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Wohnungssuche in München - keine Chance für Studenten?

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Studentin Miriam Liesting ist mittlerweile in einem günstigen Studentenwohnheim untergekommen.
Studentin Miriam Liesting ist mittlerweile in einem günstigen Studentenwohnheim untergekommen. © privat

Auch für Studierende ist die Lage am Wohnungsmarkt in München schwierig: bis zu sechs Semester lang stehen sie auf Wartelisten, bis sie in eine Wohnung finden.

München - Studentin Miriam Liesting ist „angekommen“ – endlich. Nach mehreren Umzügen innerhalb des Stadtgebiets wohnt sie heute in einer 1-Zimmer-Wohnung in einem Studentenwohnheim in der Maxvorstadt. Sie ist darüber mehr als froh: „Ich zahle hier die Hälfte dessen, was ich zuvor am privaten Wohnungsmarkt zahlen musste.“

Mietmarkt München: die Plätze in den Wohnanlagen des Studentenwerks sind begehrt

Kein Einzelfall am überhitzten Münchner Mietmarkt. Deshalb sind die Wohnanlagen des Studentenwerks begehrt und die Wartelisten lang. Längst nicht jeder Student findet dort – oder überhaupt – zum Semesterbeginn eine Bleibe.

Die durchschnittliche Bruttowarmmiete für einen Wohnplatz des Studentenwerks liegt derzeit bei für München günstigen 302 Euro. Die Folge: „Aktuell stehen 14 035 Studierende auf den Wartelisten für München“, erklärt Ingo Wachendorfer, Pressesprecher des Studentenwerks München. Aber: Die Warteliste sage nicht zwingend etwas aus über die Zahl der Studierenden, die sich tatsächlich momentan auf Wohnungssuche befinden.

Ingo Wachendorfer, Pressesprecher des Studentenwerks München
Ingo Wachendorfer, Pressesprecher des Studentenwerks München © SiT

Lange Wartelisten beim Studentenwerk München

Die Erfahrung zeige, dass die Studierenden, die schon länger auf der Warteliste stehen, also vordere Plätze belegen, Wohnangebote des Studentenwerks München häufig ablehnen, weil sie zwischenzeitlich eine Bleibe gefunden haben. „Dadurch rücken aktuelle Antragsteller nach und bekommen eher eine Chance, als es die reine Zahl der Bewerber vermuten lässt.“ Dennoch sprechen die Wartezeiten für sich: Ein bis vier Semester seien die Regel, bis zu sechs Semester seien schon vorgekommen.

Teures Wohnen in München auch für Studenten

Miriam Liesting stand seit einem Jahr auf der Warteliste, als sie vom Studentenwerk ein Angebot bekommen hat. Überbrückt hat sie das Jahr auf dem privaten Wohnmarkt in einer kleinen Wohnung in Schwabing, für die sie 600 Euro zahlen musste und trotzdem kein eigenes Bad hatte. „Ich war damals froh, überhaupt etwas gefunden zu haben, aber ich konnte zusehen, wie mein Erspartes wegschmolz“, erinnert sich die Studentin.

„Viele Wohnungssuchende machen die Erfahrung, dass selbst ein einfaches WG-Zimmer in München kaum unter 500 Euro zu finden ist“, weiß Liesting.

Studentenwerk: auch Münchner Umgebung für Wohnung in Betracht ziehen

Ingo Wachendorfer rät Studierenden, sich auf der Website des Studentenwerks zu informieren, sobald klar ist, dass ein Studium in München oder Umgebung angestrebt wird. „Studierende können sich online auf bis zu drei Wohnanlagen bewerben. Zu empfehlen ist, sich auf solche zu bewerben, die etwas außerhalb liegen. Dort sind der Andrang und die Wartezeit geringer.“

Das Studentenwerk treibt den Bau von Wohnplätzen stetig voran. Über 2000 neue Wohnplätze in verschiedenen Wohnheimen sind bereits geplant, im Bau oder in den nächsten Jahren bezugsfertig. „Allerdings kann das Studentenwerk alleine nicht den Wohnraum für 136 000 Studierende bereitstellen“, betont Wachendorfer. Hier sind die Kommunen, der Freistaat und die Bundesregierung gefordert, entsprechend ausreichend Grundstücke und finanzielle Förderungen bereitzustellen.“

So kommt man an die Studentenwohnungen

Das Studentenwerk München betreibt 31 Wohnanlagen mit 11 000 Zimmern, davon 9000 in München. Bewerben kann man sich jeweils ab 15. Mai für das Winter- und ab 15. November für das Sommersemester. Wegen der langen Wartezeit wird eine frühzeitige Anmeldung unter www.studentenwerk-muenchen.de/wohnen empfohlen.

Berechtigt sind nur Studierende, die an einer der 15 betreuten Hochschulen immatrikuliert sein werden und deren monatliches Einkommen den aktuellen Bafög-Höchstsatz nicht übersteigt. Außerdem dürfen die Eltern nicht im MVV-Gebiet wohnen. Beim Jugend- und Informationszentrum unter www.jiz-muenchen.de/de/materialien/wohnen-in-muenchen/ gibt es weitere Adressen für die Wohnraumsuche.

Gabriele Uelses

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