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Anwohner der Heßstraße 49 sind verunsichert – für geplanten Neubau im Hof sei zu wenig Platz 

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Von: Gabriele Winter

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Gerhard Mittag vom Bezirksauschuss Maxvorstadt und Phillip Heim aus der Heßstraße 49 sehen den geplanten Baumaßnahmen mit Skepsis entgegen.
Gerhard Mittag vom Bezirksauschuss Maxvorstadt und Phillip Heim aus der Heßstraße 49 sehen den geplanten Baumaßnahmen mit Skepsis entgegen. © Gabriele Winter

An der Heßstraße 49 soll aufgestockt werden, sehr zur Sorge der Bewohner und des BAs. Die Betroffenen wollen jedoch nicht kampflos aufgeben.

Maxvorstadt - Phillip Heim aus der Heßstraße 49 macht sich Sorgen. Das Haus, in dem er wohnt, soll aufgestockt werden und im Innenhof ein neues Gebäude entstehen. Vor allem der Neubau beunruhigt ihn sehr, da es zu diesem keine Durchfahrt gibt.

Weder Heim noch Gerhard Mittag (CSU) vom Bezirksausschuss Maxvostadt können sich vorstellen, wie diese Baumaßnahmen des neuen Eigentümers realisiert werden sollen. „Da kann ja keine Baumaschine reinfahren, die müssten alles übers Dach heben“, meint Mittag. Zudem ist der Innenhof nur etwa zehn Meter breit – eigentlich zu schmal für ein neues Gebäude.

Der Innenhof sei für einen Neubau viel zu schmal.
Der Innenhof sei für einen Neubau viel zu schmal. © Gabriele Winter

Die Anwohner befürchten, dass der Bauherr einen Durchbruch plant, der zwangsläufig die Entmietung der Wohnungen über und neben der Durchfahrt zur Folge hätte. „Im Erdgeschoss müsste der Bauherr auf jeden Fall Wohnungen durchbrechen. Meine Wohnung ist im ersten Stock darüber, die wäre mit Sicherheit auch betroffen“, erläutert Heim.

Entmietung an Heßstraße 49 droht: Scheitert Neubau an mangelnder Zufahrt für Baufahrzeuge?

Mitte November erteilte die Lokalbaukommission (LBK) einen Vorbescheid zur „Anhebung des Dachs“ sowie den „Neubau eines Wohngebäudes im Innenhof mit Garagen und Neubau von Balkonen im Innenhof“. Die Zufahrt von Baufahrzeugen sei nicht Bestandteil des Prüfumfangs gewesen, teilt die LBK auf Anfrage mit.

Bereits 2021 wurden im BA ein Antrag auf Einsicht in das Vorhaben gestellt und Einwände vorgebracht, da der Bau eventuell gegen mehrere Bestimmungen verstoßen könnte. Zudem würden auch Grünflächen zerstört. Gerhard Mittag aus dem Bauausschuss des BA ist persönlich betroffen, denn er wohnt nebenan. Von dem Lokalpolitiker hat Phillip Heim erst von den geplanten Bauten der Capricorn Baugrund GmbH gehört.

Heim wundert es, dass das Bauvorhaben überhaupt möglich sein soll „denn es gibt ja eine Erhaltungssatzung in München und da ist die Heßstraße 49 eindeutig drin“. Zwar wäre ein Neubau im Innenhof nicht von der Erhaltungssatzung betroffen, aber die Wohnungen zur Erweiterung der Durchfahrt dürften dann nicht abgerissen werden. „Das Problem ist, dass wir als Mietergemeinschaft nicht wissen, was gemacht werden kann und an wen wir uns wenden sollen“, erklärt Heim.

Entmietung an Heßstraße 49 droht: Probleme erst seit Eigentümerwechsel

Die „Capricorn Grundbesitz“ ist lediglich mit einer Gerichtsadresse ins Branchenbuch eingetragen und sei somit für die Mieter nicht erreichbar. „Wir haben hier eine Hausgemeinschaft, die es so in München kaum noch gibt“, seufzt Mittag und Heim erzählt, dass er kürzlich sogar seine Hochzeit im Innenhof gefeiert hat. Er schätzt den Zusammenhalt der zum Teil alteingesessenen Mieter. „Ein Bewohner ist sogar in diesem Haus geboren.“

Probleme gibt es erst seit dem Eigentümerwechsel vor drei Jahren. Im Bezirksausschuss ist man alarmiert: „Wir wollen nicht, dass es so läuft wie bei der Entmietung in der Augustenstraße  4 und versuchen vorher schon gegenzusteuern“, sagt Mittag.

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