Für zwei Jahre wird’s bunt

Bezahlbare Ateliers für viele Künstler: BA Neuhausen fördert kreative Zwischennutzung in Schulstraße

Hier wurde bis 2018 Medizintechnik hergestellt. Seitdem steht die Fabrik in der Schulstraße leer.
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Hier wurde bis 2018 Medizintechnik hergestellt. Seitdem steht die Fabrik in der Schulstraße leer.

Künstler fordern Ateliers als Zwischennutzung in einer stillgelegten Fabrik. Der BA Neuhausen-Nymphenburg unterstützt das Projekt in der Schulstraße.

Neuhausen - Es böte Platz für 30 bis 40 Künstler, flexibel nutzbare Atelierräume auf rund 1200 Quadratmeter Fläche: das „Wagner-Atelierhaus“.

Die Pläne, was noch heuer aus den stillgelegten Fabrik-Hallen an der Schulstraße 16a werden könnte, sind schon sehr konkret. Allerdings fehlt für das Zwischennutzungsprojekt noch das OK der Stadt – und Geld.

Bernhard Springer vom Verein Domagk Kunstunterstützung findet das noch brachliegende Areal jedenfalls ideal und zentral gelegen: „Münchner Künstler brauchen bezahlbaren Platz für Kreativität, hier ist er.

Allein beim Domagk-Gelände ist die Warteliste lang. 20 Euro pro Quadtratmeter auf dem freien Mietmarkt kann sich niemand leisten. Wir wollen die Räume hier Interessenten für einen Quadratmeterpreis von zehn bis zwölf Euro anbieten können.“

Die Firma Euroboden hat den Hinterhof-Komplex, der aus mehreren Gebäuden und Werkhallen besteht, angekauft. „Wir werden dort frühestens ab 2023 bauen“, sagt Marketing-Fachfrau Isa Fahrenholz.

Bernhard Springer vom Verein Domagk Kunstunterstützung und Isa Fahrenholz, Marketing-Fachfrau der Firma Euroboden.

Das Unternehmen unterstützt die Zwischennutzung durch lokale Künstler mit einem Zuschuss von 10 000 Euro, bevor abgerissen und neu gebaut wird. Fahrenholz: „Wir fördern kreative Kooperationen wie Zwischennutzungen. Ein ähnliches Projekt von uns läuft derzeit in Inning am Ammersee – ein Pferdehof, der aktuell vom Kunstverein genutzt wird.“

Da die Räumlichkeiten an der Schulstraße schon seit drei Jahren leerstehen, müssten vor dem Einzug der Künstler unter anderem noch Sanitär- und Küchenräume ertüchtigt werden. Die große ehemalige Lagerhalle mit den alten Glas-Oberlichtern soll in Trockenbauweise in kleine Ateliers unterteilt werden.

„90 000 Euro wird die Vorbereitung wohl kosten, bevor die ersten Künstler einziehen können“, hat Springer berechnet und ist dafür jetzt auf Sponsorensuche.

10 000 Euro Zuschuss hat der BA Neuhausen-Nymphenburg dem Verein in der jüngsten Sitzung bewilligt, rund 20 000 Euro haben weitere Sponsoren und Förderer zugesagt.

Hier sollen viele kleine Ateliers für Münchner Künstler entstehen.

Sorgen, dass sich die nahen Anlieger und Nachbarn von den Künstlern gestört fühlen, hat Bernhard Springer nicht: „Wir werden nicht an Veranstalter und Dritte vermieten, es wird auch keine klassische Laufkundschaft geben.“

Was nach 2023 an der Schulstraße 16a enstehen soll, ist noch nicht abschließend klar. Laut Ingo Trömer vom Planungsreferat wurden in den vergangenen Jahren mehrere Bauvorbescheide für Wohnungsprojekte erteilt – positive wie negative.

Der Bauherr klagt aktuell gegen einen überwiegend ablehnenden Vorbescheid und Nachbarn gegen einen positiven.

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