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„Munich Ravens“ sind das neue Football-Team in München ‒ Ab 2023 treten sie in der europaweiten Liga ELF an

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Von: Benedikt Strobach

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Die Munich Cowboys (in schwarz) sind bisher Münchens erfolgreichstes Football-Team.
Die Munich Cowboys (in schwarz) sind bisher Münchens erfolgreichstes Football-Team. ©  Peter Roth

Die neue Mannschaft „Munich Ravens“ spielt ab 2023 in der European League of Football. Die Münchner Clubs sehen es mit Freude - aber auch mit Bedenken.

München ist im Football-Fieber: Nicht nur, weil im November erstmals ein Spiel der größten internationalen Liga, der NFL, in der Allianz Arena stattfindet (Hallo berichtete).

Ab 2023 wird es in der Stadt auch ein neues Team geben – das insgesamt dritte an der Isar. Die „Munich Ravens“ werden aber nicht in der deutschen Spielklasse, etwa der German Football League (GFL), sondern in der „European League of Football“ (ELF), einer europaweiten Liga, antreten.

Das Logo der neuen Munich Ravens.
Das Logo der neuen Munich Ravens. © Munich Ravens

„Munich Ravens“ - Neues Football-Team in München spielt 2023 in der European League of Football (ELF)

Dabei handelt es sich um eine „Franchise“-­Liga, in der derzeit 12 Mannschaften spielen. Nächstes Jahr sollen es bereits 16 werden. Teilnehmer stammen etwa aus Barcelona oder Istanbul. Aber auch sieben deutsche Teams, etwa aus Hamburg oder Berlin, sind vertreten. In der ELF wird nicht um Auf- oder Abstieg gespielt.

Die Teams sind Lizenznehmer und gewerbliche Unternehmen. Bedeutet: Die Mannschaft kommt nicht aus einem Verein, der sich sportlich qualifizieren kann. Es handelt sich um ein Unternehmen, das sich in die Liga fest einkauft. Dieses Konzept ist vor allem aus den USA bekannt.

Der neue General Manager der Ravens, Sebastian Stolz, freue sich, „ein Franchise der European League of Football hier in München aufbauen zu dürfen.“ Das Team werde Stadt und Freistaat in Europa vertreten.

Der Name repräsentiere die angestrebte Kultur der Mannschaft: „Das ‚Mystische‘ der Raben hat uns fasziniert – gleichzeitig sind Raben sehr intelligente und kluge Tiere. Sie spielen gerne und sind extrem teamfähig. Genau dafür sollen unsere Spieler stehen: clevere Spielzüge, große Spielbegeisterung und absolute Teamfähigkeit“, erklärt Stolz.

General Manager der Munich Ravens, Sebastian Stolz.
General Manager der Munich Ravens, Sebastian Stolz. © Flo Mitteregger

Neue Football-Mannschaft in München - Die Cowboys und Rangers zwischen Freude und Bedenken

Die beiden bestehenden Münchner Vereine freuen sich auf Hallo-­Anfrage über die wachsende internationale Bekanntschaft des städtischen Footballs durch das ELF-Team.

Florian Fendt vom Vorstand des Drittligisten München Rangers, hofft, dass der Football an der Isar „endlich aus der Nische der Randsportarten kommt“.

Der Football wächst in München bereits immer schneller. Die Munich Cowboys, Münchens erfolgreichstes Footballteam, stehen in der GFL in den Playoffs und kämpfen am Samstag, 10. September, im Dantestadion gegen Köln um den Einzug ins Halbfinale. Die München Rangers haben die Saison in der Dritten Liga, auf Platz drei abgeschlossen.

Und in der Allianz Arena findet im November eben zum ersten Mal überhaupt in Deutschland ein NFL-Spiel statt.

Jetzt drei Football-Teams in München

Jedoch haben beide Vereine auch Bedenken. „Für München stellt sich die Frage, ob durch weitere Konkurrenz der bestehende Mangel an Spiel- und Trainingsstätten verschärft wird und zusätzliche Einschränkungen für die bestehenden Strukturen entstehen“, sagt David Peters, Sprecher der Cowboys.

Zur Spielstätte der Ravens könne man jetzt „noch nichts Spruchreifes“ sagen, erklärt General Manager Stolz.

Noch eine Sorge: In der Vergangenheit haben Clubs der Europaliga einigen GFL-Teams Spieler abgeworben. Bisher gibt es aber kein Konzept für eine Ausbildungsentschädigung für die Vereine, die Sportler abgeben. Die neue Liga scheine auch nicht an einer Lösung dieses Problems interessiert, sagt Peters. „So drängt sich der Verdacht auf, dass es ausschließlich um einen schnellen eigenen wirtschaftlichen Erfolg geht und nicht um eine nachhaltige Förderung der Sportart an sich.“

Auch Fendt sieht dieses Problem: „Konkurrenz gibt es bereits zwischen den bestehenden Vereinen in München und ganz Bayern.“ Diese werde durch das ELF-Team weiter wachsen, gerade bei den höherklassigen GFL-­Mannschaften.

Für Fendt überwiegt aber der positive Effekt, den das international spielende Münchner Team mit sich bringt. Und auch die Cowboys hoffen, dass sich die Situation durch die ELF-Präsenz eventuell ändert – und sich ein faires „Geben und Nehmen“ etabliert.

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