Kauf für 16 Millionen

Für neues Rathaus müsste Neuried hohes Darlehen aufnehmen - Wie sich die Gemeinde entschieden hat

In dem früheren Gewerbegebäude am Hainbuchenring 9 bis 11 ist das Rathaus bereits seit 2018 eingemietet.
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In dem früheren Gewerbegebäude am Hainbuchenring 9 bis 11 ist das Rathaus bereits seit 2018 eingemietet.

Ein Neubau für das Neurieder Rathaus wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Stattdessen wurde über den Kauf des Gebäudes am Hainbuchenring debattiert. Wie die Entscheidung nun ausgefallen ist.

Neuried - Unter anderem aus Kostengründen hat der Gemeinderat Neuried im Februar den Bau eines neuen Rathauses für den Ort gekippt (Hallo berichtete).

Stattdessen soll das Gebäude am Hainbuchenring 9 bis 11 gekauft werden, in dem die Verwaltung bereits seit 2018 – ursprünglich übergangsweise – eingemietet ist. Nun debattierte der Gemeinderat nicht öffentlich die Genehmigung der notariellen Kaufvertragsurkunde.

Wie aus Unterlagen hervorgeht, muss Neuried ein Darlehen von 16,15 Millionen Euro aufnehmen – über sechs Millionen mehr als die Summe, die der Gemeinderat maximal für einen Neubau im Ortskern ausgeben wollte.

Das gibt Kritikern wie der Senioren-Union neuen Rückenwind. „Bei offener Information und bei Beteiligung der Bürger würde der Kauf des Rathausgebäudes keine Zustimmung finden“, sagt Vize-Ortsvorsitzender Ulrich Lardschneider.

Visualisierung des Siegerentwurfs für das eigentlich geplante neue Rathaus.

Sieger gekürt: So soll Neurieds neues Zentrum mit Rathaus aussehen

„Im Hau-Ruck-Verfahren werden jetzt Tatsachen geschaffen.“ Die CSU-Fraktion will den Kauf ablehnen. „Wir hatten große Probleme, den Haushalt zu erarbeiten und erwarten von den Neurieder Bürgern, dass sie höhere Gebühren und weniger Zuschüsse zu den Vereinen verstehen. Da sind die Argumente für den Rathauskauf nicht überzeugend.“

Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) sieht das anders. So sei das Rathaus im Siegerentwurf deutlich größer, und damit teurer, gewesen als vorgegeben. Zudem steigen die Baupreise. „Der Bau wäre dann auch in Richtung 15 Millionen gegangen“, rechnet Zipfel vor.

Dazu käme das Risiko, nicht fertig zu werden, bevor der Mietvertrag am Hainbuchenring ausläuft. „Dann kaufe ich lieber und bin verwaltungstechnisch auf der sicheren Seite.“

Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel zum Platzen des Rathaus-Neubaus im Hallo-Interview

Entscheidung ist gefallen

In der nichtöffentlichen Sitzung vom 18. Mai stimmte der Gemeinderat mehrheitlich verbindlich dem Ankauf der Immobilie im Hainbuchenring zu. Damit wird 1. Bürgermeister Harald Zipfel ermächtigt, Ende Mai der notariellen Kaufvertragsurkunde zuzustimmen.

Die Gemeindeverwaltung bleibt damit in den jetzigen Räumlichkeiten, auch das Bauamt und der Sitzungssaal werden in den nächsten Jahren dorthin umziehen.
 

rea

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