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Vereine blicken in eine ungewisse Zukunft ‒ So steht es um den Bürgerpark Oberföhring

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Von: Katrin Hildebrand

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Die Zukunft des Bürgerparks Oberföhring ist ungewiss - 2025 laufen Bau- und Nutzungsgenehmigung für das Gelände aus.
Die Zukunft des Bürgerparks Oberföhring ist ungewiss - 2025 laufen Bau- und Nutzungsgenehmigung für das Gelände aus. © Katrin Hildebrand

Ist 2025 alles vorbei? Künstler und Vereine sind sich sicher: Mit dem Bürgerpark Oberföhring würde ein Münchner Kulturgut verschwinden und wollen ihn erhalten.

Oberföhring - Viele wollen, dass er bleibt. Nicht nur die Vereine und Gruppen, die sich dort treffen. Auch die Rathauskoalition hat sich für den Erhalt des Bürgerparks Oberföhring eingesetzt. In einem Antrag bat sie die Verwaltung, ihr Möglichstes zu tun, das Kleinod über das Jahr 2025 hinaus zu erhalten. Auch eine Gruppe Künstler will für die Verlängerung der Park-Nutzung kämpfen: „Es gibt sonst nichts Gleichartiges in Bogenhausen. Falls bestimmte Einrichtungen wie das ,Kafe Kult‘ wegfallen, hat eine bestimmte Szene keinen Platz mehr in der Stadt.“

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Bürgerpark Oberföhring: Kreative wollen das Gelände auch nach 2025 erhalten

2025 läuft die Bau- und Nutzungsgenehmigung für die über zehn Baracken auf dem Gelände aus. Bisher trägt das Kulturreferat zumeist die Miete – ohne Nebenkosten. Die Verträge stammen noch aus den 80ern. Die Bauten sind in mäßigem Zustand und müssen saniert werden. Das aber ist nicht ohne Weiteres möglich – ein Bebauungsplan steht dem entgegen.

Ein Kreis von Künstlern, Kunsthistorikern und Akademiestudenten um den Zimmerer und Holzgestalter Joel Hauser fürchtet, dass 2025 auch für sie alles vorbei sein könnte. Hauser ist vor vier Jahren über Bekannte in den Park gekommen und nun regelmäßig am Wagenplatz im Südosten des Areals anzutreffen. „Damals standen die Wagen leer“, erzählt er. Mit anderen Kreativen ist er aktuell dabei, dem Ort neuen Glanz zu verleihen, dort Kunst und Musik zu machen. Den Wagenplatz gibt es seit 1997, sogar mit Mietvertrag. „Dieser Vertrag läuft unabhängig von den anderen Verträgen hier“, sagt Hauser. Er ist theoretisch unbefristet.

Leon Boden (l.) und Joel Hauser vor einem Bauwagen. Sie wollen sich mit einem Kreis aus Künstlern, Kunsthistorikern und Akademiestudenten für den Erhalt des Bürgerparks Oberföhring einsetzen.
Leon Boden (l.) und Joel Hauser vor einem Bauwagen. Sie wollen sich mit einem Kreis aus Künstlern, Kunsthistorikern und Akademiestudenten für den Erhalt des Bürgerparks Oberföhring einsetzen. © Katrin Hildebrand

Bürgerpark Oberföhring: Künstler und Vereine haben große Pläne für das Gelände

Sein Kumpel, Kunststudent Leon Boden, meint jedoch: „Wenn hier alles aufgelöst wird, dann wird auch der Wagenplatz aufgelöst.“ Dabei hat die Gruppe große Pläne. Einen der Bauwagen hat sie zu einem Band-Übungsraum umgebaut. Außerdem hat sie mehrere alte Schaukästen zum Platz gebracht. Diese hingen einst in der Maxvorstadt und zeigten als „Ille Galerie“ Kunst. Das Gleiche soll nun regelmäßig am Bauwagenplatz passieren. Hoffentlich bis über 2025 hinaus. Holzkünstler Hauser ist optimistisch: „Das Kulturreferat ist auf der Seite des Bürgerparks.“

Am Sonntag, 1. Mai, lädt die Vereinsgemeinschaft des Bürgerparks ab 12 Uhr zum Maifest auf dem Gelände an der Oberföhringer Straße 156–160a.

Der Bürgerpark oberföhring

An der Oberföhringer Straße 156–160a haben ab 1984 viele Gruppen eine Heimat gefunden: Allein unter dem Dach der „Vereinsgemeinschaft 29“ sind zahlreiche Initiativen, von der Faschingsgesellschaft bis zum Square Dance Club, vernetzt. Daneben gibt es unter anderem die Künstlerinitiative IBO, die Punk-Musikbühne „Kafe Kult“ und die Kasperlbühne „Kleines Theater im Pförtnerhaus“.

Früher befand sich auf dem Gelände das Städtische Krankenhaus Oberföhring, davor ein Kriegslazarett. Karin Vetterle, Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft, sagt: „Einige Gebäude sind 80 Jahre alt. Ohne die Tatkraft der Vereine des Bürgerparks wären sie gar nicht mehr da. Der Park ist ein Juwel und Kulturgut. Ich bin zuversichtlich, dass er erhalten werden kann.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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