Gute Chancen für München

Weltkulturerbe Olympiapark: Welches Etappenziel München optimistisch stimmt

Blick über den Olympiapark in München und das Olympiastadion
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Kulturerbe für die Nachwelt: Parkanlage, Sportstätten und Wohnhäuser will München der UNESCO vorstellen.

Der Olympiapark könnte in Zukunft zum UNESCO-Weltkulturerbe werden. Der UNESCO-Expertenrat räumt dem Park sehr gute Chancen ein. Wie es jetzt mit der Bewerbung weiter geht.

  • Olympiapark hat gute Chancen auf UNESCO-Weltkulturerbe
  • Park seit 1972 eröffnet
  • Welche Hürden es jetzt zu überwinden gilt

Mit 85 Hektar Wiesen und baumbewachsenen Hügeln, einem See, dem berühmten Fernsehturm, dem denkmalgeschützten Olympia­stadion unterm markanten Zeltdach, dem Olympischen Dorf und den bis heute genutzten Sportstätten ist der Olympiapark weltweit einmalig. Nicht nur das bayerische Wissenschaftsministerium, auch der internationale UNESCO-Expertenrat Icomos in Paris sieht das jetzt so, räumt dem Münchner Park als Gesamtwerk sehr gute Chancen ein, in die Liste der Weltkulturerbe-Stätten aufgenommen zu werden.

„Der Münchner Olympiapark mit Sportstätten, Freizeitangebot und der Wohnform ist einmalig und außergewöhnlich“, bestätigt Professor Sigrid Brand vom deutschen Icomos-Komitee. Während weltweit olympische Sportanlagen förmlich verrotten, sind Münchens Olympiastätten seit 1972 lebendig. „Diese Einheit von Sport, Kultur, Bildung Kunst und Architektur und die besondere Nachnutzung ist gelungen und innovativ.“ Stadtbaurätin Elisabeth Merk weiß um Münchens Besonderheit, schließlich sind einzelne Gebäude wie auch das ganze Ensemble längst unter Denkmalschutz gestellt: „Mit einer so lebendigen Olympiastätte wie dieser haben wir die Verpflichtung und die Verantwortung, dieses Erbe zu erhalten und weiterzugeben.“

Elisabeth Merk ist Stadtbaurätin.

Olympiapark München: UNESCO-Weltkulturerbe in greifbarer Nähe

1967 wurde die städtische Park­anlage mit seiner bewusst multi-kulturellen Nutzung geplant, zu den Olympischen Spielen im August 1972 in München eröffnet. Marion Schöne, Chefin der Olympiapark GmbH, ist in Sachen Weltkulturerbe ebenfalls optimistisch: „Wir sind die weltweit am Besten nachgenutzte Olympiastätte. 2019 hatten wir über 400 Veranstaltungen und vier Millionen Besucher – das zeigt, wie wunderbar die gesamte Anlage von Bürgern und Besuchern genutzt wird.“ Auch das Münchner Planungsreferat ist zuversichtlich: „Der Münchner Olympiapark könnte die zweitjüngste Stätte in der Liste des Weltkulturerbes werden!“

Dass der Weg vom Denkmal zum Weltkulturerbe eine langwierige sportliche Herausforderung wird, weiß Jörg Haspel, Konservator, Denkmalpfleger und beratendes Icomos-Mitglied: „Rund 1120 Mitbewerber stehen derzeit auf der UNESCO-Liste, 32 Vorschläge werden jedes Jahr abgearbeitet. Da ist Geduld gefragt, wir sprechen von mindestens zehn Jahren, bis ein Vorschlag eingebracht und die Stätte zum Weltkulturerbe ernannt wird.“

Jörg Haspel ist beratendes Icomos-Mitglied.

Nach der Sommerpause entscheidet das bayerische Kabinett, ob Münchens Bewerbung mit dem Olympiapark in die bundesweite Bewerbungs-Ebene geht. Dann könnte der Park als Kulturerbe-Anwärter in der deutschen Kultusministerkonferenz beschlossen werden, Ende 2023 auf die UNESCO-Bewerberliste rücken. Frühestens im Sommer 2026 steht fest, ob der Plan aufgeht.

Bayerns Weltkultur-Stätten

Acht Weltkulturerbe-Stätten in Deutschlands südlichstem Bundesland hat der UNESCO-Rat bisher offiziell benannt. Keines steht in München. Neben der Wieskirche im Pfaffenwinkel oder der Stadt Augsburg wegen ihrem historischen Wassermanagements gehören die historische Residenz Würzburg, die Altstädte von Bamberg und Regensburg, die Allgäuer Pfahlbauten und der Limes dazu. Aktuelle Mitbewerber des Olympiaparks sind Bäder-Städte wie Bad Ems oder Baden-Baden.

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