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Pasinger entwickeln mit „Blindmate“ eine App, bei der Freunde das Verkuppeln übernehmen können

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Mit „Blindmate“ haben (von links) Benjamin Wiegand, Laurenz Reichl, Anna Schotenröhr und Andreas Lindner eine weniger oberflächliche Dating-App entwickelt.
Mit „Blindmate“ haben (von links) Benjamin Wiegand, Laurenz Reichl, Anna Schotenröhr und Andreas Lindner eine weniger oberflächliche Dating-App entwickelt. © Blindmate

Eine neue Online-Dating-App aus Pasing ist auf dem Markt: Mit Hilfe von ihren Freunden können Singles bei „Blindmate“ verkuppelt werden. So funktionierts:

PASING Drei Pasinger wollen das Online-Dating neu erfinden. Die gängigen Apps waren ihnen zu oberflächlich. „Man liest immer dieselben Sprüche und es fehlt die soziale Interaktion“, erklärt Andreas Lindner (30). Deshalb wollte er mit seinen alten Schulfreunden Laurenz Reichl (29), Benjamin Wiegand (29) sowie dessen Partnerin Anna Schotenröhr (31) mit „Blindmate“ einen Gegenentwurf dazu entwickeln.

Blindmate ist eine Pasinger Dating-App mit der Freunde das Verkuppeln übernehmen können.
Blindmate ist eine Pasinger Dating-App mit der Freunde das Verkuppeln übernehmen können. © Blindmate

„Bei uns erstellen die Freunde das Profil und suchen die Matches“, erklärt Reichl. „Wir haben festgestellt, dass die besten Beziehungen entstehen, wenn Freunde ein Pärchen verkuppelt haben. Sie kennen einen oftmals besser und füllen die Profile ehrlicher aus – inklusive Macken“, sagt Schotenröhr.

Neue Dating-App „Blindmate“ aus Pasing: Freunde können Profil erstellen und Matches suchen - App seit März erhältlich

Die drei Männer sind zusammen auf das Karlsgymnasium gegangen. „Wir sind seit der neunten Klasse befreundet“, so Wiegand. Er und Schotenröhr trafen sich während des Studiums bei einem Erasmus-Programm.

Als Physiker und Programmierer Wiegand und Ärztin Schotenröhr die Idee zur Entwicklung von „Blindmate“ hatten, waren Reichl als Designer und Sozialpädagoge Lindner als Texter schnell an Bord. „Wir haben die App ohne Budget und Strategie entwickelt“, sagt Reichl. Im März war „Blindmate“ fertig und steht seitdem im App-Store.

So funktioniert die Verkuppelung über „Blindmate“:

Nutzer können angeben, ob sie selbst auf der Suche sind oder einen Freund unterstützen wollen. Nur die Singles sind bei „Blindmate“ zu finden. Sie geben ihren Namen an und laden ein Foto hoch. Den Rest des Profils füllen die Freunde aus. Sie können beispielsweise angeben, wie sportlich der andere ist, wie er flirtet oder was er auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Anschließend machen sie sich auf die Suche und können einen passenden Partner „liken“.

Nur wenn dessen Unterstützer ebenfalls ein Like setzen, können die beiden Singles miteinander chatten. Dabei sehen sie anfangs keine Informationen voneinander. „Sie wissen nur, dass ihre Freunde denken, dass sie zusammenpassen und können sich ganz auf das Kennenlernen konzentrieren“, so Lindner. Erst nach und nach werden die Profile sichtbar.

„Blindmate“ ist kostenlos und werbefrei - schon 35 000 Nutzer der App

„Blindmate“ ist kostenlos. Das Team entwickelt aber gerade ein kostenpflichtiges Paket mit zusätzlichen Funktionen wie einer Filterfunktion für eine genauere Suche. „Wir wollen aber nicht, dass bezahlte Profile bevorzugt erscheinen“, verspricht Reichl. Auch auf Werbung in der App wollen sie verzichten.

„Blindmate“ habe schon 35 000 Nutzer, 10 000 bis 12 000 seien jeden Monat aktiv. Wegen dieses vielversprechenden Starts haben Wiegand und Reichl ihre Jobs gekündigt und setzen voll auf die App.

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