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Jüdische Gemeinde „Beth Shalom“ erhält Oberbayerischen Integrationspreis 2021

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Von: Theresa Reich

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Eva Ehrlich, jüdische Gemeinde, bei der Preisverleihung des Oberbayerischen Integrationspreises
Eva Ehrlich nimmt den Integrationspreis für die Bildungs- und Aufklärungsarbeit der jüdischen Gemeinde „Beth Shalom“ entgegen, übergeben von Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann und Regierungsvizepräsidentin Sabine Kahle-Sander. © Rositha Bergold

Die jüdische Gemeinde „Beth Shalom“ wird geehrt für Bildungs- und Aufklärungsarbeit – wie sie interne und externe Integration fördert

Sendling - Ein lebendiges jüdisches Gemeindeleben führt „Beth Shalom“ seit 25 Jahren in München. „Wir sind mitten drin“ betont Eva Ehrlich, Vorstandsvorsitzende der liberalen jüdischen Gemeinde mit Sitz in Sendling.

Jetzt wird „Beth Shalom“ mit dem oberbayerischen Preis für Integration ausgezeichnet. Für Ehrlich ist die Auszeichnung eine Bestätigung für „unsere wichtige Aufklärungs- und Bildungsarbeit, die wir unbedingt fortführen müssen“.

Jüdische Gemeinde „Beth Shalom“ ausgezeichnet mit Oberbayerischen Integrationspreis 2021

Mit über 600 Mitgliedern leistet die Gemeinde in Sendling einen Beitrag zum interkulturellen Zusammenleben. „Da wir 18 Nationen innerhalb unserer Gemeinde vereinen, ist ein großer Bestandteil unserer internen Integration die Verbindung der Kulturen“, sagt Ehrlich.

„Bei informellen Shabbatabenden kommen alle zusammen und tauschen sich aus – über jüdische Rezepte oder zwischenmenschliche Herausforderungen, denen man als Migrant begegnet“, erklärt Gemeindemitglied Ruth Zeifert. Aber auch viele junge Familien, die nach Deutschland einwandern, fänden dort Unterstützung. „Wir helfen unseren Mitgliedern bei Behördengängen oder sagen ihnen, wo man in München koscheres Essen kaufen kann“, sagt Zeifert.

Oberbayerischen Integrationspreis 2021: Bildungsarbeit und Führungen in der Synagoge

Der zweite Baustein ihrer interkulturellen Bildungsarbeit ist die Integration der jüdischen Gemeinde als Minderheit in die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Heißt: „Wir bieten Führungen in unserer Synagoge an und gehen mit den Besuchern ins Gespräch und versuchen Vorurteile abzubauen.“

Damit sei allerdings ein hoher Kosten- und Zeitaufwand verbunden. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro werde die Gemeinde hauptsächlich für die Sicherheitsvorkehrungen ausgeben.

Aktuelles Projekt: Planung der neuen Synagoge nach Entwurf des US-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind

Eine Visualisierung verdeutlicht, wie die geplante Synagoge im Lehel aussehen soll.
Eine Visualisierung verdeutlicht, wie die geplante Synagoge im Lehel aussehen soll. © Studio Libeskind

Ein integratives Herzensprojekt der Gemeinde ist die Planung der neuen Synagoge – mit Wohnungen und Kindergarten auch für Nichtjuden – im Lehel. Da noch mit verschiedenen „Hürden“ zu rechnen ist, verzögert sich die Fertigstellung.

Wann der Bau nach Entwurf des US-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind stehen wird, ist bisher noch nicht sicher. „Mit dem Schmuckstück wollen wir als liberale Gemeinde sichtbar und als Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden“, hofft Zeifert.

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