126 Bürger als Gutachter

Paketpost-Areal: Zufällig ausgewählte Münchner erarbeiten Empfehlungen zur Nutzung und Mobilität

Mit Ballons in 155 Metern Höhe wird am Donnerstag, 30. September, ab 7.30 Uhr simuliert, wie hoch die Paketpost-Türme werden sollen.
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Mit Ballons in 155 Metern Höhe wird am Donnerstag, 30. September, ab 7.30 Uhr simuliert, wie hoch die Paketpost-Türme werden sollen.

Im Oktober werden 126 zufällig ausgewählte Münchner über das neue Paketpost-Areal diskutieren und Ideen zur Nutzung, Nachhaltigkeit und Mobilität erarbeiten. BA bittet Anwohner um Stellungnahme.

Neuhausen - Wie soll das Paketpost-Areal in Zukunft aussehen? 126 Münchner sollen darüber diskutieren, und zwar im Rahmen eines Bürgergutachtens. Klar ist schon jetzt: Über das Aussehen der geplanten Hochhäuser dürfen sie aber nicht mitbestimmen.

In vier Gruppen werden die Teilnehmer von Dienstag, 5., bis Freitag, 15. Oktober, jeweils 16 Arbeitseinheiten absolvieren. Dabei sollen sie über Themen wie Nachhaltigkeit, Nutzung der Paketposthalle, Mobilität oder Freiräume im Areal diskutieren.

Wichtig dabei: Das Ergebnis bringe keine Entscheidung, sondern lediglich Empfehlungen, so Christiane Dienel vom Nexus-Institut, das das Bürgergutachten organisiert.

Auch die nachhaltige Gestaltung und die Höhe der Hochhäuser tauchen als Themen auf. Die Architektur bleibe dabei aber außen vor, wie Stadtbaurätin Elisabeth Merk bei einer Pressekonferenz erklärte. „Das Bürgergutachten dreht sich um die Frage, welche Nutzung wir an dieser Stelle wollen“, sagte sie und bezog dies ausdrücklich auch auf die Paketposthalle.

Christiane Dienel, Stadtbaurätin Elisabeth Merk und BA-Chefin Anna Hanusch (v. li.).

Bauherr Ralf Büschl erläuterte, dass die Türme zur Refinanzierung des Projekts unabdingbar seien. Deren Aussehen sei aber nicht in Stein gemeißelt. Ob die in den jüngsten Visualisierungen zu sehenden schrägen Außenaufzüge kommen? Er selbst sei zwar ein Fan davon, sagt Büschl. „Die Gestaltung hängt aber auch davon ab, welche Nutzung wir dort bekommen“, sagte er.

Ob es einen Architektenwettbewerb geben wird, steht noch nicht fest. Anna Hanusch (Grüne), Vorsitzende des BA Neuhausen­-Nymphenburg, will sich und Büschl in dieser Frage nicht auseinanderdividieren lassen. Sie hatte jüngst mehrere Gestaltungsvorschläge gefordert, Büschl setzt auf die Verfasser des Masterplans, das Büro Herzog & de Meuron.

„Einen Konflikt gibt es aber nicht“, sagen beide. „Wir werden einen gemeinsamen Weg zur Gestaltung der Hochhäuser finden“, so Hanusch.

Zunächst steht das Bürgergutachten an, bei dem auch ein Versprechen eingelöst wird: Von den 126 zufällig ausgewählten Bürgern stammen zehn Prozent – nämlich zwölf Personen – aus dem am stärksten betroffenen neunten Stadtbezirk.

BA bittet Anwohner um Stellungnahme

Der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg möchte explizit auch die Meinung der Anwohner zur Entwicklung des Paketpost-Areals wissen.

Er hat dazu Kindergärten und Schulen, Nachbarschaftstreffs und Vereine sowie Einrichtungen für Senioren und Menschen mit Behinderung in einem Umkreis von einem Kilometer um das Planungsgebiet angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Die Ergebnisse werden dem Planungsreferat übermittelt. Anregungen an den BA auch per E-Mail an: paketpostareal@ba09.de.

A. Daschner

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