Neuer Name für elften Bezirk?

Olympiadorf bald im Bezirksnamen? – was die Stadt München und Anwohner dazu sagen

Henrik Vej-Nielsen möchte das Olympiadorf in den Namen des elften Stadtbezirks integrieren. Innerhalb des Wohngebiets habe er viel Zuspruch erhalten.
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Henrik Vej-Nielsen möchte das Olympiadorf in den Namen des elften Stadtbezirks integrieren. Innerhalb des Wohngebiets habe er viel Zuspruch erhalten.

In einem Antrag im BA Milbertshofen-Am Hart wird eine Namensänderung für den elften Bezirk gefordert. Das Olympiadorf soll im Viertelnamen ergänzt werden.

Olympiadorf - Heißt der Stadtbezirk „Milbertshofen-Am Hart“ bald „Milbertshofen-Am Hart-Olympiadorf“? Das forderte Anwohner Henrik Vej-Nielsen nun in einem Antrag an den örtlichen Bezirks­ausschuss (BA).

Er erklärt: „Das Olympiadorf ist weit über München hinaus durch die einzigartige Architektur, die Auto­freiheit und natürlich den angrenzenden Olympiapark bekannt.“ Mit über 6000 Anwohnern und etwa 1000 Studierenden (siehe unten) sei es eines der beliebtesten Wohngebiete.

Zudem stehe das Jubiläum der Olympischen Spiele 1972 in München an. „Es wäre also der ideale Zeitpunkt, um das Olympiadorf auch im Namen des Bezirks zu würdigen.“

Auch Monika Shah vom Vorstand der Einwohner-Interessen-Gemeinschaft (EIG) im Olympiadorf befürwortet den Antrag: „Das Olympiadorf ist eine räumliche, bauliche und historische Besonderheit im Stadtbezirk.“ Diese würde so auch im Namen gewürdigt.

Im BA wurde diskutiert

Leo Meyer-Giesow (ÖDP) war dafür, forderte aber auch die Ergänzung der Nordhaide. Claus Wunderlich (FDP) sprach von einem „Bandwurm-Namen“, der wie bei Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-
Fürstenried-Solln zu unübersichtlich sei.

Seine Idee: Vertagung, bis der BA wieder im Vollgremium und nicht als Sonderausschuss zusammenkomme. Thomas Schwed (CSU) brachte die Idee eines Bürgerentscheids ins Spiel. Das sei aussagekräftiger als ein knappes BA-Votum. Am Ende wurde das Thema vertagt.

„Der Bezirksausschuss hat nach BA-Satzung ein Entscheidungsrecht bei der Benennung seines Stadtbezirks“, erklärt Matthias Kristlbauer vom Direktorium auf Hallo-Anfrage.

Dabei seien Faktoren zu berücksichtigen, wie die gewachsene Struktur des Bezirks oder die organisatorischen Auswirkungen der Umbenennung. Diese Punkte würden dem BA ausführlich dargestellt werden, so Kristlbauer.

Das Olympiadorf in Zahlen

Erbaut wurde das Olympia­dorf vor rund 50 Jahren für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München. 1998 wurde es mit den Sportanlagen des Olympiaparks unter Ensembleschutz gestellt.

Laut Statistischem Amt München leben dort heute 7284 Personen auf einer Fläche von 40 Hektar. Damit fasst es etwas unter zehn Prozent der Gesamtbevölkerung im Stadtbezirk Milbertshofen-Am Hart, dessen Einwohnerzahl 75 727 beträgt.

Anwohner-Umfrage: Olympiadorf im Bezirksnamen?

Sabine Weis (50), Journalistin: „Ich fände es gut, wenn das Olympiadorf in den Namen des Stadtbezirks aufgenommen werden würde. Es ist ein besonderes Viertel mit einem dörflichen Charakter. Hier kennt und grüßt man sich untereinander. Viele Familien leben über mehrere Generationen hier.“

Sabine Weis (50), befürwortet eine Namensänderung des elften Bezirks.

Ursula Eisele (74), Rentnerin: „Ich finde, dass das Olympiadorf auf jeden Fall im Stadtbezirksnamen erwähnt werden sollte. Das würde auch das mögliche Weltkulturerbe würdigen. Seit 1975 lebe ich im Olympia­dorf, meine Kinder sind hier groß geworden. Man kennt sich hier gut, wie in einer eingeschworenen Gemeinschaft.“

Auch Anwohnerin Ursula Eisele spricht sich für eine Erwähnung des Olympiadorfs im Bezirknahmen aus.

Fabian Ritz (31), Projektmanager: „Ich fände die Erwähnung gut, weil das Olympiadorf wie Milbertshofen und die anderen Viertel im Bezirk seine eigenen, besonderen Anwohner hat. Man lebt in einem eigenen Dorf innerhalb der Stadt, ist gut angebunden und hat den Olympiapark direkt vor der Tür. Es ist schon lebenswert hier.“

Anwohner Fabian Ritz fände eine Erwähnung des Olympiadorfs im Bezirksnamen gut.

Benedikt Strobach

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