1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

BA Schwabing-Freimann will Wandmosaik für Erinnerungsort in Neufreimann verwenden

Erstellt:

Von: Benedikt Strobach

Kommentare

„Der Fährmann“ ist seit Jahren in Freimann eingelagert. Der örtliche BA um Claudia Mann will es für einen Gedenkort in Neufreimann nutzen.
„Der Fährmann“ ist seit Jahren in Freimann eingelagert. Der örtliche BA um Claudia Mann will es für einen Gedenkort in Neufreimann nutzen. © Visualisierung: Arge Max Dudler/Hilmer & Sattler und Albrecht/Adelheid Schönborn Gartenarchitektin

Das Neubauviertel Neufreimann auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne soll eine Gedenkstätte in Form eines Wandmosaiks bekommen. Was der BA plant:

Neufreimann - Dass auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne eines der größten Bauprojekte der Stadt mit 5500 Wohnungen, zwei Schulstandorten, großen Grünzügen und mehr entsteht, ist bekannt. Was dem Neubauviertel Neu­freimann jedoch bisher fehlt, ist eine Gedenkstätte, die sich mit der Vergangenheit des Quartiers als Kasernenstandort befasst. Diese möchte der BA Schwabing-Freimann gerne realisieren – und hat dafür eine besondere Idee.

„Die Stadt soll prüfen, ob das in Freimann eingelagerte Wandmosaik ‚Der Fährmann‘ von Karl Knappe für einen Erinnerungsort genutzt und somit wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann“, sagt Claudia Mann. Gemeinsam mit BA-Chef Patric Wolf (beide CSU) hat sie einen entsprechenden Antrag verfasst – den das Gremium einstimmig absegnete.

Kunstwerk für Neufreimann: Stadt greift Forderung vom BA auf

Das zwölf Meter lange und vier Meter hohe Wandmosaik, das sich an der Prinz-Eugen-Kaserne befand, ist seit deren Abbruch eingelagert. Es habe „große Symbolkraft“, gerade während Kriegszeiten und der jetzigen Welle an Geflüchteten. „Das Bild des Fährmanns steht für Verbundenheit, Unterstützung und symbolisiert gerade in dieser Zeit ein Symbol des Friedens“, erklärt Mann.

Bereits 2021 hatte der BA gefordert, einen Gedenkort in Neu­freimann zu errichten. Damals wurde das Engagement von der Stadt begrüßt. Jedoch wollte man sich nicht auf einen Erinnerungsort festlegen. Nun wird die Forderung erneut aufgegriffen.

„Karl Knappe hat als Bildhauer viel in München gearbeitet. Sein bekanntestes Werk dürfte das Mosaik im U-Bahnhof Odeons­platz sein. Er war aber auch in unserem Stadtbezirk aktiv. Etwa hat Knappe ein Wand- und Bodenmosaik in der Situlischule geschaffen“, sagt Mann. „Den Fährmann“ mit seinen Maßen zu versetzen sei eine kostspielige Herausforderung.

Kunstwerk für Neufreimann: Hier könnte das Werk aufgestellt werden

Die CSU-Politikerin hat aber Ideen, wo das Werk aufgestellt werden könnte. „Im Rahmen von ‚Kunst am Bau‘ könnte es in eine der Schulen integriert werden. Alternativ wäre es freistehend im Bereich der geplanten Tram-Haltestellen denkbar. Auch könnte es in den nördlichen Lärmschutzwall integriert werden“, sagt sie. Die konkreten Ideen müsse die Stadtverwaltung prüfen.

Es sei laut Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats, derzeit kein Gedenkort in Neufreimann vorgesehen. Ob das Mosaik für eine Erinnerungsstätte geeignet ist, beurteilt das Kulturreferat. Dort werde der Antrag geprüft und mit den anderen Referaten abgestimmt, erklärt Sprecherin Jennifer Becker auf Nachfrage. Ein wichtiger Punkt: „Die Prinz-Eugen-Kaserne war im BA Bogenhausen verortet. Auch dieser hat Interesse bezüglich des Mosaiks.“ Daher müsse mit beiden BA erneut gesprochen werden. Der Freimanner Antrag werde bis Februar bearbeitet.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare