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Kindergarten an der Schäferwiese bleibt vorerst doch geöffnet

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Eltern und Lokalpolitiker hoffen noch auf eine Lösung für den Kindergarten an der Schäferwiese. 
Eltern und Lokalpolitiker hoffen noch auf eine Lösung für den Kindergarten an der Schäferwiese.  © Ursula Löschau

Dem Kreisjugendring gelingt es so viel Personal zu finden, dass Kindergarten an der Schäferwiese in Obermenzing vorerst nicht schließen muss. BA übte zuvor scharfe Kritik am Träger

Update, 11. Februar: Kreisjugendring kann Schließung des Kindergartens an der Schäferwiese in Obermenzing abwenden

Obermenzing - Der Kindergarten an der Schäferwiese in Obermenzing muss doch nicht am 1. März schließen. Das teilte der Betreiber, der Kreisjugendring (KJR), mit. Im Januar hatte der KJR verkündet, dass die Einrichtung ihren Betrieb wegen Personalmangel vorübergehend einstellen muss.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Dagegen protestierten die betroffenen Eltern und der Bezirksausschuss vehement. Scheinbar mit Erfolg: Denn nun verkündete die KJR-Vorsitzende Judith Greil positive Nachrichten: „Wir haben es geschafft, den Betrieb vorerst sicherzustellen. Das ist mit Unterstützung von Pädagogen aus unseren anderen Kitas, aus dem kooperativen Ganztag in Freiham und aus unseren Freizeitstätten gelungen.“

Obermenzing: Keine Dauerlösung für Kindergarten an der Schäferwiese

Eine Dauerlösung sei das allerdings nicht. „Die Pädagogen werden auch in ihren derzeitigen Stadtteilen und Einrichtungen dringend für die Kinder und Jugendlichen vor Ort gebraucht und hinterlassen durch ihr Engagement an der Schäferwiese Lücken in ihrem jetzigen Arbeitsbereich“, sagt Greil. Der Kreisjugendring habe zwar seine Suche nach Erziehern intensiviert, habe aber gleichzeitig mit einem erheblichen Fachkräftemangel zu kämpfen.

Greil sieht deshalb auch die Politik in der Pflicht: „Jetzt fordern wir die Politik, besonders auf Landes- und Bundesebene, auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Rahmenbedingungen für Fach- und Ergänzungskräfte im pädagogischen Bereich zu verbessern.  

Ursprungsmeldung vom 9. Februar: Bezirksausschuss regt Trägerwechsel für Kindergarten an der Schäferwiese an

Obermenzing - Die Stadt soll über einen anderen Träger für den Kindergarten an der Schäferwiese nachdenken – das regte der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing bei seiner jüngsten Sitzung an. Das Gremium zeigte sich dort sehr verärgert über die angekündigte Schließung der Einrichtung. Der Kreisjugendring (KJR) hatte am 19. Januar angekündigt, dass er den Kindergarten ab 1. März wegen Personalmangels schließen müsse. Die Eltern wollen dies um jeden Preis verhindern und hatten unter anderem angeboten, selbst einzuspringen oder die Betreuungstage zu reduzieren.

Scharfe Kritik am KJR: BA fordert Träger zu weiterer Betreuung in Obermenzing auf

Laut KJR-Sprecher Gecko Wagner sind dies allerdings keine Lösungen, weil die Stadt Kindertagesstätten nur bei einer bestimmten Anzahl an Fachkräften und Betreuungsstunden fördere. Er bietet stattdessen Alternativen in anderen, weiter entfernten Einrichtungen des KJR an.

Für den Bezirksausschuss ist das keine Option. Er fordert, dass Stadt und Träger auch nach dem 1. März eine gute Betreuung am Obermenzinger Standort sicherstellen müssen. Die Viertelpolitiker kritisierten den KJR scharf. In den vergangenen zweieinhalb Jahren hätten nach Informationen aus dem Elternbeirat 15 Mitarbeiter den Kindergarten verlassen. „Da frage ich mich schon, warum. Wenn man zufrieden ist, bleibt man. Man sollte einen Träger finden, der es schafft, genügend Personal zu stellen“, meinte Christa Stock (FDP).

Kindergarten an der Schäferwiese: ist ein neuer Träger eine Option?

Sven Wackermann monierte, dass es nicht schon früher Informationen gegeben habe: „Das ist den Eltern gegenüber nicht fair. Sie haben keine Chance, innerhalb von sechs Wochen einen anderen Platz zu finden.“ Auch er plädierte dafür, einen Trägerwechsel als „Drohkulisse“ in Betracht zu ziehen.

Christian Müller (SPD) sprach sich dagegen aus: „Bei einem Trägerwechsel könnte der Kindergarten heuer wahrscheinlich gar nicht mehr öffnen, denn es gibt Kündigungsfristen.“ Zudem habe der Bezirksausschuss bei einer Einrichtung an der Frauendorfer Straße die Erfahrung gemacht, dass es nicht so leicht sei, einen neuen Betreiber zu finden. Müller, selbst jahrelang im Vorstand des KJR München-Stadt aktiv, verwies auch darauf, dass es grundsätzlich zu wenige Erzieher gebe. „Auch städtische Träger haben münchenweit deutlich mehr als 300 Stellen unbesetzt.“

Lena Schneck (Grüne) wollte ebenfalls nicht nur den KJR für die Situation verantwortlich machen. „Es ist ein strukturelles Problem, das man auf einer anderen Ebene lösen muss.“ Mit dieser Meinung waren die beiden allerdings alleine. Die übrigen Mitglieder forderten, dass die Stadt auch einen neuen Betreiber in Betracht ziehen sollte.

Kindergarten an der Schäferwiese: Eltern wollen Schließung vermeiden

Davon versprechen sich übrigens auch die Eltern eine „langfristige stabile Lösung für den Standort Schäferwiese“, wie die Elternbeiratsvorsitzende Barbara Lipic sagt. Allerdings legen sie auch größten Wert darauf, „dass die durchgängige Öffnung des Kindergartens nicht gefährdet werden darf“. Mit diesem Ziel stünden sie „natürlich weiterhin in Kontakt mit dem Träger Kreisjugendring“.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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