Straßenbauamt Freising

Ortsmitte Neuried: Kreuzung Gautinger/ Planegger Straße soll erneut und neuer Wohnraum geschaffen werden

Kreuzung Planegger/Gautinger Straße
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Die Kreuzung Planegger/Gautinger Straße soll sicherer werden.

Die Kreuzung an der Planegger Straße soll noch dieses Jahr umgebaut werden. Außerdem vorgestellt wurde nun ein Projekt für mehr Wohnraum in Neuried.

Ein neues Rathaus bekommt das Ortszentrum von Neuried zwar nicht. Dennoch könnten dort demnächst große Veränderungen anstehen – an der Kreuzung Gautinger/ Planegger Straße, aber auch am Grundstück südwestlich davon. Erste Überlegungen wurden jetzt im Neurieder Bauausschuss besprochen.

Klar ist: Das Straßenbauamt Freising will die stark befahrene Kreuzung im Zentrum, zu der mit der Planegger Straße auch eine Staatsstraße gehört, dieses Jahr erneuern. Diese sei wegen erheblicher Spurrillen in einem desolaten Zustand. Die Fahrbahnerneuerung würde das Amt in Freising auch bezahlen. Das Problem: Weil der Gemeinde Neuried zufolge Personal fehle (siehe Kasten), hätte das Straßenbauamt keine Möglichkeit, die Maßnahme heuer zu realisieren.

Stattdessen habe es die Gemeinde um Hilfe gebeten. Die hofft nun, gleichzeitig eigene Wünsche umzusetzen und die Kreuzung sicherer zu machen. Das hatten Bürger und Lokalpolitiker immer wieder gefordert. Neben der Erneuerung der Fahrbahn will Neuried darum die Bushaltestelle vor dem Bauamt barrierefrei gestalten und die eigene Spur zum Abbiegen in die Gautinger Straße abschaffen – zugunsten eines sicheren Radwegs und einer größeren Fußgängerinsel. „Die Situation dort ist derzeit höchst gefährlich. Wir würden einen der neuralgischsten Punkte Neurieds entzerren“, so Bürgermeister Harald Zipfel (SPD). Gleichzeitig würde die Gemeinde sparen, weil das Straßenbauamt einen Teil der Maßnahme finanziere. Losgehen könnte der Umbau voraussichtlich im Herbst.

Umbau Ortsmitte Neuried: Kritik aufgrund unklarer Neubau-Situation

Südwestlich der Kreuzung will ein Eigentümer bauen – und Neurieds Wohnraummangel lindern.

Doch nicht alle finden die Idee gut. „Es gibt so viele Abbieger in die Gautinger Straße, da würde es ohne eigene Spur durchaus einen Rückstau geben“, merkte Robert Hrasky (BZN) an. Gleichzeitig sehe er keine großen Vorteile für die Radfahrer. Was ihn allerdings am meisten wundert: „Wir doktern jetzt an einer Stelle rum, von der wir gar nicht wissen, wie sie in ein paar Jahren aussieht.“

Der Grund: Das Areal südwestlich von der Kreuzung – inklusive Wiese, Kaffeerösterei und dem roten Geschäftsgebäude am Marktplatz – soll nach Wunsch des Eigentümers und der Gemeinde bald überplant werden. Zwei erste Entwürfe stellte der Architekt Rudi Sodomann im selben Bauausschuss vor.

„Angesichts der drängenden Suche nach Wohnraum in Neuried soll das Areal von einem Mischgebiet in ein allgemeines Wohngebiet umgewidmet werden“, so der Architekt. Angedacht sei derzeit ein zwei bis dreistöckiger „U-förmiger“ Wohnblock mit Flügeln entlang der Planegger und Gautinger Straße sowie der Westgrenze des Grundstücks. Bei Variante A würde dieser um ein punktförmiges Gebäude auf der Freifläche ergänzt. Variante B sieht einen Längsbau im Süden des Grundstücks vor.

Viele Fragen werfe noch die Parksituation auf – die wiederum ein Faktor beim Umbau der Ortsmitten-Kreuzung wäre. Kritik übten einige Gemeinderäte auch an der Gewerbesituation. Sie wünschen sich zu Belebung des Ortes mehr statt weniger Läden, zum Beispiel auch entlang der Planegger Straße.

Personalmangel beim Straßenbau? Das sagt das Amt

Auf Hallo-Anfrage bestätigt das Straßenbauamt Freising den Personalmangel nicht. Die Behörde nennt andere Gründe für die Zusammenarbeit mit Neuried. So habe sich in Abstimmungsgesprächen herausgestellt, „dass die Gemeinde in diesem Jahr die Bushaltestelle im Bereich der Kreuzung erneuert und die Gautinger Straße neugestaltet. Da sich der Umbau und die Fahrbahnsanierung in einem Bereich abspielen und der Anteil der gemeindlichen Maßnahmen deutlich überwiegt, haben wir und die Gemeinde Neuried beschlossen, dass sie die Erneuerung der Fahrbahn mit ausschreibt und betreut“, so Sprecherin Tanja Schiebel. Dadurch ließe sich verhindern, dass sich die Maßnahmen gegenseitig blockieren.

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