Gute Chancen für München

Bald UNESCO-Weltkulturerbe? Bayern schlägt Olympiapark München für Aufnahme auf deutsche Vorschlagsliste vor

Blick über den Olympiapark in München und das Olympiastadion
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Bayern schlägt das „Ensemble Olympiapark und Sportstätten der Olympischen Spiele 1972 in München“ für die Aufnahme auf die deutsche Vorschlagsliste zum UNESCO-Welterbe vor.

Eine weitere Etappe für den Olympiapark München zum UNESCO-Weltkulturerbe ist geschafft. Bayern schlägt die Sportstätte für die deutschen Vorschlagsliste zum Welterbe vor.

  • Der Olympiapark in München hat gute Chancen ein UNESCO-Weltkulturerbe zu werden.
  • Der Freistaat Bayern schlägt den Park und den Justizpalast Nürnberg für die deutsche Tentativliste vor.
  • Welche Etappen es jetzt noch zu überwinden gilt...

Update: 24. September

Olympiapark München bald UNESCO-Weltkulturwerbe? Bayern schlägt Sportstätte für deutsche Vorschlagsliste vor

Ein weiterer Etappen-Erfolg für den Olympiapark München zum Weltkulturerbe. Der Freistatt Bayern schlägt das "Ensemble Olympiapark und Sportstätten der Olympischen Spiele 1972 in München“ für die Aufnahme auf die deutsche Vorschlagsliste zum UNESCO-Welterbe vor.

Zusammen mit dem Justizpalast Nürnberg stünden nun bei der bayerischen Bewerbung für die deutsche Tentativliste "zwei historisch herausragende Stätten im Freistaat, die den Lauf der deutschen Geschichte entscheidend geprägt haben" auf der Liste, so Kunstminister Sibler. Der bayerische Ministerrat hatte bereits letzte Woche den Beschluss getroffen.

Der Olympiapark in München stehe für den Sieg einer neuen demokratischen Gesellschaftsordnung in Nachkriegsdeutschland.

"Errichtet wurde die Anlage auf einem Trümmerberg des Zweiten Weltkriegs, auf dem bis heute der zivilen Opfer des Krieges gedacht wird. Sie verkörpert mit ihrer modernen, alles verbindenden Architektur den olympischen Gedanken von Frieden und Gemeinschaft. Zugleich ist sie aber auch immerwährende Mahnstätte für ein menschenverachtendes Attentat. Beide Orte sind von außergewöhnlichem universellen Wert. Eine Erhebung zur UNESCO-Welterbestätte wäre mehr als gerechtfertigt", so Sibler.

Kunstminister Sibler fügte hinzu: "Im Justizpalast Nürnberg wurde während der Kriegsverbrecherprozesse Rechtsgeschichte geschrieben: Zum ersten Mal hat sich die internationale Gemeinschaft dazu entschieden, Kriegsverbrechen juristisch aufzuarbeiten und das Leid von Millionen von Opfern zu sühnen. Damit ist der Nürnberger Justizpalast ein Mahnmal für Demokratie, Recht und Gerechtigkeit."

Olympiapark München auf dem Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe - Die nächsten Etappen...

Die aktuelle deutsche Tentativliste (Vorschlagsliste) von 2014 für das UNESCO-Welterbe wird in den kommenden Jahren abgearbeitet sein. Im Anschluss daran soll eine Fortschreibung der deutschen Vorschlagsliste zum UNESCO-Welterbe von der Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen werden. Hierzu hat die Kultusministerkonferenz festgelegt, dass jedes Land bis zum 31. Oktober 2021 zwei Vorschläge aus dem Bereich Kulturerbe vorlegen kann.

Der Ministerrat hat hierzu am 19. Dezember 2019 und ergänzend am 11. Februar 2021 auf der Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens entschieden, eine Bewerbung zur Aufnahme des "Justizpalasts Nürnberg mit Saal 600 und historischem Zellengefängnis – Stätte des Hauptkriegsverbrecherprozesses und Geburtsort des Völkerstrafrechts" einzubringen.

Zur Auswahl des zweiten Vorschlags aus Bayern hatte das Kunstministerium im Vorfeld des Verfahrens auf KMK-Ebene ein bayernweites Interessenbekundungsverfahren durchgeführt und die Bewerbungen durch eine unabhängige Expertenkommission auf Erfolgsaussichten evaluieren lassen.

Die Kommission kam zur klaren Empfehlung, den Antrag der Landeshauptstadt München – "Ensemble Olympiapark und Sportstätten der Olympischen Spiele 1972 in München" – an die Kultusministerkonferenz als zweite bayerische Bewerbung zu melden. Diese fachliche Empfehlung hat der Ministerrat bestätigt.

