Smart-City-Lösungen

Munich Urban Colab: Hinter den Kulissen von Münchens Zukunfts-Schmiede

Die Außenansicht des neuen „Munich Urban Colab“. Hallo hat sich auf einen Rundgang durch das Gebäude begeben.
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Die Außenansicht des neuen „Munich Urban Colab“. Hallo hat sich auf einen Rundgang durch das Gebäude begeben.

Die ganze Stadt spricht darüber, Hallo hat sich im neuen „Munich Urban Colab“ umgeschaut. Welchen Herausforderungen man sich dort stellt und wie die Räumlichkeiten aussehen.

München - Visionen zum Wohnen von morgen, innovative Bezahlsysteme, digitale Lösungen für moderne Mobilität und autonome Reinigungssysteme für Plätze und Parks (s. unten):

Diese und viele weitere Produktideen und -entwicklungen entstehen ab sofort an der Freddie-Mercury-Straße 5 im Kreativquartier. Dort haben die UnternehmerTUM und die Stadt München nach zwei Jahren Bauzeit das „Munich Urban Colab“ eröffnet.

Hochschulen, Start-ups, etablierte Unternehmen und verschiedene städtische Referate arbeiten dort unter einem Dach gemeinsam an sogenannten Smart-City-Lösungen.

„Wie können wir die Herausforderungen der Urbanisierung, das Bevölkerungswachstum, die Fragen der Mobilität der Zukunft und wie wir künftig wohnen werden bewältigen?“ So fasst Sabine Hansky, Sprecherin der UnternehmerTUM, die Ansätze zusammen.

Sabine Hansky und Markus Bosch, Sprecher der UnternehmerTUM.

Prototypen-Werkstätten mit High-Tech-Ausstattung

Besonders wichtig sei dabei der Dialog mit den Bürgern. „Die Probleme sind so komplex, dass sie keiner alleine lösen kann. Wir wollen hier im Schulterschluss von Wirtschaft, Stadt und Bürgern daran arbeiten“, so Hansky.

Die gesamte Architektur des fünfgeschossigen Gebäudes für rund 30 Millionen Euro sei auf Transparenz, Begegnung und Zusammenarbeit ausgelegt. Einen Vorgeschmack bietet schon das offen zugängliche Erdgeschoss. Dort gibt es unter anderem die Lern- und Veranstaltungsarena mit Platz für bis zu 300 Personen sowie ein öffentliches Café.

Gleich daneben steht man vor Testlaboren sowie Prototypen-­Werkstätten, dem „­MakerSpace“. Ob Elektronik, Holz oder Metall, Textilien oder Roboter: Dort werden mit Hilfe neuester Technik neue Produkte geboren. Zum Ausprobieren – auch mit aktiver Beteiligung durch Bürger – stehen im selben Gebäude sogenannte Living-Labs zur Verfügung.

Zudem gibt es Veranstaltungs- und Seminarräume, die mit flexiblen Wänden an den jeweiligen Bedarf angepasst werden können, feste und flexible Arbeitsplätze (Co-Working-Spaces) und jede Menge Gelegenheiten zum persönlichen Kontakt und Austausch, beispielsweise in den beiden Wintergärten.

