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Münchner Stadtrat stellt sich hinter OB Reiter ‒ Dirigent Gergiev soll sich von Putins Angriffskrieg distanzieren

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Von: Jonas Hönle

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Die Münchner Philharmoniker spielen unter der Leitung von Dirigent Valery Gergiev zur Eröffnung der Isarphilharmonie im Orchestersaal
Münchens OB Reiter entließ den Dirigent der Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev, nachdem er sich nicht vom Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine distanzierte. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Die Fraktionen im Stadtrat München fordern den ehemaligen Dirigent der Münchner Philharmoniker auf, sich vom Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine zu distanzieren.

Update: 11. März

Münchner Stadtratsfraktionen fordern Dirigent Gergiev auf, sich von Putins Angriffskrieg auf die Ukraine zu distanzieren

Die Fraktionen im Münchner Stadtrat stellen sich hinter die Aufforderung von Oberbürgermeisters Dieter Reiter: „Valery Gergiev, bisher Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, muss sich öffentlich vom völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine distanzieren.“, heißt es in einem gemeinsamen Statement am Freitag.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Da eine öffentliche Positionierung bisher nicht stattfand, unterstützen die Fraktionen die Entlassung des ehemaligen Dirigent der Münchner Philharmoniker. Dies sei jedoch kein Misstrauensvotum gegen die gesamte russische Bevölkerung und keine Einschränkung der künstlerischen Freiheit. Gergiev habe aber als Repräsentant der Stadt München eine herausgehobene Stellung und sei ein Botschafter ganz Münchens.

Der Dirigent habe immer wieder seine Nähe zu Putin gezeigt und damit demonstriert, dass ihm diese Freundschaft im Zweifel wichtiger sei als die Werte der Stadt München. Die Stadtratsfraktionen stehen aber für Freiheit, Demokratie, Menschlichkeit und damit an der Seite des Orchesters und der Partnerstadt Kiew.

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Update: 10. März

Nach Gergiev-Entlassung durch OB Reiter - Münchner Philharmoniker haben Ersatz-Dirigenten

Nach der Entlassung von Valery Gergiev durch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter haben die Münchner Philharmoniker vorerst Ersatz gefunden. Die Dirigenten Manfred Honeck und Andris Nelsons werden die nächsten Konzerte des Orchesters leiten, wie die Philharmoniker am Donnerstag mitteilten.

OB Reiter hatte Gergiev wegen dessen Freundschaft zu Präsident Wladimir Putin herausgeworfen. Der ehemalige Philharmoniker-Dirigent war der Aufforderung, sich vom Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zu distanzieren, nicht nachgekommen. Wer ihm dauerhaft als Chef der Münchner Philharmoniker folgen soll, ist noch unklar.

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Münchens OB Reiter feuert Philharmoniker-Dirigent Gergiev ‒ Entlassung nach Schweigen zum Angriffskrieg

Update: 12.20 Uhr

Nun äußert sich auch Münchens zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden zu der Entlassung von Philharmoniker-Dirigent Valery Gergiev. „Man kann gar nicht anders, als Gergievs Schweigen als Zustimmung zum Krieg seines Freundes Putin zu verstehen“, teilte die Vorsitzende des Aussichtsrat der Gasteig München GmbH am Dienstag mit.

München entlässt Philharmoniker-Dirigent Gergiev nach Schweigen zum Angriffskrieg auf die Ukraine

„Die Münchner Philharmoniker sind weltweit Botschafter der Stadt München. Gergiev hält einem Kriegstreiber die Treue, wie soll er da weiter Dirigent unseres Orchesters bleiben können?“ Ein politisches Bekenntnis zu fordern sei für Habenschaden befremdlich, doch in diesem Fall sei es notwendig gewesen. „Herr Gergiev hätte sich in den letzten Tagen für die Musik und gegen den Krieg entscheiden können – er hat es nicht getan.“

Bereits die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland und den Georgien-Krieg habe Gergiev begrüßt. Deswegen hätten die Grünen im Stadtrat 2018 gegen sein Engagement in München gestimmt.

Die Stadt München hat ein Spendenkonto für die Ukraine eingerichtet. Auch andere Einrichtungen sammeln Geld- und Sachspenden und suchen Unterkünfte für Geflüchtete.

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Update: 10.00 Uhr

OB Reiter hat über die Entlassung von Philharmoniker-Dirigent Valery Gergiev entschieden. Wie die Stadt mitteilt, trennt sich München von dem Chef der Münchner Philharmoniker. Es werde keine weiteren Konzerte unter seiner Leitung geben.

Münchens OB Reiter entlässt Philharmoniker-Dirigent Gergiev

Der Dirigent der Münchner Philharmoniker habe sich trotz Reiters Aufforderung, sich vom Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zu distanzieren, nicht geäußert.

„Ich hätte mir erwartet, dass er seine sehr positive Einschätzung des russischen Machthabers überdenkt und revidiert. Das hat er nicht getan“, erklärt Münchens OB am Dienstag. Nun folge die sofortige Entlassung.

