1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Paukenschlag am Nockherberg: Derblecken verliert Schauspieler ‒ „Söder“ verlässt Singspiel nach 15 Jahren

Erstellt:

Kommentare

Markus Söder (CSU) und sein Double, der Schauspieler Stephan Zinner, beim traditionellen Politiker-Derblecken am Münchner Nockherberg.
Markus Söder (CSU) und sein Double, der Schauspieler Stephan Zinner, beim traditionellen Politiker-Derblecken am Münchner Nockherberg. © Tobias Hase/dpa

Es ist ein herber Verlust für das Derblecken in München. Beim Salvator-Anstich am Nockherberg muss eine Rolle beim Singspiel neu besetzt werden. Auch Söder ist enttäuscht.

Seit 15 Jahren spielt der Schauspieler Stephan Zinner beim Politiker-Derblecken am Nockherberg seine Paraderolle - Markus Söder. Er spielte ihn als CSU-Generalsekretär, als Minister im bayerischen Kabinett und schließlich als Ministerpräsidenten. Nun hört der Schauspieler beim Singspiel auf.

„Es ist auch eine lange Zeit für eine Rolle und so habe ich für mich entschieden, dass es jetzt vorbei ist“, teilte der 47-Jährige am Dienstag in München mit. Gleichzeitig bedankte sich Zinner bei seinem politischen Alter Ego: Söder habe ihm viele Steilvorlagen geliefert.

Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigt sich enttäuscht über den Paukenschlag am Nockherberg. Nach der Corona-Sitzung des bayerischen Kabinetts sagte er, es sei „schade“. Das Derblecken verliere nun einen seiner großen Schauspieler.

Zinner habe - unabhängig davon, ob er Söder immer richtig dargestellt habe - die Rolle „grandios begleitet“. Er sei daher nun gespannt, wer die Rolle übernehme, wenn sie wiederbesetzt werde.

München: Nockherberg-Singspiel ohne Söder-Schauspieler Stephan Zinner

Der Salvator-Anstich am Nockherberg ist jedes Jahr zur Fastenzeit für Politiker aus Bayern, aber auch aus Berlin ein Pflichttermin, auch wenn er 2020 ausfiel und 2021 nur digitalstattfand.

Bei der Fastenpredigt und beim anschließenden Singspiel werden wichtige Polit-Akteure durch den Kakao gezogen und mal mehr, mal weniger bissig parodiert. Und wer übergangen wird, ist oft sehr enttäuscht.

Auch für die Schauspieler ist das Singspiel etwas Besonderes: „Man spielt einen Politiker, der einem gegenüber sitzt und es gibt nur eine Aufführung, die sitzen muss“, beschreibt es Zinner, der auch Musiker ist und in Kinofilmen wie „Kaiserschmarrndrama“ mitspielt.

Die Macher des traditionellen Singspiels in der Fastenzeit haben nun eine schwierige Aufgabe: Sie müssen einen Nachfolger für Zinner finden. „Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei Stephan für die großartigen Auftritte“, lobte Andreas Steinfatt, Geschäftsführer der Paulaner Brauerei, die den Anstich jedes Jahr ausrichtet. „Gerne hätten wir ihn noch umgestimmt, aber natürlich respektieren wir seine Entscheidung als Künstler.“

dpa/lby/jh

Auch interessant

Kommentare