Munich Urban Colab: Hinter den Kulissen von Münchens Zukunfts-Schmiede

Zwei überdachte Wintergärten laden die Akteure im Haus zur Begegnung ein und bieten Raum für eine Verschnaufpause.
Zwei überdachte Wintergärten laden die Akteure im Haus zur Begegnung ein und bieten Raum für eine Verschnaufpause.  © ul
Das neue Innovations- und Gründungszentrum liegt im Kreativquartier, direkt neben der denkmalgeschützten Tonnenhalle.
Das neue Innovations- und Gründungszentrum liegt im Kreativquartier, direkt neben der denkmalgeschützten Tonnenhalle. © ul
Auf mehreren Etagen können Mieter und Nutzer zwischen festen und flexiblen Arbeitsplätzen mit modernster technischer Ausstattung wählen.
Auf mehreren Etagen können Mieter und Nutzer zwischen festen und flexiblen Arbeitsplätzen mit modernster technischer Ausstattung wählen. © ul
Das Café im Erdgeschoss der Freddie-Mercury-Straße 5 ist montags bis freitags auch für die Nachbarschaft geöffnet. Der Name „Flash Gordon“ erinnert an einen Filmsong von „Queen“.
Das Café im Erdgeschoss der Freddie-Mercury-Straße 5 ist montags bis freitags auch für die Nachbarschaft geöffnet. Der Name „Flash Gordon“ erinnert an einen Filmsong von „Queen“. © ul
Einer der Projekträume für Mobility Space.
Einer der Projekträume für Mobility Space. © ul
Auf dem Bild ist die Lern- und Veranstaltungsarena zu sehen.
Auf dem Bild ist die Lern- und Veranstaltungsarena zu sehen. © ul
Hier ist das MVG-Mobilitätslabor zu sehen.
Hier ist das MVG-Mobilitätslabor zu sehen. © ul
Das Bild zeigt einige der Werkstätten im „MakerSpace“.
Das Bild zeigt einige der Werkstätten im „MakerSpace“. © ul

„Die Menschen sollen im Haus aufeinanderstoßen, miteinander reden, sich vernetzen. Ein perfektes Ökosystem für Innovationen“, schwärmt Sabine Hansky.

Und das Konzept kommt an: „Wir sind ausgebucht“, sagt die UnternehmerTUM-Sprecherin. „Wir hätten selbst nicht damit gerechnet, dass wir mit einer 100-prozentigen Auslastung starten. Aber: Die Leute suchen den Austausch, nicht nur den reinen Arbeitsplatz.“

Das gilt auch für die städtischen Referate, die im „Munich City Lab“ stets präsent sind. So steht die Stadt den Entwicklern und anderen Nutzern als direkter Ansprechpartner zur Verfügung und bringt gleichzeitig Aufgabenstellungen in das Colab-Netzwerk ein.

Beispiel: Im Mobilitätslabor der Stadtwerke/MVG wird gerade an einem gemeinsamen Buchungssystem für verschiedene Mobilitätsdienstleister in München gearbeitet.

Sie bauen den echten „Wall-E“

Ein Roboter, der selbständig die Stadt aufräumt – fast wie „Wall-E“ im gleichnamigen Animationsfilm: Daran tüftelt das derzeit 16-köpfige Team von „Angsa Robotics“ im „Munich Urban Colab“.

Genauer: Es geht um eine autonome Reinigungsmaschine für Grün- und andere Flächen. Für deren Entwicklung und Prototypenbau hat sich das junge Unternehmen zunächst einmal bis Oktober im dortigen „Maker-Space“ eingemietet.

Warum gerade dort, erklärt Philippo Rabast, einer von vier Gründern: „Hier können wir Maschinen nutzen und Flächen, die wir sonst nicht hätten.“ Die Firma ist aus einer Gruppe von Studierenden an der TU München entstanden.

Philippo Rabast (re. im Bild) und Lukas Wiesmeier (li.) sind Teil des 16-köpfigen Teams von „Angsa Robotics“.

Seit rund zwei Jahren arbeiten sie an ihrem Reinigungs-Roboter, der mittels künstlicher Intelligenz verschiedene Objekte auf unterschiedlichen Untergründen als Müll erkennen und aufsammeln kann. Der jüngste Prototyp wird gerade in Berlin auf öffentlichen Grünflächen getestet. „Angedacht ist der Einsatz auch bei der Endreinigung nach Festivals“, verrät Lukas Wiesmeier.

Auch in München sei man mit verschiedenen Stellen schon in Kontakt. Und künftig werden Gespräche mit der Stadt deutlich einfacher. Man arbeitet schließlich im selben Gebäude.

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