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OB Reiter sagt Ja zu Olympischen Spielen in München ‒ Doch unter bestimmten Bedingungen

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Von: Kristina Beck

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Eine Installation vor dem neuen Nationalstadion, dem Hauptschauplatz der Olympischen und Paralympischen Spiele, zeigt die Olympischen Ringe. Die Olympischen Spiele finden nun vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 in Tokio statt.
Die Olympia-Ringe vor dem neuen Nationalstadion in Tokio, dem Hauptschauplatz der Olympischen und Paralympischen Spiele. Die Olympischen Spiele fanden dort vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 statt. © kyodo/dpa

Modernisieren statt neu bauen ‒ Politiker stellen bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele in München das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt.

München ‒ Paris, Los Angeles, Brisbane: dort finden sich nicht die Urlaubsressorts des internationalen Jetsets, sondern es handelt sich um die Austragsorte der Olympischen Sommerspiele in den Jahren 2024, 2028 und 2032. Wo Olympia in den Jahren danach stattfindet, liegt zwar noch in ferner Zukunft, aber auch jetzt schon macht sich die Politik Gedanken um eine mögliche Bewerbung der bayerischen Landeshauptstadt als Austragungsort.

Im Stadtrat gab es einen Antrag Fraktion der CSU mit Freien Wählern, der eine Bewerbung um die Austragungsrechte der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele befürwortet. Stadtrats-Mitglieder Alexandra Gaßmann, Ulrike Grimm, Hans-Peter Mehling und Hans Theiss, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, ziehen als Begründung der positiven Bilanz der European Championships 2022 heran.

„Dieser Rückenwind sollte genutzt werden und in eine Münchner Olympiabewerbung münden: München könnte zeigen, dass nachhaltige und moderne Spiele ohne den Gigantismus von diktatorisch geführten Staaten möglich sind.“

Soll sich München als Olympia-Stadt bewerben? ‒ Nachhaltigkeit als Bedingung

Das Thema „Nachhaltigkeit“ spielt auch für Oberbürgermeister Dieter Reiter eine entscheidende Rolle bei Bewerbungsvoraussetzungen: „Die Bewerbung einzelner Städte für die Austragung der Olympischen Spiele ist nicht mehr zeitgemäß. Moderne Olympische Spiele müssen das Thema Nachhaltigkeit ernst nehmen, nur dann haben sie auch die Chance auf eine breite Zustimmung in der Bevölkerung. Sportstätten nutzen, die es bereits gibt, ist dabei eins der wichtigsten Kriterien.“

+++ Ein Fest wie bei den European Championships ‒ nur etwas kleiner? Die Bewerbung für die Eurogames 2027 im Münchner Olympiapark ist angelaufen +++

Auch die Stadträte, die den Antrag vorgelegt haben, stellen die Klima-Verträglichkeit ins Zentrum: „Die vorhandenen Sportstätten müssten zwar modernisiert, aber nicht neu gebaut werden. Dies wäre ein wichtiges Signal bezüglich Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion und könnte eine weltweite Botschaft in Sachen klimaverträglicher Ausrichtung von sportlichen Großereignissen senden.“

Olympische und Paralympische Spiele in der Stadt: Bürger sollen bei München-Bewerbung mitentscheiden

Die Bewerbung scheint sich allmählich zu konkretisieren, denn Reiter sei „über die letzten Monate bereits in guten Gesprächen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund, der die Zukunft der Olympischen Spiele in dem Verbund von drei, vier Städten sieht, die jeweils ihre bereits vorhandene Infrastruktur anbieten.“

Ob sich die Stadt München als Austragungsort bewirbt, hängt aber nicht nur vom politischen Willen ab, sondern von den Bürgern der Stadt. „Ich bin dieser Idee gegenüber sehr aufgeschlossen und habe in den Gesprächen deutlich gemacht, dass es nur mit dem Zuspruch der Menschen vor Ort geht und Olympischen Spielen, die die berechtigte Kritik der letzten Jahrzehnte hinter sich lassen“, sagt der Oberbürgermeister in einer Stellungnahme.

Anne Hübner, Vorsitzende der SPD/Volt-Fraktion, knüpft eine Bewerbung ebenfalls an Bedingungen: „Wichtig ist uns, dass die Münchnerinnen und Münchner sich das auch vorstellen können. Und dafür ist sicher eine Grundvoraussetzung, dass sich das IOC reformbereit zeigt und Spiele für den Sport und nicht für den Kommerz ermöglicht.“

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