Gegen Immobilien-Spekulanten

Zeichen setzen bei Radl-Demo: Verein kämpft für Mieten-Stopp in München

Tilman Schaich vom Verein „Ausspekuliert“.
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Tilman Schaich vom Verein „Ausspekuliert“.

Die Mietpreise in München steigen immer weiter. Wer kann sich das noch leisten, frägt sich der Verein „Ausspekuliert“. Sie wollen zum Protest gegen Immobilien-Spekulanten aufrufen.

  • Die Preise auf dem Mietmarkt in München steigen.
  • Bei einer Radl-Demo sollen die Münchner ein Zeichen setzten.
  • Der Verein „Ausspekuliert“ fordert einen Mietenstopp.

München - Ein Blick in die Mietinserate genügt: 3500 Euro Kaltmiete für eine Altbauwohnung in Schwabing, 990 Euro für ein Mini-Appartement in Pasing – „ganz normale“ Preise auf dem Münchner Mietmarkt. „Wer kann das zahlen?“, fragt Tilman Schaich vom Verein „Ausspekuliert“.

Denn den Preisen sei keine Grenze gesetzt, Immobilienspekulanten treiben in der Landeshauptstadt die Mietkosten weiter in die Höhe. Er fordert: „Ein Mietenstopp muss her!“ Und er ruft am bundesweiten Aktionstag zum Protest auf. Bei einer Radldemo am Samstag, 19. Juni, sollen die Münchner ein Zeichen setzen.

Seit das Bundesverfassungsgericht Ende März den Berliner Mietendeckel gekippt hat, sei es laut Schaich umso dringlicher: „Es ist der Aufgabe des Bundes und der neuen Regierung, Mietpreise endlich gesetzlich zu regeln und zu regulieren.“

Mit einer XXL-Papphand und unter dem Motto „Hände hoch für den Mietenstopp“ will Schaich die Münchner mobilisieren, dem Miet-Wahnsinn auch in der Landeshauptstadt Einhalt zu gebieten. Die Anleitung zum Selberbasteln stellt der Verein auf seiner Homepage bereit.

Radl-Demo in München - Verein kämpft für Mieten-Stopp

Der erst im Juni erschienene Mietenspiegel für München zeigt Durchschnittspreise von zehn bis 17 Euro pro Quadratmeter Wohnraum. Doch das täuscht über die aktuelle Lage hinweg – gibt auch Sozialreferentin Dorothee Schiwy zu:

„Der Mietenspiegel und die Wohnungsbörsen basieren auf völlig anderen Datengrundlagen und sind daher nicht vergleichbar.“ Sie räumt ein, dass der Mietenspiegel „nicht den echten Mietendurchschnitt wiedergibt“.

„Es braucht eine tiefgreifende Reform“, sagt Tilmann Schaich, der die Preisspirale am eigenen Leib erlebt: Das Haus, in dem er seit zehn Jahren lebt, wurde mehrmals verkauft, saniert, die Miete jedes Mal angehoben – viele Wohnungen stehen deshalb leer. Für ihn gibt es nur einen Weg, dass München bezahlbar bleibt: „Bis der Bund ein gültiges Gesetz zur Preisdeckelung verabschiedet, müssen Mieten eingefroren werden.“

Darin sind sich Schiwy und Schaich einig: Spekulantentum müsse vom Bund verhindert werden, „damit sich die Menschen das Leben in der Stadt noch leisten können“.

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