Gergiev war seit 2015 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, eines städtischen Orchesters. Die Freundschaft mit dem russischen Machthaber Putin brachte ihm immer wieder Kritik ein. Im Jahr 2014 unterschrieb er einen Künstler-Appell zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und bekannte sich damit offiziell zur Politik Putins.

Seit Beginn des Angriffs Putins auf die Ukraine haben mehrere Kulturinstitutionen die Zusammenarbeit mit Gergiev beendet. Auch seine Münchner Künstleragentur trennte sich von ihm.

Angesichts des Ukraine-Kriegs hat auch die Pariser Philharmonie ihre Konzerte mit dem russischen Star-Dirigenten Valery Gergiev und dem Mariinski-Orchester abgesagt. Man werde das Programm in den kommenden Monaten aus Solidarität mit dem ukrainischen Volk anpassen, teilte die Philharmonie mit. Von der Absage sind die beiden Pariser Konzerte am 9. und 10. April betroffen

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Update: 01. März, 09.29 Uhr

Münchens OB Dieter Reiter (SPD) entscheidet am Dienstag über die Entlassung des russische Dirigenten der Münchner Philharmoniker Valeri Gergijew. Reiter hatte dem 68-Jährigen am Freitag ein Ultimatum gestellt. Er forderte ihn auf, sich bis Anfang der Woche von Putin und dessen Angriffskrieg auf die Ukraine zu distanzieren. Andernfalls könne Gergijew nicht Chef des berühmten Münchner Orchesters bleiben. Diese Frist lief um Mitternacht aus.

Keine Distanzierung von Angriffskrieg auf Ukraine - Münchens OB Reiter entscheidet am Dienstag über Entlassung von Philharmoniker-Dirigent Gergijew

Die Stadt München hat am Montag mitgeteilt, dass „auf die Aufforderung von Oberbürgermeister Dieter Reiter, Valery Gergiev müsse sich von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine distanzieren, bislang noch keine Reaktion eingegangen ist.“

OB Reiter werde sich am Dienstag zu der Frage äußern, ob Gergiev weiter Dirigent der Münchner Philharmoniker bleiben kann.

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Wegen Angriffskrieg auf die Ukraine ‒ Münchens OB Reiter droht Philharmoniker-Dirigent Gergiev mit Entlassung

Erstmeldung: 25. Februar

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat den Dirigent der Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev, aufgefordert, sich von der russischen Invasion der Ukraine zu distanzieren. Ansonsten drohe ihm die Entlassung.

Wegen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine - Münchens OB Reiter droht Philharmoniker-Dirigent Gergiev mit Entlassung 

OB Reiter habe Gergiev klargemacht, dass er sich eindeutig und unmissverständlich von dem brutalen Angriffskrieg, den Putin gegen die Ukraine und nun insbesondere auch gegen Münchens Partnerstadt Kiew führt, distanzieren soll. Sollte sich Gergiev bis Montag nicht klar positioniert haben, könne er nicht länger Chefdirigent der Münchner Philharmoniker bleiben.

Gemeinsam mit den Orchestervertretern der Münchner Philharmoniker erwarte ich von Ihnen als Chefdirigent des Orchesters jetzt ein deutliches Zeichen der Distanzierung von den völkerrechtswidrigen Angriffen gegen die Ukraine, und damit ein klares Signal an die Stadtspitze, die Öffentlichkeit, die Musikerinnen und Musiker der Münchner Philharmoniker und ihr Publikum bis Montag, 28. Februar. Anderenfalls werden wir das Vertragsverhältnis als Chefdirigent beenden müssen.

Dieter Reiter

Der 68 Jahre alte Gergijew ist seit 2015 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, eines städtischen Orchesters. Die Freundschaft mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bringt ihn immer wieder in die Kritik. Im Jahr 2014 unterschrieb er einen Künstler-Appell zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und bekannte sich damit offiziell zur Politik Putins.

Die russische Armee ist bei ihrem Angriffskrieg auf die Ukraine bereits bis in die Hauptstadt Kiew vorgedrungen. Das ukrainische Verteidigungsministerium berichtete am Freitag von russischen „Saboteuren“ im nördlichen Stadtbezirk Obolon. Außenminister Dmytro Kuleba sprach von „schrecklichen russischen Raketenangriffen“ auf die Stadt mit knapp drei Millionen Einwohnern. Seit Beginn des Angriffs am Donnerstagmorgen wurden auf ukrainischer Seite nach offiziellen Angaben mehr als 130 Soldaten getötet. Aus Russland gab es zu Opfern zunächst keine Angaben.

Münchens OB Reiter hatte bereits zivile und humanitäre Unterstützung für die Partnerstadt Kiew angekündigt. München hat ein Spendenkonto für die Menschen, die in der Ukraine und Kiew von Krieg betroffen sind, eingerichtet und prüft die Aufnahme von Geflüchteten.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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