Bürgerplätze in München

Nachbarschaftstreff für Obergiesing: Anwohner wollen Straßendreieck gestalten

Julia Schnell und Johann Thaller
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Julia Schnell und ihr Mitstreiter Johann Thaller genießen das Sommerwetter am dreieckigen Zugspitzplätzchen. Hinter dem roten Auto liegt die zukünftige Spielstraße.

Anwohner aus Giesing wollen ein Straßendreieck zu einem Bürgerplatz für Nachbarn umwandeln. An Ideen mangelt es nicht, doch der BA bremst sie aus.

Ein Nachbartreff im öffentlichen Raum ohne Konsumzwang – immer mehr Münchner wünschen sich einen solchen Ort. Eine Gruppe von Anwohnern aus Obergiesing etwa versucht schon seit Längerem ein Straßendreieck zu einem Bürgerplatz umzufunktionieren. Für diesen Sommer haben sie einiges vor: Spielstraße, Stadtmöbel, Hochbeete. Der BA Obergiesing-Fasangarten hat sie allerdings erst mal ausgebremst.

„Erst hieß unser Straßendreieck No-Name-Platz, weil es ihn ja gar nicht gibt. Dann haben wir uns gedacht, Zugspitzplätzchen würde auch gut passen“, erklärt Julia Schnell. Sie gehört zu der Gruppe von Nachbarn, die rund um die Kreuzung Alpen-, St.-Martin- und Zugspitzstraße wohnt. Die Straßen bilden an der Stelle ein Dreieck. Es sieht aus wie ein winziger Platz mit einem Baum, zwei Bänken und einem Briefkasten. „Wir wollen den Platz aufpeppen und verschönern.“

Ein Plan: Der östliche Arm der Alpenstraße, direkt am Platzdreieck gelegen, soll Spielstraße werden und von Juli bis September gemeinsam mit dem angrenzenden „Zugspitzplätzchen“ Raum für die Nachbarschaft bieten. Doch genau so, wie es sich die Gruppe um Schnell ursprünglich erträumt hat, wird es wohl nicht.

Bürgerplatz in Obergiesing: BA findet Kosten des Projekts zu hoch

Als Schnell das Projekt und den Budgetantrag von rund 12 000 Euro nun im BA vorstellte, ging das dem Gremium zu rasant. „Wir wollen es erst im Unterausschuss besprechen“, sagte der stellvertretende BA-Vorsitzende Alexander Schmitt-Geiger (SPD). An sich sei der BA bereit, er bräuchte jedoch Zeit. „Es ist ein sehr hoher Betrag“, gab BA-Chefin Carmen Dullinger-Oßwald zu bedenken. Die Entscheidung über eine etwaige Finanzspritze fällt im Juli.

BA-Chefin Carmen Dullinger-Osswald geben die hohen Kosten zu denken.

Die Antragssumme ist mittlerweile niedriger geworden. „Wir wollten Möbel bauen lassen und aufstellen“, sagt Schnell. Die wären teuer gewesen. „Aber der BA sagte, dass wir die Spielstraße gar nicht zubauen dürften.“ Das Mobilitätsreferat (MOR) vermeldet auf Hallo-Anfrage, dass „städtisches Mobiliar“ – in Abgrenzung zu privatem Mobiliar – wie etwa eine Parkbank zulässig sei. Zu städtischem Mobiliar zählen laut MOR auch Pflanztröge. Diese will die Stadt Ende Juni anliefern. Die Nachbarn möchten sie selbst bepflanzen.

Unabhängig davon, was das der BA im Juli an Budget bewilligt, hat die Gruppe um Schnell weitere Aktionen angedacht, etwa besondere Spieltage für Kinder. Außerdem plant sie einen Rikscha-Abholdienst für die Bewohner des nahen Pflegeheims St. Martin. Die Senioren werden zum Zugspitzplätzchen geradelt, wo ihnen ihr persönliches Lieblingslied vorgespielt wird.

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