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Mehr Austausch zwischen Medizinern und Patienten ‒ So wird das neue MS-Zentrum am Klinikum rechts der Isar

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Von: Katrin Hildebrand

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An dieser Stelle zwischen Troger- und Schneckenburgerstraße entsteht das MS-Zentrum.
An dieser Stelle zwischen Troger- und Schneckenburgerstraße entsteht das MS-Zentrum. © Katrin Hildebrand

Baustart für das neue Zentrum für Multiple Sklerose (MS) und Neurowissenschaften in München. Der Fokus soll dort auf Dialog und Früherkennung liegen.

Haidhausen ‒ Der Spatenstich ist gesetzt. Am Klinikum rechts der Isar, zwischen Troger- und Schneckenburgerstraße, entsteht ab sofort ein Neubau: 2025 soll das Zentrum für Multiple Sklerose (MS) und Neurowissenschaften fertig sein. Das Krankenhaus spricht von einer „einzigartigen Struktur“, die dort wachsen wird.

Baustart für neues Zentrum für Multiple Sklerose (MS) am Klinikum rechts der Isar in München

„Wir werden dann alles zum Thema MS unter einem Dach haben“, erklärt Professor Bernhard Hemmer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, gegenüber Hallo München. Dazu gehören die Behandlung der bislang unheilbaren Krankheit, die weitere Erforschung des Leidens sowie die engere Einbindung von Patienten.

Professor Bernhard Hemmer
Professor Bernhard Hemmer © MRI

So ist etwa auf Initiative von Betroffenen ein Programm entstanden, bei dem Erkrankte neu Diagnostizierten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. „Das erste Jahr nach der Diagnose ist für viele Menschen mit besonderen Ängsten und Unsicherheiten verbunden“, erklärt Hemmer die Bedeutung des Angebots.

Auch arbeiten einige Patienten derzeit gemeinsam an einem Buchprojekt zum Thema. „Wir wollen fortan einen Dialog führen“, erläutert der Professor das neue Vorgehen an der Klinik. „Die Hie­rarchie zwischen Arzt und Patient ist nicht mehr zeitgemäß.“

Dialog mit den Patienten und Forschung zur MS-Erkrankung

Das Gebäude soll diese neuen Strukturen architektonisch spiegeln. „Es gibt viel Glas und einen Innenhof mit Cafeteria, in dem sich die Menschen treffen können.“

Doch nicht nur Arzt und Patient können sich auf Augenhöhe begegnen. Auch die bisher auf diverse Standorte verteilte neurologische Forschung wird unter einem Dach vereint.

Diese soll laut Hemmer unter anderem folgende Fragen bearbeiten: „Wie kann ich das Risiko eines Menschen zu einer MS-Erkrankung früh erkennen? Wie kann ich Patienten früher diagnostizieren? Mit welchen Methoden kann ich eine Prognose über den Verlauf geben? Und wie können wir chronisch progrediente, also sich verschlimmernde Verläufe beeinflussen?“

An vielen dieser Aspekte forschen die Experten auch mithilfe von künstlicher Intelligenz.

In Deutschland leiden etwa 250 000 Menschen an MS. Das neue Münchner Zentrum bietet pro Jahr Platz für über 2000 Patienten.

Nerven-Sache

MS ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und beginnt meist im frühen Erwachsenenalter. Krankheitssymptome entstehen durch Schädigung der Nervenisolierschicht sowie dem Abbau von Nervenfasern und -zellen. MS ist nicht heilbar, der Verlauf der Erkrankung lässt sich jedoch mit Medikamenten verlangsamen und abschwächen. 

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