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BA Neuhausen-Nymphenburg kritisiert Leerstand im Kreativlabor und fordert mehr Mitspracherecht

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Von: Ursula Löschau

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Willi Wermelt, Kulturausschuss-Vorsitzender des Neuhauser BA, prangert den Leerstand in der Containeranlage im Kreativlabor an.
Willi Wermelt, Kulturausschuss-Vorsitzender des Neuhauser BA, prangert den Leerstand im Kreativlabor an. © ul

Leerstehende Werkstatt-, Büro- und Ateliercontainer, Gerüchte um die Vergabe der Halle 23 und ein erboster BA Neuhausen-Nymphenburg: Rund ums Kreativlabor herrscht Klärungsbedarf.

Neuhausen - Der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg ist auf die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrumsgesellschaft (MGH) im Moment nicht besonders gut zu sprechen. Grund sind einige Vorgänge im Kreativlabor, die ganz und gar nicht nach Wunsch der Stadtteilpolitiker laufen. „Meiner Meinung nach stehen wir an einer Kante, an der die MGH uns das Kreativquartier wegnimmt. Wo heute ein Künstler rausgeht, zieht morgen ein Gewerbe­betrieb ein“, warnt Willi Wermelt (SPD), Vorsitzender des Unterausschusses Kultur.

Gerüchte um Vergabe der Halle 23: BA fordert Mitbestimmung ein

Ärgernis eins: die noch ungeklärte Vermietung der sogenannten Halle 23. Bürger und BA wollen dort einen Mix aus nicht-kommerziellen, sozio-kulturellen Nutzungen für Jugendliche, Künstler und Kreativschaffende. Und der BA will beim Vergabeverfahren mitreden können. Beides zeichnet sich derzeit nicht ab.

Um die Vergabe der Halle 23 im Kreativlabor an der Dachauer Straße gibt es Ärger.
Um die Vergabe der Halle 23 gibt es Ärger und Gerüchte. Der BA will dort eine nicht-kommerzielle Nutzung, wurde an der Entscheidung bisher aber nicht beteiligt. © ul

In ihrer jüngsten Sitzung haben die Viertelpolitiker das kritisiert: „Der BA ist sehr irritiert, dass er nicht in das Auswahlverfahren zur Halle 23 eingebunden wurde“, heißt es in einem einstimmigen Protestschreiben. Gefolgt von der Aufforderung, „vor einer finalen Entscheidung einbezogen zu werden“. Befeuert wird der Unmut durch das Gerücht, dass ein Club- und Eventbetreiber dort einziehen wolle. „Vorher lege ich mich lieber vor die Tür und kette mich an“, sagt Wermelt.

Was das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft im Auftrag der MGH zu den Vorwürfen sagt

Was dran ist an den Club-Plänen, verrät Frank Sollmann vom Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft auf Hallo-Anfrage nicht. Im Auftrag der MGH teilt er mit: „Leider können wir aktuell nichts zum Vergabeverfahren Gebäude 23 sagen, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.“ Eines der Kriterien sei, dass die Mieter die „bestehenden künstlerischen, kulturellen und/oder kultur- und kreativwirtschaftlichen Nutzungen im Kreativlabor“ ergänzen. Zur angemahnten BA-Einbindung sagt Sollmann, dass vor einer Presseanfrage zuerst der BA-Antrag beantwortet werden müsse.

Haus 2 und Ateliercontainer: 800 Quadratmeter Fläche derzeit ungenutzt

Ärgernis zwei ist der Leerstand in weiteren Räumen auf dem Labor-Gelände, allen voran in den bunten Werkstatt-, Büro- und Ateliercontainern an der Dachauer Straße und im sogenannten Haus 2 an der Schwere-Reiter-Straße. Anhand des aktuellen Raummelders des Kompetenzteams kommt Wermelt dort auf 800 Quadratmeter ungenutzte Flächen. Er glaubt, dass hohe Mieten und schlechte Nutzungsbedingungen schuld seien. So biete die Containeranlage lediglich ein separates Gemeinschafts-WC und keine Wasseranschlüsse in den Räumen.

Die Containeranlage im Kreativlabor mit Atelier-, Werkstatt- und Büroflächen.
In der Containeranlage im Kreativlabor werden Atelier-, Werkstatt- und Büroflächen für eine Dauer von maximal fünf Jahren vermietet. © ul

Sollmann sieht das anders: „Aktuell ist die Nachfrage nach Flächen in der Größenordnung ab 30 Quadratmeter unabhängig vom Preis gering, da viele Kultur- und Kreativschaffende angesichts der Nachwirkungen der Pandemie noch zurückhaltend agieren.“ Inzwischen nehme das Interesse aber auch für die größeren Flächen wieder zu. Ziel seines Teams sei es weiterhin, Leerstände zu vermeiden.

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