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Mit einem Konzert gibt Karl Maureen (84) nach 60 Jahren sein Amt als Titularorganist ab

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Von: Ursula Löschau

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Karl Maureen an der Woehl-Orgel in Herz Jesu. Er hat das Instrument mit konzipiert.
Karl Maureen an der Woehl-Orgel in Herz Jesu. Er hat das Instrument mit konzipiert. © Ursula Löschau

Karl Maureen gibt sein Amt als Titularorganist in der Herz-Jesu-Kirche ab. Als finalen Akt an der imposanten Orgel spielt der Musiker noch ein letztes Konzert.

Neuhausen - Prager Frühling, Wiener Festwochen, Flandern Festival, Salzburger Festspiele, und, und, und: Karl Maureen (84) gilt als einer der vielseitigsten Organisten seiner Generation und hat bereits an unzähligen Orten in ganz Europa gespielt. Nirgends aber saß er so oft an der Orgel wie in der Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen.

Seit 60 Jahren begleitet er dort als Titularorganist die meisten Sonn- und Feiertagsgottesdienste nebst Chorproben. Doch zum Jahresende wird der Orgelsachverständige der Münchner Erzdiözese und pensionierte Professor für Orgelliteraturspiel dieses Amt abgeben. Er verabschiedet sich – wie sollte es anders sein – mit einem adventlichen Konzert am Sonntag, 18. Dezember.

Abschied von der Herz-Jesu-Orgel: Titularorganist hat Instrument mitkonzipiert

Seine Liebe zur Orgel wurde bereits in der Kindheit und besonders in der Gymnasialzeit in Traunstein geweckt. Maureen studierte bei internationalen Koryphäen, darunter Karl Richter in München, und lebte seinerzeit an der Tizianstraße. „Zum Gottesdienst bin ich in die Herz-­Jesu-Kirche gekommen“, erinnert er sich. Die dort aufgeführte Kirchenmusik begeisterte ihn so sehr, dass er nach Abschluss seines Examens mit 24 Jahren die Stelle als Titularorganist (umfasst bis heute acht Stunden im Monat) annahm.

Als Karl Maureens „Lebenswerk“ bezeichnen Insider mittlerweile nicht nur seine musikalische Arbeit. Die gesamte Orgel in der im Jahr 2000 geweihten neuen Herz-Jesu-­Kirche trägt seine Handschrift. Zusammen mit Orgelbauer Gerald Woehl hat er das Instrument damals konzipiert. „Mein Ziel war eine moderne Optik aber ein ganz klassischer Aufbau.“ Als sogenannte Eckpunkte dienten die Werke der Komponisten Bach und Messiaen. „Es gibt diese Orgel nur einmal auf der Welt. Und natürlich hängt der Klang auch von der Akustik des Raumes ab. Beides zusammen ist in Herz Jesu absolut einzigartig“, schwärmt der Organist.

Die große Woehl-Orgel in der 2000 geweihten Herz-Jesu-Kirche an der Lachnerstraße.
Die große Woehl-Orgel in der 2000 geweihten Herz-Jesu-Kirche an der Lachnerstraße. © Ursula Löschau

Abschied von der Herz-Jesu-Orgel: Musiker bedauert fehlendes Interesse an Orgelmusik

Allerdings beobachtet er auch, „dass die große Zeit der Orgelmusik langsam vorbeigeht“. Bei längeren Stücken schauten viele Leute schon nach wenigen Minuten auf die Uhr oder das Handy, bedauert Maureen. „Man braucht aber das breite Publikum für erfolgreiche Orgelkonzerte“, sagt er und hofft auf eine Trendwende.

Bei seinem Abschiedskonzert am 18. Dezember ab 18 Uhr in Herz Jesu, Lachnerstraße 8, dürfte es an Besuchern jedenfalls nicht mangeln. Etliche Wegbegleiter haben sich schon angekündigt. Der Eintritt ist frei.

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