Antrag genehmigt

„Oktoberfest“ ist jetzt geschützte Marke ‒ Stadt München schiebt Wiesn-Profiteuren einen Riegeln vor

Das Oktoberfest in München.
+
Die Wiesn in München - der Begriff „Oktoberfest“ ist jetzt eine von der EU geschützte Marke.

Seit fünf Jahren will sich München den Begriff „Oktoberfest“ als Marke schützen lassen. Jetzt wurde der Antrag genehmigt. Der Begriff „Wiesn“ ist schon geschützt.

  • München hat sich „Oktoberfest“ als Marke schützen lassen.
  • EU-Behörde für geistiges Eigentum (EUIPO) genehmigt Antrag.
  • Der Begriff Wiesn“ ist schon geschützt.

Update: 15. September

„Oktoberfest“ ist als Marke geschützt - Stadt München schiebt Wiesn-Profiteure einen Riegel vor

Das Oktoberfest in München ist auf der ganzen Welt bekannt. Doch viele Geschäftsideen wollen das Ansehen der Wiesn ausnutzen, ohne dass die bayerische Landeshauptstadt etwas davon hätte. Die Stadt schiebt den weltweiten Profiteuren jetzt einen Riegeln vor

Nach fünfjähriger Prüfung durch die EU-Behörde für geistiges Eigentum (EUIPO) ist das „Oktoberfest“ zur geschützten Marke geworden. Das im spanischen Alicante ansässige Amt hat den Antrag der Münchner Stadtverwaltung genehmigt und die Marke nunmehr mit dem Status „registriert“ auf ihrer Webseite veröffentlicht.

Der Markenschutz gilt zunächst bis 2026. Die Münchner Stadtverwaltung will damit Oktoberfest-Profiteuren vorbeugen. Geschützt ist der Begriff nunmehr für 22 „Produktklassen“ von Seife über Kreditkarten bis zum Uniformverleih, inklusive Tourismuswerbung.

Der Schutz der Marke Oktoberfest bedeutet nicht, dass Oktoberfest-Imitate von Brasilien über Malaysia bis in die USA grundsätzlich nicht mehr stattfinden könnten. Ärger in München ausgelöst hatte jedoch der Plan einiger Geschäftsleute, in Dubai ein Ersatz-Oktoberfest in großem Maßstab aufzuziehen.

Doch die umstrittenen Pläne für eine Art Oktoberfest in Dubai liegen erstmal auf Eis.

„Mir geht‘s um die Frage: Will man mit München Kasse machen, und schadet das München?“, sagte der Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). „Für mich ist die große Linie wichtig. Wenn es heißt, das Oktoberfest zieht jetzt nach Dubai, dann ist das übergriffig. Das geht nicht, dagegen gehen wir vor.“

Anders gelagert sind für den CSU-Politiker die vielen kleinen „Oktoberfeste“ rund um den Globus, von denen nach Baumgärtners Einschätzung München sogar profitiert. Als Beispiel nannte er die USA: „Das Oktoberfest in Cincinnati hat niemals versucht, München zu kopieren, das ist eher unter der Kategorie Werbung zu sehen.“

Stadt München hat Begriff Oktoberfest als Marke schützen lassen

Das bayerische Original ist nun markenrechtlich nahezu umfassend geschützt, denn die Stadtverwaltung hat die Begriffskombinationen „Münchner Oktoberfest“ und „Oktoberfest München“ ebenso schützen lassen wie „Wiesn“, „Oide Wiesn“, oder auch „Oktoberfest Oide Wiesn München“. Diese Anträge gingen in Alicante sogar früher durch als das reine „Oktoberfest“.

Nahezu umfassend bedeutet allerdings nicht komplett: Seit Jahren gibt es einen separaten Markeneintrag für das „Oktoberfest Dublin“, und Rechteinhaber am Begriff „Wiesn“ ist für drei Produktklassen in Sachen Mobiliar seit 2012 die Segmüller Polstermöbelfabrik.

Ebenso geschützt sind „Wiesnkönig“, „Wiesnschönheit“ und „Wiesn-Vegetarier“, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch hinter diesen Marken stehen jeweils Geschäftsleute und nicht die Landeshauptstadt.

Am 19. September startet die Wirtshaus-Wiesn. Der Ersatz der Münchner Wirte fürs ausgefallene Oktoberfest soll als Event nun jährlich wiederholt werden soll. 

--------------------------------------------------------

München will sich „Oktoberfest“ als Marke schützen

Erstmeldung: 03. Mai

Die EU-Behörde für geistiges Eigentum (EUIPO) hat nach fünf Jahren den Münchner Antrag auf Schutz der Marke „Oktoberfest“ veröffentlicht. Nun läuft noch die Einspruchsfrist bis Ende Juli, wie die im spanischen Alicante ansässigen EU-Beamten auf ihrer Webseite schreiben.

Eingereicht hatte die Stadtverwaltung den Antrag laut EUIPO schon 2016. Warum es fünf Jahre dauerte, bis dieser publiziert wurde, geht aus der Webseite nicht hervor. Allerdings sind sowohl Patent- als auch Markenanmeldungen bekannt langwierige Verfahren.

Die Münchner Stadtverwaltung will damit dem weltweiten Wildwuchs von Oktoberfest-Profiteuren vorbeugen. Geschützt werden soll der Begriff für 22 „Produktklassen“ von Seife über Kreditkarten bis zum Uniformverleih.

Ein Schutz der Marke Oktoberfest würde nicht bedeuten, dass die zahllosen Oktoberfest-Imitate von Brasilien bis Malaysia nicht mehr stattfinden könnten.

Hinter diesen letzteren Marken stehen Geschäftsleute und nicht die Landeshauptstadt. Erst vor wenigen Tagen hatte das arabische Wüstenemirat Dubai mit der Meldung Schlagzeilen gemacht, dass dort eine monatelange Wiesn geplant ist.

München will „Oktoberfest“ als Schutz-Marke - Wiesn 2021 steht vor dem Aus

Im heimischen München stehen die Chancen für ein Oktoberfest dagegen auch in diesem Jahr schlecht. Noch ist offiziell nicht über eine neuerliche Absage entschieden, doch gilt das als wahrscheinlich.

Die Münchner Wirte wollen dieses Jahr die „Wirtshaus-Wiesn“ unabhängig vom Oktoberfest wiederholen.

Mehrere andere große bayerische Volksfeste sind bereits abgesagt worden, darunter das Gäubodenfest in Straubing. Im Falle eines Falles würde die Wiesn vom 18. September bis zum 3. Oktober stattfinden.

Den neuen Oktoberfest-Maßkrug allerdings gibt es bereits zu kaufen. Unter anderem wird der Krug mit dem diesjährigen Plakat-Emblem unter dem Titel „Oktoberfest Shop „Wiesn daheim““ auf der offiziellen Oktoberfest-Seite angeboten.

Eine große Mehrheit der bayerischen Bevölkerung würde jedenfalls einen Ausfall des Oktoberfests befürworten. Das hat eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey mit 5002 Teilnehmern ergeben, Auftraggeber war die „Augsburger Allgemeine“ (Samstag). Der Rest war unentschieden.

dpa/lby/jh

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare