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MVG plant massive Kürzungen: BAs in München sind von den Plänen entsetzt ‒ Jetzt schaltet sich OB Reiter ein

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Von: Jonas Hönle

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Eine U-Bahn in München
Die MVG will sparen. Deshalb plant sie zum Fahrplanwechsel im Dezember Kürzungen bei U-Bahn, Bus und Tram. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Die MVG plant Einsparungen beim Angebot von U-Bahn, Tram und Bus. Die Bezirksausschüsse in München sind von den Plänen entsetzt und OB Reiter spricht Klartext.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) plant auf Sparflamme zu fahren. In den Bezirksausschüssen stellt sie derzeit ihr Leistungsprogramm 2023 vor – und hat dabei massive Kürzungen bei U-Bahn, Tram und Bus angekündigt (siehe Kasten).

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

MVG plant massive Kürzungen bei U-Bahn, Tram und Bus - Bezirksausschüsse in München sind von den Plänen entsetzt

Die BAs sind von den Plänen entsetzt: „So wirbt man nicht für attraktiven Nahverkehr und bringt die Menschen auch nicht zum Umsteigen“, sagt BA-Chef Patric Wolf (CSU, Schwabing-Freimann).

„Völlig kontraproduktiv für die Bürger“ sind die Kürzungen dem Moosacher BA-Vorsitzenden Wolfgang Kuhn (SPD) zufolge.

In Bogenhausen sei die Situation bereits angespannt. BA-Chef Florian Ring (CSU): „Es gab ja schon Beschwerden, als die Tram zum Prinz-Eugen-Park nur alle 20 Minuten fahren konnte. Wie soll das in Zukunft werden?“

Die Ausdünnung wäre auch im BA Schwanthalerhöhe „eine Anpassung, die uns so gar nicht schmeckt“, wie Sibylle Stöhr (Grüne) sagt.

Beschlossen sind die Kürzungen indes noch nicht. „Wenn die Finanzierung durch Bund, Land oder Landeshauptstadt München hergestellt ist, wird die MVG diese Planungen zurückziehen“, heißt es.

Münchens OB Reiter erteilt MVG-Plänen zu Änderungen und Einsparungen eine Absage

Bei dem Festakt am Donnerstag zum 50-jährigen Bestehen von S-Bahn, MVV und MVG in München erteilte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) den Sparplänen und Kürzungen eine Absage. Darüber berichteten u.a. die SZ und AZ. Mit ihm werde es keine Leistungskürzungen geben. Vielmehr sei ein Ausbau beim ÖPNV nötig.

Diese Änderungen und Einsparungen plante die MVG

„Wenig Spielraum für Angebotsreduktionen“ gebe es laut MVG bei U-Bahn und Tram aufgrund der Standards, die der Nahverkehrsplan vorgibt. An diesen Stellen wollte die Verkehrsgesellschaft dennoch einsparen:

Die U7 sollte während der Sommer- und Weihnachtsferien entfallen.

Zwischen Münchner Freiheit und Harras sollte die U6 zur Normalverkehrszeit nur noch alle fünf Minuten statt wie bisher alle drei Minuten und 20 Sekunden verkehren. An Samstagen mit Fußballspielen oder Großveranstaltungen würden die Verstärkerfahrten erhalten bleiben.

Unter der Woche sollte die U4 während der Hauptverkehrszeit zwischen Lehel und Arabellapark nur noch halb so oft fahren – alle zehn Minuten. Sonntags, abends und am frühen Morgen sollte die U4 nur noch zwischen Odeonsplatz und Arabellapark verkehren – die Verbindung Theresienwiese-Odeonsplatz würde gekürzt.

Auf die Tram 29 müsste man im Abschnitt Hauptbahnhof-Willibaldplatz länger warten, wo die Bahn künftig unter der Woche nur noch alle fünf Minuten fahren sollte.

Samstags sollten die Verstärkerfahrten der Tram 25 zur Großhesseloher Brücke entfallen, der Takt würde somit von fünf auf zehn Minuten verändert.

Nach 20 Uhr sollten dann alle Trambahnen nur noch alle zehn Minuten verkehren – jedoch nur, wenn der Zehn-Minuten-Takt auch bei den Metrobussen gestrichen wird.

Schon ab Mitte Juni sollte der Expressbus X98 entfallen, X30 und X35 könnten ebenso bald stillstehen. Der Takt bei den Buslinien 55, 57, 56, 58/68, 180, 153 sollte ausgedünnt werden, die Linie 151 soll zur Normalverkehrszeit ganz entfallen.

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