwarten lässt, stehen für einige Friedhöfe Änderungen an.

Ließen sich noch im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends mehr Menschen in München beerdigen als hier verstarben – also auch Menschen von außerhalb, sind es aktuell nur noch 90 Prozent. Die Folge: In den vergangenen zehn Jahren überstieg die Zahl der Gräber-Rückgaben die der Neuvergaben acht von zehn Mal.

Unterm Strich wurden zwischen 2011 und 2020 genau 9965 Grabstellen mehr zurückgegeben als neu vergeben. Ausnahmen bilden hier nur der Neue Südfriedhof (+8,87 Prozent belegte Grabstellen), die Friedhöfe in Riem (+10,21 Prozent), Feldmoching (+1,4 Prozent), Obermenzing (+4,65 Prozent), Untermenzing (+1,58 Prozent) sowie der Waldfriedhof Solln (+2,44 Prozent).

Stadtrat entscheidet am Donnerstag

Für eine Zunahme leerer Grabstellen ist auch ein geändertes Nutzerverhalten verantwortlich. Wählten im Jahr 2000 noch 53,5 Prozent eine Erdbestattung, waren es 2020 nur noch 32,4 Prozent. Der Trend geht eindeutig zur Feuerbestattung.

Mit Blick aufs Jahr 2035 rechnet die Bedarfsprognose trotz großer Neubaugebiete nur mit einem Plus von 6800 auf dann 191 800 belegte Grabstellen. 64 000 Gräber stünden auch dann noch leer. Der Stadtrat soll darauf nun in seiner Sitzung am Donnerstag, 25. November, mit einem entsprechenden Beschlusspaket reagieren.

Die SFM wollen das bestehende Angebot an Grabarten im großen Stil modernisieren. Mit der Stadt diskutiere die SFM deshalb über zunehmend gefragte Grabarten, wie „unter Bäumen oder pflegefreie Gräber an Mosaikgärten wie etwa im Westfriedhof oder eine Urnengemeinschaftsanlage im Neuen Südfriedhof.“ Dazu sollen „in Kürze auch pflegefreie Sarggräber zur Verfügung gestellt“ werden.

20-jährige Residenzpflicht soll auf zwei Friedhöfe fallen

Die größte Änderung steht wohl in Aubing an. Da das Neubaugebiet Freiham uneingeschränkt zum Bestattungsbezirk gehöre, solle dieser entsprechend in Aubing/Freiham umbenannt werden. Da sich hier dennoch eine Zunahme des „Gräber-Vorrats“ auf 570 im Jahr 2035 abzeichne, soll die Vergabebeschränkung „20 Jahre Hauptwohnsitz im Bestattungsbezirk“ aufgehoben werden.

Stattdessen wäre es für eine Beerdigung auf dem Aubinger Friedhof dann nur noch notwendig, zum Todeszeitpunkt seinen „Hauptwohnsitz im Bestattungsbezirk“ gehabt zu haben. Letzteres soll auch für den Perlacher Friedhof gelten.

Weitere Forderungen der Beschlussvorlage: Gräber-Felder mit einer Auslastung von unter 70 Prozent sollen für die Neuvergabe von Grabnutzungsrechten gesperrt werden. Außerdem werden bis auf weiteres keine Friedhofserweiterungen mehr vorgenommen. Erweiterungsflächen sollen aber auch künftig vorgehalten werden.

Muslimische Gräber

In einigen Münchner Friedhöfen wurden spezielle Gräberfelder für Muslime errichtet, im Neuen Südfriedhof befinden sich überdies noch Felder für Jesiden und Angehörige der serbisch-orthodoxen Kirche.

Auch wenn muslimische Gräber aufgrund der speziellen Ausrichtung gen Mekka genau wie die seit Kurzem erlaubten sarglosen Bestattungen – aus logistischen Gründen – mehr Fläche pro neu auszuweisendem Grab benötigen, erwarten die Städtischen Friedhöfe München unterm Strich dadurch keine Verringerung der freiwerdenden Fläche.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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