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Münchner gründen neues Nachbarschafts-Netzwerk für Obersendling

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Von: Theresa Reich

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unnar Brink, Gaby Hamm-Brink und Albert Küng am Sugar Mountain
Von li. nach re.: Gunnar Brink, Gaby Hamm-Brink und Albert Küng wollen ihr Viertel und die Menschen, die darin leben, besser kennenlernen. Ihre Idee: Nachbarschaftsfeste in Obersendling wie in der Innenstadt. © tr

Lieferservice und Hotels statt Kneipen und Bars. Fehlende Treffpunkte in Obersendling lässt Münchner kreativ werden: Initiative soll Viertel verbinden

Obersendling - Der „Böller“ sei Obersendling auf den ersten Blick nicht. „Aber unser neues Quartier zwischen Boschetsrieder- und Kistlerhoferstraße hat viel Potenzial, viel Internationalität, viele junge Familien“, betont Gunnar Brink. Der Physiker will eine neue Nachbarschaftsinitiative gründen und hat dafür in der jüngsten Sitzung des BA 19 um Unterstützung gebeten.

„Wir wollen das Quartier zusammenbringen. Es soll nicht mehr so anonym sein wie jetzt. Wir brauchen Image-Werbung für Obersendling“, sagt Brink auf Hallo-Nachfrage. Man dürfe nicht warten, bis die Politik mehr Lebensqualität schaffe. Der Impuls müsse auch von den Bürgern kommen.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Restaurants und Kneipen wie in der Innenstadt fehlen in Obersendling. Mit Nachbarn in Kontakt zu treten fehle bisher schwer

Brink und seine Frau wohnten jahrelang im Westend und sind nach einem beruflichen Städtewechsel 2020 wieder in München, aber diesmal in Obersendling West gelandet. „Durch die hohe Restaurant- und Kneipendichte ist es im Westend sehr leicht, sich mit seinen Nachbarn zu treffen, in Kontakt zu kommen. Aber hier gibt es mehr Lieferdienste als Bars“, sagt er.

Die Initialzündung für seine Idee beruht auf einem bestimmten Ereignis: Unbekannte hätten fremdenfeindliche Flugblätter in die Briefkästen seines Wohnhauses eingeworfen. „Etwa drei Viertel der Bewohner in unserem Komplex sind direkt zugewandert. Es ist wichtig, ihnen ein Willkommens-Signal zu senden.“ Seine Initiative soll Barrieren abbauen zwischen dem älteren, organisch gewachsenen Teil und den neuen nachverdichteten Quartieren.

Neue Nachbarschaftsinitiative in Obersendling soll neue Treffpunkte schaffen

Bisher stehe er noch am Anfang. Zweisprachige Flyer habe er schon verteilt, 55 Firmen angeschrieben, um sein Viertel zu mobilisieren. Ein paar Interessierte hätten sich bereits gemeldet. Auch ein geeigneter Treffpunkt muss noch gefunden werden. Seine Pläne: ein Hofflohmarkt und ein internationales Kinder- und Nachbarschaftsfest im Sommer. Auch Informationsveranstaltungen, Stammtisch sowie ein Adventsmarkt sind angedacht.

Netzwerken in Obersendling: Bezirksausschuss 19 sichert Hilfe zu

Um die Veranstaltungen zu organisieren und diese bei der Stadt genehmigen zu lassen, hat sich Brink hilfesuchend an das Bürgergremium gewendet. „Es ist schön, wenn sich in dem Viertel etwas tut. Wir werden es im BA positiv begleiten“, entgegnete BA-Chef Ludwig Weidinger (CSU) in der Sitzung.

Die Vorsitzende des BA-Unterausschusses Kultur, Andrea Barth (SPD) kündigt bereits Hilfe an „bei den notwendigen Anträgen, bei Veranstaltungen beim KVR oder bei der finanziellen Unterstützung des BA im Rahmen von Budgetanträgen für Stadtteilfeste und Ähnliches“.

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