Fahrradstraße sorgt für Chaos

Verwirrender Schilderwald in der Blutenburgstraße - Klagen über missverständliche Regeln

Diese neue Beschilderung der vorfahrtsberechtigten Fahrradstraße in der Blutenburgstraße ist nach der Straßenverkehrsordnung zwar korrekt, führt aber zu Missverständnissen.
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Diese neue Beschilderung der vorfahrtsberechtigten Fahrradstraße in der Blutenburgstraße ist nach der Straßenverkehrsordnung zwar korrekt, führt aber zu Missverständnissen.

In der Blutenburgstraße haben nun Fahrräder Vorfahrt. Mit der neuen Fahrradstraße hat sich auch die Beschilderung geändert. Das sorgt bei manchen Bürgern für Verwirrung bezüglich des Tempolimits.

Neuhausen - Viele konnten es kaum erwarten. Jetzt ist sie da: die Fahrradstraße in der Blutenburgstraße vom Rotkreuzplatz in die Innenstadt. Und mit ihr unter anderem eine neue Beschilderung in der Fahrradstraße und all ihren Querstraßen.

Das sorgt bei einigen Bürgern für Unverständnis. „An der Einmündung zur Blutenburgstraße wird überall Tempo 30 aufgehoben, obwohl dort selbstverständlich auch Tempo 30 vorgegeben ist. Was soll denn diese hirnrissige Aufhebung? Das ist doch die totale behördliche Verwirrung“, schreibt beispielsweise ein Neuhauser an den örtlichen Bezirksausschuss.

Der hakt jetzt bei der Stadt nach, ob es zu dem „exzessiven Schilderwald“ keine Alternative gibt. Das Mobilitätsreferat verweist auf einen Beschluss des Stadtrats und die Straßenverkehrsordnung (StVO):

„Neben der fahrradfreundlichen Umgestaltung der vorhandenen Aufpflasterungen und der Ausweisung als Fahrradstraße wurde auch die Aufhebung der Rechts-vor-links-Regelung und die Bevorrechtigung der Blutenburgstraße gegenüber den einmündenden Straßen vom Stadtrat beschlossen.“ Das bedeute, man habe die Blutenburg­straße aus der Tempo-30-Zone herausnehmen müssen.

Laut BA könnten Fahrbahnmarkierungen helfen

„Die jetzige Beschilderung ist daher StVO-konform und alternativlos. Aufgrund des Zeichens Fahrradstraße gilt aber natürlich auch in der Blutenburgstraße die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde“, erklären Münchens Mobilitätsexperten dem BA.

Zufrieden ist das Gremium mit der Aussage der Stadt nicht. „Die Wirkung des Symbols Fahrradstraße bezüglich der Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 ist den meisten Kfz-Lenkern nicht bekannt und führt daher zu dem Missverständnis, dass hier Tempo 50 gilt“, stellt Nikolai Lipkowitsch (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses, fest.

Der BA schlägt deshalb einstimmig vor, Tempo 30 in der Blutenburgstraße zum Beispiel durch Fahrbahnmarkierungen „explizit kenntlich zu machen“.

Das Mobilitätsreferat setzt auf „Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation“ und kündigt dem BA gegenüber „Aktionen und Veröffentlichungen zum Thema Fahrradstraßen“ an. Zudem werde die Kommunale Verkehrsüberwachung gebeten, die Blutenburgstraße verstärkt zu kon­trollieren.

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