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Das Schicksal des Obdachlosen Am Harras besorgt Sendlinger: Ende November wird seine Hütte geräumt

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Ende November wird eine Räumung der „Müllhütte“ vor der Postbankfiliale am Harras in die Wege geleitet, da wildes Campen in München nicht erlaubt sei.
Ende November wird eine Räumung der „Müllhütte“ vor der Postbankfiliale am Harras in die Wege geleitet, da wildes Campen in München nicht erlaubt sei. © Daria Gontscharowa

Seit Mitte April wohnt ein Obdachloser vor der Postbankfiliale Am Harras, doch Ende November muss er sein Lager räumen. Sozialarbeiter bemühen sich um eine Lösung für den Mann.

SENDLING Der Mann, der seit Mitte April in einer selbst errichteten „Müllhütte“ vor der Postbankfiliale wohnt, ist vielen Sendlingern bekannt. Seine Zukunft beschäftigt die Anwohner – zum wiederholten Mal wandten sie sich an Lokalpolitiker des Bezirksausschusses mit der Bitte, für den Bewohner der Hütte zu sorgen. „Der Winter kann für Menschen, die auf der Straße schlafen, lebensgefährlich sein“, sagt gegenüber Hallo eine Rentnerin, die an der Albert-Roßhaupter-Straße wohnt und dem Obdachlosen gelegentlich Kaffee und ein Stück selbstgebackenes Brot bringt.

„Ich würde für ihn noch mehr tun, mein Lebensgefährte ist jedoch strikt dagegen, da er denkt, dass man das Leben auf der Straße nicht fördern darf“, bedauert die Sendlingerin, die anonym bleiben möchte. Der Bewohner der Hütte sei durchaus ein anständiger Mensch, beteuerte Robert Rieger, Vertreter der Polizeiinspektion 15, in der BA-Sitzung. „Er hat mir erzählt, dass er nicht ins Männerwohnheim gehen will, weil, dort laut ihm, viele Alkoholiker leben“. BA-Vorsitzender Markus Lutz (SPD), teilte mit, dass der Bezirksausschuss das Sozialreferat bereits Mitte Oktober über die Situation benachrichtigt hat und bislang keine Rückmeldung erhalten habe.

Obdachloser Am Harras: Sein Lager wird Ende November geräumt

Auf Hallo-Nachfrage sagt Edith Petry, Sprecherin des Sozialreferates, dass der Standort bereits seit August in der referatsübergreifenden Arbeitsgruppe „Wildes Campieren“ thematisiert werde. „Streetworker der Teestube ‘komm‚ versuchen, den obdachlosen Mann zu einer Änderung seiner Lebensumstände zu motivieren. Um diesen Beratungsprozess nicht zu stören, hat die Arbeitsgruppe zuerst beschlossen, mit der Räumungsempfehlung abzuwarten“, teilt Petry mit.

Nachdem diese Beratungen zu keinem Ergebnis geführt hätten und die Vermüllung immer weiter zugenommen habe, werde jedoch Ende November eine Räumung des Lagers stattfinden. Obgleich es kein Gesetz gebe, das einem untersagen könne, unter freiem Himmel zu schlafen, werde diese Freiheit verboten, sobald sie ordnungswidrig werde, sagte Hallo Saskia Friedl vom Polizeipressedienst.

„Dieser Mann lebt bereits jahrelang auf der Straße und wir kennen ihn schon ewig“, sagte ein Vertreter der Teestube „komm“ und fügte hinzu: „Wir hoffen aber sehr, dass wir eine vernünftige Lösung für ihn und zusammen mit ihm finden, bevor geräumt wird.“

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