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Ehemaliges NS-Zwangsarbeiterlager Neuaubing: Neugestaltung zum Gedenk- und Arbeitsort

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Zwei neue Wege sollen das ehemalige Zwangsarbeiterlager erschließen. Außerdem sind mehrere überdachte Sitzgelegenheiten geplant.
Zwei neue Wege sollen das ehemalige Zwangsarbeiterlager erschließen. Außerdem sind mehrere überdachte Sitzgelegenheiten geplant. © SPP Architekten/ TRR Landschaftsarchitekten Ritz und Ließmann / Büro Müller-Rieger

Der Entwurf für die Neugestaltung des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers in Neuaubing vereint Vergangenheit und aktuelle Nutzung - das sieht das Konzept vor...

Neuaubing - Zwei parallele Wege in Nord-Süd-Richtung sollen das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager in Neuaubing künftig erschließen. „Die beiden Strahlen symbolisieren dabei die Parallelität von zwei verschiedenen Zeitabschnitten, die die Anlage maßgeblich prägen“, erklärt das Münchner Architekturbüro SPP Sturm, Peter + Partner, das den Wettbewerb zur Neugestaltung des Areals gewonnen hat.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Ehemaliges NS-Zwangsarbeiterlager: Neugestaltung des Areals in Neuaubing

Die Anlage an der Ehrenbürg­straße wird seit Jahren von Künstlern genutzt. In zwei ehemaligen Baracken will nun das NS-Dokuzentrum zusätzlich mit einer Ausstellung an die Historie erinnern. „Die Frage war, wie die Geschichte und die dunkle Vergangenheit mit der neuen Nutzung zusammenkommen kann“, sagt Andreas Kacinari vom Planungsreferat. Die Planer wollen das mit den beiden parallelen Wegen schaffen. 

Im Westen soll ein überdachter Vorplatz als Sammel- und Startpunkt entstehen. Von dort wird ein Holzsteg zu den beiden Baracken des Dokuzentrums und auf den Innenhof führen. Östlich des Weges werden das Unterholz und die Sträucher entfernt, um einen freien Blick auf die Baracken zu ermöglichen. Die Bäume auf dem Areal sollen weitgehend erhalten bleiben. In der Mitte des Hofs ist zudem ein Modell vorgesehen, welches ein Luftbild des Lagers ohne den Bewuchs zeigt.

„Die Installation soll Eindrücke hervorrufen, die durch den starken Baum- und Vegetationswuchs weitestgehend überschrieben sind“, so die Architekten. Westlich des Stegs ist ein Forum mit zwei überdachten Sitzinseln geplant. Dort seien auch Filmvorführungen oder Konzerte für bis zu 250 Besucher möglich.

In der Baracke 05 soll eine Ausstellung über die Geschichte des Lagers entstehen.
In der Baracke 05 soll eine Ausstellung über die Geschichte des Lagers entstehen. © Andreas Schwarzbauer

Neuaubinger Lokalpolitiker überzeugt: neues Konzept für ehemaliges NS-Zwangsarbeiterlager

Im Osten ist mit dem „Kultur-Band“ der zweite Erschließungsweg angedacht. Er soll entlang der östlichsten Baracke 06 führen und die aktuellen und kreativen Nutzungsformen hervorheben. „Durch die großzügige Aufwertung dieses Zugangs sollen die Besucher zu einer Erkundung der Künstler-Areale eingeladen werden“, sagen die Planer. Sie wollen dort zusätzlich mobile Unterstände für Ausstellungen schaffen. Die Kreativen können sie aber auch zum Arbeiten nutzen.

Der Vorsitzende des örtlichen Bezirksausschusses, Sebastian Kriesel (CSU), lobte das Konzept bei der Vorstellung in der jüngsten Sitzung als sensibel und erinnerungsstark. Wolfgang Bösing (Grüne) erkundigte sich, ob die bestehende Ost-West-Verbindung durch das Areal erhalten bleibe. Denn sie werde künftig eine wichtige Rolle als Schulweg zum Bildungscampus spielen. Es sei ein öffentlicher Fuß- und Radweg geplant, versichert Kacinari. „Wir freuen uns, wenn er rege genutzt wird und der ein oder andere so mit dem Gedenkort in Berührung kommt. Wir bemühen uns auch, dass es eine gute Beleuchtung gibt“, sagt seine Kollegin Kerstin Oertel.

Ein Bürger regte zudem an, einen Fußgängerübergang über die Wiesentfelser Straße zu schaffen. So sei das Lager besser an den neuen Stadtteil Freiham angebunden. Und auch die Schüler und die benachbarte Kinder- und Jugendfarm könnten davon profitieren.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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