1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Gedenken zum Oktoberfest-Anschlag von 1980 in München ‒ Die schwerste rechtsextreme Tat der Bundesrepublik

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jonas Hönle

Kommentare

Das Dokumentationszentrum «Dokumentation Oktoberfest-Attentat» leuchtet auf der Theresienwiese. Am Abend des 26. September 1980 wurden durch eine Bombe zwölf Wiesnbesucher sowie der Attentäter getötet. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt
Am Abend des 26. September 1980 wurden durch eine Bombe zwölf Wiesn-Besucher sowie der Attentäter getötet. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt. © Sven Hoppe/dpa

Der rechtsextreme Anschlag beim Oktoberfest 1980 riss zwölf Menschen in den Tod und verletzte über 200. Am Montag gedenken OB Reiter und Angehörige den Opfern.

1980 kam es in München zum bisher schwersten rechtsextremen Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik: Eine Bombe am Oktoberfest riss ein Dutzend Menschen in den Tod und verletzte mehr als 200. Diesen Opfern wird am heutigen Montag am Rande der 187. Wiesn gedacht

Am Haupteingang haben Überlebende, Angehörige von Opfern und Vertreter der Stadt an das rechtsextreme Attentat erinnert. Wie in früheren Jahren sprach Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Das Oktoberfest-Attentat war ein Anschlag auf uns alle. Seiner zerstörerischen, rechtsextremen Kraft müssen wir daher gemeinsam etwas entgegensetzen: ein demokratisches Miteinander, das der Spaltung unserer Gesellschaft keine Chance lässt. Unsere besondere Verantwortung gilt denjenigen, die beim Oktoberfest-Attentat aus ihren Leben gerissen, schwer verletzt und traumatisiert wurden.

Oberbürgermeister Dieter Reiter

OB Reiter und Angehörige gedenken den Opfern des rechtsextremen Oktoberfest-Anschlags 1980 in München

Am Abend des 26. September 1980 hatte eine Bombe zwölf Wiesn-Besucher sowie den rechtsextremen Bombenleger Gundolf Köhler in den Tod gerissen. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt.

Damals wurde der Anschlag als Tat eines Einzelnen aus persönlichem Frust eingeordnet, die Akten schnell geschlossen. Erst 2020 stellte die Bundesanwaltschaft fest, dass Köhler aus rechtsextremistischer Motivation handelte. Er wollte demnach die damalige Bundestagswahl beeinflussen und wünschte sich einen Führerstaat nach NS-Vorbild.

Zum 40. Jahrestag kam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erstmals ein deutsches Staatsoberhaupt zu dem alljährlichen Gedenken. Auch die Teilnahme von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war eine Premiere. Die Politiker räumten Fehler bei den damaligen Ermittlungen und der politischen Einschätzung ein. Es gab Entschuldigungen an die Adresse der Opfer.

Nun ist das Gedenken wieder ein lokales Ereignis - und kurz nach Kranzniederlegung und Ansprachen öffnen die Wiesn-Zelt.

Erstmals sollen zehn Videointerviews mit Überlebenden in einer Dokumentation nahe dem Denkmal abrufbar sein. Seit 40 Jahren organisiert die DGB-Gewerkschaftsjugend mit dem Kulturreferat die Veranstaltung.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare