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Viermal mehr Fahrgäste in Münchens ÖPNV als gewöhnlich ‒ MVG-Einsatzleiter erklärt wie es funktioniert

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Von: Marco Litzlbauer

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Während der Wiesn nutzen in München viermal so viele Fahrgäste wie sonst die Öffentlichen.
Während der Wiesn nutzen in München viermal so viele Fahrgäste wie sonst die Öffentlichen. © dpa/Sven Hoppe

Endlich wieder Wiesn: Warum das Oktoberfest im Allgemeinen ein Fest der Superlative ist – und in diesem Jahr im Speziellen Rekorde brechen könnte...

München - Beinahe jede Zahl, die Norbert Grünleitner nennt, klingt wie ein Rekord für sich: 500 Extraschichten im Fahrdienst, viermal so viele Fahrgäste wie an einem regulären Tag, 3,8 Millionen Beförderte alleine beim Oktoberfest 2019. Der 54-Jährige kennt diese Zahlen besser als jeder andere, ist heuer bei der MVG zum 25. Mal der „Gesamt­einsatzleiter Wiesn“. Seine Routine – dringend nötig bei den Massen, die via Bus, Tram und U-Bahn zur Wiesn strömen.

MVG-Einsatzleiter erklärt: Viermal mehr Fahrgäste in Münchens ÖPNV während dem Oktoberfest

Damit das reibungslos läuft, fahren U4 und U5 während der Wiesn im Drei-Eindrittel-Takt. Bedeutet: Innerhalb von zehn Minuten fahren drei statt der üblichen zwei Züge. „Zu den Stoßzeiten erhöhen wir sogar auf vier Langzüge. Dann steigen alleine an der U-Bahnstation Theresienwiese innerhalb von zehn Minuten 4000 Menschen aus.“ Damit sich diese nicht auf dem Bahnsteig stauen, fahren die Rolltreppen fast 20 Zentimeter pro Sekunde schneller – mit 0,68 statt 0,5 m/s. Zudem sind stets zwei Monteure vor Ort, um Defekte an Rolltreppen sofort beheben zu können.

Die erwähnten Taktverdichtungen funktionieren nur, weil alle anstehenden Wartungsarbeiten an Fahrzeugen vorgezogen werden. Grünleitner: „Alles, was Räder hat, muss während der Wiesn rollen können.“ Zudem sind täglich gut 200 Mitarbeiter mehr als gewöhnlich im Einsatz. Viele von ihnen an den Bahnsteigen, um die Türen abzufertigen. Ein Bedarf, den die MVG nicht alleine stemmen kann. Deshalb arbeitet sie mit anderen Verkehrsbetrieben aus Deutschland und Wien zusammen. „Es ist ein Austausch: Die Mitarbeiter aus Wien oder Hamburg helfen uns während der Wiesn, wir dafür beim Donauinselfest oder dem Hafenfest.“

Trotz Dauerbelastung – auch Grünleitner und sein Team können sich der Faszination Wiesn nicht entziehen: „Ich freue mich riesig, dass es endlich wieder losgeht. Auch wenn dir am Ende die Zunge raus hängt, man ist stolz, ein Teil dessen zu sein.“ Den 54-Jährigen selbst trifft man übrigens meist im Kommandostand am U-Bahnhof Theresienwiese, wo er trotz Stress für die An- und Abreisenden auch mal einen lockeren Spruch parat hat.

Norbert Grünleitner ist bei der MVG heuer zum 25. Mal der „Gesamt­einsatzleiter Wiesn“.
Norbert Grünleitner ist bei der MVG heuer zum 25. Mal der „Gesamt­einsatzleiter Wiesn“. © privat

Rekorde

Bricht die Wiesn 2022 nach zwei Jahren Zwangspause alle Rekorde? Diese Bestmarken gelten aktuell:

Besucher: 7,1 Millionen Menschen verzeichnete man 1985.

Maß Bier: 2011 wurden 7,92 Millionen Maß Bier ausgeschenkt.

Ochsen: 2017 wurden sage und schreibe 146 Ochsen verspeist.

Hendl: Stolze 808 000 Hendl sind 1991 verputzt worden.

Glühwein: Mit 3700 Litern ist wohl 2004 am meisten Glühwein getrunken worden. Dieser darf nur ausgeschenkt werden, wenn es an drei Tagen in Folge unter zehn Grad hat. Offiziell bestätigt ist dieser Rekord nicht.

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