Noch dieses Jahr

MVV-Preise in München steigen schon wieder ‒ Soviel kosten die Tickets nach der Tariferhöhung

Eine Frau wirft am 24.11.2017 in einer Straßenbahn in München (Bayern) eine Münze in einen Fahrkartenautomat ein
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In München werden die MVV-Preise deutlich teurer.

Streifenkarten und Tageskarten, aber auch IsarCard-Wochenkarten und Monatskarten werden in München mit der MVV-Tariferhöhung teurer. Wann die Preise um wie viel Euro steigen...

  • MVV erhöht die Ticket-Preise in München.
  • Streifenkarten, Tageskarten, aber auch IsarCard-Wochenkarten und Monatskarten werden teurer.
  • Kritik kommt von Pro Bahn - die Tariferhöhung blockiere die Verkehrswende.

Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) erhöht die Ticket-Preise um durchschnittlich 3,7 Prozent. Die neuen Fahrpreise kommen zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021. Im vergangenen Winter hatte der MVV die Fahrpreise bereits
um durchschnittlich knapp drei Prozent angehoben.

Die Erhöhung hält MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch angesichts der gestiegenen Kosten für erforderlich.

Die Corona-Pandemie bescherte uns enorme Einnahmenausfälle. Dennoch haben wir, haben die Verkehrsunternehmen, das Angebot während der gesamten Zeit nahezu vollständig aufrechterhalten. Der Ausgleich der gestiegenen Kosten ist deshalb notwendiger denn je, um das aktuelle Leistungsangebot erhalten und weiter ausbauen sowie die hohen Qualitätsstandards halten zu können.

Dr. Bernd Rosenbusch

Neue Preise der MVV für Einzelfahrkarten, Streifenkarten und Tageskarten in München

  • Einzelfahrkarte Kurzstrecke: 1,80 Euro (Vorher 1,70 Euro)
  • Einzelfahrkarte Zonen M - 2: 7,00 Euro (Vorher 6,80 Euro)
  • Streifenkarte: 15,20 Euro (vorher 14,60 Euro)
  • Streifenkarte U21: 8,30 Euro (vorher 8,00 Euro)
  • Gruppen-Tageskarte Zonen M - 3: 20,70 Euro (Vorher 20,00 Euro)
  • Single-Tageskarte Zone M bzw. 2 Zonen: 8,20 Euro (vorher 7,90 Euro)
  • Kinder- und Fahrrad-Tageskarte: 3,30 Euro bzw 3,20 Euro (vorher 3,20 Euro bzw. 3,00 Euro)

Bis zum 31. März 2022 können die bis zum 11. Dezember 2021 geltenden Fahrkarten des Zonen- oder Kurzstreckentarifs (Einzel-, Tages- oder Streifenkarten) noch aufgebraucht werden. Fahrkarten des Zonen- oder Kurzstreckentarifs mit Preisangabe in Euro können – zeitlich unbegrenzt – gegen Aufzahlung zum neuen Preis umgetauscht oder gegen Bezahlung eines Bearbeitungsentgelts von aktuell 2,00 Euro je Bearbeitungsvorgang erstattet werden.

Neue Preise der MVV für IsarCard-Monatskarte und -Wochenkarte in München

  • IsarCard-Monatskarte für die Zone M bzw. 2 Zonen: 59,10 Euro (vorher 57,00 Euro)
  • IsarCard-Wochenkarte für die Zone M bzw. 2 Zonen: 18,60 Euro (vorher 17,80 Euro)
  • IsarCard-Wochenkarte für die Zonen M - 5: 63,10 Euro (vorher 60,30 Euro)
  • IsarCard9Uhr-Monatskarten für die Zone M bzw. 2 Zonen: 52,80 Euro (vorher 50,90 Euro)
  • IsarCard9Uhr-Monatskarten für die Zone M - 5: 83,90 Euro (vorher 80,90 Euro)
  • IsarCard65-Monatskarte für die Zone M bzw. 2 Zonen: 49,50 Euro (vorher 47,80 Euro)
  • IsarCard65-Monatskarte für die Zone M - 5: 73,80 Euro (vorher 71,20 Euro)

Dabei erfolgt die Preisanpassung  für IsarCard-Wochenkarten und -Monatskarten zum 12.12.2021, für Wochenkarten der Ausbildungstarife zum 13.12.2021 und für Monatskarten der Ausbildungstarife sowie für Abonnements mit monatlicher Zahlung zum 01.01.2022.

Abonnements mit jährlicher Zahlung gelten – ohne Zahlung eines Aufpreises – bis zum Ablauf ihrer Geltungsdauer unverändert weiter.

Kritik an MVV-Tariferhöhung in München von Pro Bahn - Teure Preise und schlechtes Angebot blockiert Verkehrswende

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die beschlossene MVV-Tariferhöhung.

Schlechteres Angebot im Stadtgebiet von München, überfüllte Trams und Busse, unzuverlässige S-Bahn und teurere Preise, so wird das nichts mit der Verkehrswende

 Andreas Barth, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN

Pro Bahn fordert, dass zumindest sofort wieder das komplette MVV-Angebot gefahren wird, das bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie bestand. In München würde derzeit der Takt 10 bis 10 bei Metrobus und Tram entfallen und das Nachtnetz sei erheblich zusammengestrichen. Dadurch komme es immer wieder zu Überfüllungen, so die Kritik des Pro Bahn-Sprechers.

Die Probleme würden durch die angekündigte Wiedereröffnung von Diskotheken und Clubs noch verstärkt, spätestens bis dann müsse das Angebot wieder funktionieren.

Pro Bahn fordert, dass auch die vom Münchner Stadtrat im März beschlossenen Studien für neue Tramstrecken vergeben werden. „Verkehrswende klappt nicht, wenn man nur Beschlüsse fasst, aber dann nicht zur Umsetzung vorangeht”, so Andreas Barth.

MVV/Pro Bahn/jh

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