Die Vorschläge der Länder werden als Nächstes von einer internationalen Expertengruppe im Auftrag der KMK evaluiert. Das Ergebnis der Evaluation wird dann der KMK zur abschließenden Entscheidung im Jahr 2024 vorgelegt.

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Weltkulturerbe Olympiapark: Welches Etappenziel München optimistisch stimmt

Erstmeldung: 20. Juli

Mit 85 Hektar Wiesen und baumbewachsenen Hügeln, einem See, dem berühmten Fernsehturm, dem denkmalgeschützten Olympia­stadion unterm markanten Zeltdach, dem Olympischen Dorf und den bis heute genutzten Sportstätten ist der Olympiapark weltweit einmalig. Nicht nur das bayerische Wissenschaftsministerium, auch der internationale UNESCO-Expertenrat Icomos in Paris sieht das jetzt so, räumt dem Münchner Park als Gesamtwerk sehr gute Chancen ein, in die Liste der Weltkulturerbe-Stätten aufgenommen zu werden.

„Der Münchner Olympiapark mit Sportstätten, Freizeitangebot und der Wohnform ist einmalig und außergewöhnlich“, bestätigt Professor Sigrid Brand vom deutschen Icomos-Komitee. Während weltweit olympische Sportanlagen förmlich verrotten, sind Münchens Olympiastätten seit 1972 lebendig. „Diese Einheit von Sport, Kultur, Bildung Kunst und Architektur und die besondere Nachnutzung ist gelungen und innovativ.“ Stadtbaurätin Elisabeth Merk weiß um Münchens Besonderheit, schließlich sind einzelne Gebäude wie auch das ganze Ensemble längst unter Denkmalschutz gestellt: „Mit einer so lebendigen Olympiastätte wie dieser haben wir die Verpflichtung und die Verantwortung, dieses Erbe zu erhalten und weiterzugeben.“

Elisabeth Merk ist Stadtbaurätin.

Olympiapark München: UNESCO-Weltkulturerbe in greifbarer Nähe

1967 wurde die städtische Park­anlage mit seiner bewusst multi-kulturellen Nutzung geplant, zu den Olympischen Spielen im August 1972 in München eröffnet. Marion Schöne, Chefin der Olympiapark GmbH, ist in Sachen Weltkulturerbe ebenfalls optimistisch: „Wir sind die weltweit am Besten nachgenutzte Olympiastätte. 2019 hatten wir über 400 Veranstaltungen und vier Millionen Besucher – das zeigt, wie wunderbar die gesamte Anlage von Bürgern und Besuchern genutzt wird.“ Auch das Münchner Planungsreferat ist zuversichtlich: „Der Münchner Olympiapark könnte die zweitjüngste Stätte in der Liste des Weltkulturerbes werden!“

Dass der Weg vom Denkmal zum Weltkulturerbe eine langwierige sportliche Herausforderung wird, weiß Jörg Haspel, Konservator, Denkmalpfleger und beratendes Icomos-Mitglied: „Rund 1120 Mitbewerber stehen derzeit auf der UNESCO-Liste, 32 Vorschläge werden jedes Jahr abgearbeitet. Da ist Geduld gefragt, wir sprechen von mindestens zehn Jahren, bis ein Vorschlag eingebracht und die Stätte zum Weltkulturerbe ernannt wird.“

Jörg Haspel ist beratendes Icomos-Mitglied.

Nach der Sommerpause entscheidet das bayerische Kabinett, ob Münchens Bewerbung mit dem Olympiapark in die bundesweite Bewerbungs-Ebene geht. Dann könnte der Park als Kulturerbe-Anwärter in der deutschen Kultusministerkonferenz beschlossen werden, Ende 2023 auf die UNESCO-Bewerberliste rücken. Frühestens im Sommer 2026 steht fest, ob der Plan aufgeht.

Bayerns Weltkultur-Stätten

Acht Weltkulturerbe-Stätten in Deutschlands südlichstem Bundesland hat der UNESCO-Rat bisher offiziell benannt. Keines steht in München. Neben der Wieskirche im Pfaffenwinkel oder der Stadt Augsburg wegen ihrem historischen Wassermanagements gehören die historische Residenz Würzburg, die Altstädte von Bamberg und Regensburg, die Allgäuer Pfahlbauten und der Limes dazu. Aktuelle Mitbewerber des Olympiaparks sind Bäder-Städte wie Bad Ems oder Baden-Baden.

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